Um
halb eins startete ich gestern aus Arosemena los, bei strahlendem Sonnenschein
und Hitze die mich fast erdrückte. Gibt es etwas besseres als bei 35° in einem
vollgestopften Bus zu sitzen?
In
Tena musste ich dann erst einemal den richtigen Busbahnhof finden (klingt
einfacher als es ist), Ticket kaufen und warten. Ich habe ja die leicht
dämliche Angewohnheit immer viel zu früh zu sein, dann wartet man teilweise halt mal
zwei Stunden auf einen Bus.
Die
Busfahrt war unspektakulär, irgendwann, nach guten 1 ½ Stunden wurde mir erklärt ich sei da und
könne aussteigen. Dazu eine kleine Erklärung, ich bin schon einige Zeit
in Ecuador, war schon öfters im Dschungel unterwegs, habe kleine Dörfer besucht (oder gar dort gelebt) und weis, dass man den Busfahrern normalerweise
vertrauen kann. Hätte ich diese Erfahrungen nicht gemacht wäre mir beim
verlassen des Busses ziemlich mulmig zumute gewesen.
Einfach gesagt, da war nichts.
Einfach gesagt, da war nichts.
Ein
Stück Straße im nirgendwo, eine kleine Bushaltestelle und ein Schotterwegs der
nach links führte. Als ich meinen Rucksack aus dem Bus holte merkte ich nur wie
mich unzählige Menschen aus dem Fenster aus anstarrten, wieso auch nicht, ich
würde mich auch fragen was die Europäerin hier, mitten im Nichts, bitte tun
will.
Egal,
ich machte mir wenig bis gar keine Sorgen, einfach den Schotterwegs
hinaufspaziert, und siehe da, zwei Häuser. Dort erklärte man mir gleich ich
solle zum “Steg” und dort auf das Kanu warten. Die Anlegestelle war nicht viel
mehr als ein Stein zu dem eine Treppe führte. Sehr minimalistisch.
Ich
wäre fast in einen Lachkrampf ausgebrochen, die Situation kam mir doch sehr
absurd vor. Irgendwie wurde ich aber auch von Vorfreude gepackt, die
Vorstellung in eine Lodge im Dschungel zu gehen, einem Ort an dem es zumindest
meistens ruhig und entspannt ist... manchmal braucht man das wohl einfach.
Nach
zehn Minuten warten sah ich dann in der Ferne ein Kanu, groß, hätten gut 15
Leute Platz gehabt. Eine Frau stieg aus, stellte sich gleich in deutsch vor (hab
ihren Namen natürlich sofort vergessen) und verabschiedet sich wieder.
Am Wocheende arbeiten niet viele.
Also
ins Boot und gute 10 Minuten Flussabwärts. Die Lodge ist eigentlich sehr
luxuriös, zumindest dafür, dass sie doch recht im Dschungel liegt. Es gibt
einen großen “Aufenthalts bzw Essraum” der offen aber überdacht ist. Dahinter
die Bar, davor die Rezeption. Hier gibt es Internet, aber kein Wifi (Laptop
umsonst mitgenommen, kommt in meiner ersten Urlaubswoche wieder nach
Arosemena). Auserdem Strom, wir haben im Gegensatz zu den Touristen sogar in
den Zimmern elektrizität. Zwei Macs, einen Drucker, jede Menge Mappen, Zetteln
und Ordner, Kunsthandwerk das vollkommen überteuert verkauft wird, weiter hinten
einen kleinen Raum für Leinetücher, Kerzen und anderen Kleinkram sowie eine
wirklich große und schöne Küche. Das Personal habe ich noch nicht vollständig
kennengelernt, die Namen zu merken ist wieder einmal eine Herausforderung
(auser bei Juan oder Angel, warum können nicht alle so simple Namen haben?).
Ich habe ein Zimmer im Angestelltehaus, einfach aber recht schön. Eine super
bequeme Matratze, glaube bisher die Beste in Ecuador, ein eigenes Bad, sogar mit
fließen und warmen Wasser, zwei Regale, eine Wäscheleine. Die werde ich aber
nie benutzen, wie mir erklärt wurde schimmelt hier so ziemlich alles irgendwann
(ich hoffe inständig das meine Rucksäcke verschont bleiben) also die Leinen im
Freien verwenden.
Auser
mir gibt es noch einen anderen Freiwilliges, Lars, aus Deutschland, auch 19,
schon seit 1 ½ Monaten hier, bleibt auch noch eine Weile. Eigentlich sollte er
mich ja einarbeiten, geht aber in Urlaub, macht jetzt also irgendwer anderes.
Was solls, ich vertraue dem ganzen einmal, wenn ich Ecuador eines gelernt habe,
dann das alles schon irgendwie klappen wird ;)
Zumindest
meistens.
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