Ich vermisse Lars jetzt schon, alleine in der Lodge zu arbeiten kann doch schnell langweilig werden. Außerdem ist es einmal eine super Abwechslung mit jemanden aus Europa (sogar Deutschland) der nochdazu im gleichen Alter ist, seine Zeit zu verbringen. Die Leute in Ecuador sind zwar unglaublich nett aber manchmal gehen mir ernster Gespäche doch ab, außerdem können die jungen Leute hier mit meinem Humor wenig anfangen (umgekehrt genauso) und würden sich nie zu einem Netlifx-Maraton überreden lassen (obwohl so unglaublich lang war es eh nicht, wurde nur spät).
Jetzt hat er Urlaub, für 8 Tage, irgendwie werde ich mich schon beschäftigen aber wie wir heute früh noch gewitzelt haben (egal wie banal der Spruch auch klingen mag) "zu zweit ist man weniger allein".
Jetzt hat er Urlaub, für 8 Tage, irgendwie werde ich mich schon beschäftigen aber wie wir heute früh noch gewitzelt haben (egal wie banal der Spruch auch klingen mag) "zu zweit ist man weniger allein".
Ich hatte gerade Mittagspause, weniger weil ich es wollte sondern da es einfach nicht viel zu tun gibt. Momentan sind zwei Gruppen hier, eine vierköpfige Familie aus Deutschland und zwei Italienerinnen mit Guide (sprechen kein Wort Spanisch oder Englisch). Heute ist eine sieben Personen Gruppe aus Holland abgereist, mit denen habe ich die letzten Tage zwei Touren mitgemacht. Einer der Gruppe, Andrés, ist eigentlich Ecuadorianer und wohnt in Manta (an der Küste), hat angeboten mir surfen beizubringen, sollte ich Lust darauf haben. Vielleicht schiebe ich Quilotoa also noch ein bisschen auf und fahre in meinem ersten Urlaub nach Ayampe, ein kleines, ruhiges Dörfchen in dem es super Wellen geben soll.
Lars ist heute mit ihnen mitgefahren, geht nach Baños, habe ihm gleich ein paar Tipps hinbezüglich Hostals und Agenturen gegeben. Irgendwie doch leicht ironisch, kaum bin ich aus der Stadt weg kommt mein neuer Arbeitskollege dort an. Obwohl, mittlerweile bin ich eigentlich froh aus Baños weg zu sein, im Hostal war es zwar ok aber hier ist es so ruhig und entspannend (wenn auch manchmal langweilig).
Wenn da nur diese dämlichen Sandmücken nicht wären...
Wenn da nur diese dämlichen Sandmücken nicht wären...
Das sind ganz kleine, kaum zu erkennende Tierchen, die man weder sehen noch erschlagen kann (zu klein) einen aber wenn man nicht aufpasst in eine wortwörtliche Buckelpiste verwandeln. Ihr solltet meine Füße sehen (Füße, nicht Beine, ich habe immer lange Hosen an um das Schlimmste zu vermeiden), die letzten zwei Nächte bin ich mitten in der Nacht aufgewacht weil die Stiche so verdammt gejuckt haben, dass ich meine Beine fast aufgekratzt habe.
Dann gibt es noch ein paar Kakerlaken, heute ist ernsthaft eine über mich gelaufen ( als sie meine Schulter erreicht habe konnte ich sie endlich wegwischen). Eine Tarantel habe ich auch schon gesehen, riesiges Vieh, richtig schön haarig. Aber das war es auch schon an Unannehmlichkeiten, außer vielleicht dass ich die Rezeption die nächste Woche immer um halb sieben bis sieben aufsperren muss. Wenn wir wieder zu zweit sind können wir uns abwechseln.
Die anderen Angestellten sind ganz nett aber ich kenne jetzt niemanden so richtig, außer vielleicht Raimiero, unseren Koch. Was der zaubern kann ist einfach göttlich, aber leider gibt es für Touristen und Angestellte verschiedenes Essen. Hin und wieder bleiben Sachen übrig oder er macht absichtlich zu viel, vor allem die Nachspeisen werden uns immer angeboten, aber normalerweise begnüge ich mich hier auch mit einer leicht abgewandelt und etwas luxuriöseren Variante von "Hühnchen mit Reis". Was das Frühstück angeht hat Lars mir eine alternative zum Angestelltenessen gezeigt (wer kann Reis, Fleisch uns vielleicht Spiegelei um 6 Uhr morgens essen?), wir warten immer bis die Touristen essen oder fertig sind und nehmen dann etwas von dem hausgemachten Brot (der Germzopf ist super) oder Omlett, Spiegelei, Müsli, was halt da ist.
Die Zeit vergeht einerseits schnell, bleibt gleichzeitig aber stehen. Ich fühle mich wie in einer Blase in der die Ausenwelt nicht mehr wichtig zu sein scheint. Jedes Mal wenn ich mit meinen Eltern oder Freunden rede kommen mir ihre Geschichten aus Europa surreal vor, wie kann die Welt so unglaublich abgefucked sein, wie kann so viel schief gehen, wenn ich hier in dieser Oase mitten im Dschungel bin, wie kann ich glaube dass es da drausen richtig rund geht wenn ich hier nur ruhe, frieden und gar langeweile spüre?
Es klingt unglaubwürdig und leicht seltsam, ich weiß aber nach ein paar Tagen hier habe ich das Gefühl langsam in eine Art schlaf zu versinken. Wie ich das genauer erklären soll finde ich schon noch raus, vielleicht fallen mir im Laufe der nächsten Tage bessere Worte ein.
Aber bis dahin kann ich meinen derzeitigen Gemütszustand mit drei kleinen Worten beschreiben die ich viel zu selten von mir gebe: Ich bin glücklich.
Und das ist gut so.
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