Der Himmel ist bewölkt, die Luft kühl, Sandfliegen umkreisen meine Arme, ein Leben ohne Juckreiz scheint in weiter ferne zu liegen. Es ist ruhig in der Lodge, vier Uhr Nachmittags, eine Gruppe Italiener kommt von der Tour zurück, sie schleichen durch das Gelände, geben kaum einen Mucks von sich und sehen aus als würden sie den Dschungel immer noch für eine Illusion halten. Kasabian begleitet mich durch den Tag, mir ist der Kontrast zwischen der Musik und meinem momentanem Aufenthaltsort bewusst aber nach zwei Wochen erscheint mir die Arbeit in einer Lodge im Amazonas normaler den je.
Man übernimmt die Routine der Angestellten, gewöhnt sich an das tägliche mit sich selbst kämpfen wenn der Wecker einen um 6:20 aus dem Schlaf reist. Aufstehen, anziehen, Gesicht waschen, Tür auf, Treppe den Angestelltenhauses hinunter, Rezeption aufsperren. Schlüssel aus dem Safe holen, Schränke aufmachen, Laptops anschalten, danach Artesanias auslegen, E-Mail checken, der Sonne dabei zusehen wie sie immer höher auf den Himmel steigt bis es um sieben endlich richtig hell ist.
Manchmal langweilt es, natürlich. Es gibt Tage die verfliegen, man merkt nicht, wie sie kommen und gehen, andere ziehen sich, ich sitze in der Rezeption, liege auf meinem Bett oder spaziere durch das Gelände, beobachte meine Uhr und bete der Sekundenzeiger möchte sich doch ein wenig schneller bewegen. Die letzten zwei Tage durfte ich übersetzen, mit zwei Deutsche und Suyu ging es auf eine fünf Stunden Wanderung durch den Dschungel, wir bauten ein Floss und besuchten eine einheimische Familie. Wir hatten Spaß, genug dass ich für meine Dienste neben der normalen Bezahlung sogar einen Abschiedscocktail erhielt, als Gegenleistung gab ich Tipps für die Weiterreise in Ecuador.
Am Wochenente ist Ostern, ich habe erst vor kurzem realisiert wie spät es schon ist, bald darf ich sagen schon seit sieben Monaten in Ecuador zu sein.
Vermisst man mich zu Hause?
Es wird ein Buffet geben, natürlich keinen Osterstritzel oder Geselchtes, aber hart gekochte Eier und Käse, vielleicht ein wenig Schinken, dennoch, ich warte darauf. Auch hier besteht meine Diät aus Hühnchen und Reis, nur dass sich der fehlende Sport bemerkbar macht. Ich bekomme Komplimente für meinen Hüftspeck, danke Ecuador.
Meine Urlaubspläne ändern sich täglich, es geht später los, Mitte April, dafür länger. Zehn Tage ohne Touristen in der Lodge? Das würde mich in den Wahnsinn treiben, da reise ich lieber, wenn es mir erlaubt wird.
Irgendwie wollen die Worte heute nicht. Ich suche und suche nach Geschichten, Eindrücken, Bildern die ich beschreiben kann aber mein Kopf ist leer. Da ist zu wenig, zu wenig Ausergewöhnliches, zu wenig dass ich nach all der Zeit in Ecuador noch nicht kenne. Es ist ein einfaches Leben, aber eines das mir Spaß macht.
Irgendwie wollen die Worte heute nicht. Ich suche und suche nach Geschichten, Eindrücken, Bildern die ich beschreiben kann aber mein Kopf ist leer. Da ist zu wenig, zu wenig Ausergewöhnliches, zu wenig dass ich nach all der Zeit in Ecuador noch nicht kenne. Es ist ein einfaches Leben, aber eines das mir Spaß macht.
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