Sonntag, 1. November 2015

Quito - Tag 2 Auf 4000m und Sushi essen

Tag 2 in Quito und ich liebe die Stadt immer mehr. Allein die kulinarische Vielfalt, von Arosemena bin ich nichts anderes als Hühnchen und Reis gewohnt, etwas extrem ausgedrückt. In Tena gibt es minimal mehr, ein paar Pizzerias, einen Chinesen, aber die Mehrheit der Menschen ernährt sich auch hier von Reis. in Quito bekommt man alles, logisch, ich befinde mich ja auch in einer Großstadt und keinem Kaff. Heute hatte ich das wohl beste Sushi meines Lebens (hier muss angemerkt werden, dass ich meine liebe für Sushi erst dieses Jahr entdeckt habe, also viele Vergleichsmöglichkeiten gibt es nicht) und für die nächsten Tage habe ich mir das Versprechen gegeben von jeglichem ecuadorianischen Essen so fern wie möglich zu bleiben. Außer Empanadas, die sind einfach zum niederknien. Sonst muss ich noch einmal Burger, Asiatisch (egal was), Waffeln oder Pancakes frühstücken und vielleicht noch einmal Pizza.

Der Tag begann mit einkaufen, Anna und Juan fahren morgen für 2 Wochen auf Urlaub in die USA, da muss einiges erledigt werden. Ich stand ein bisschen mit Juan in der Schlange vor der Bank an, bin dann aber zum Supermaxi, sprich großer Supermarkt. Meine Ausbeute war nicht sonderlich groß, Schwarztee, kandierte und in Sesam gewälzte Mandeln (*___*) und Kinderschokolade, hier wurde ich einfach nostalgisch. Jedenfalls hat mir dieser Markt einmal öfters gezeigt, dass es in Ecuador sehr wohl alles gibt, ich aber einfach am A**** der Welt wohne. Dennoch, einige Lebensmittel sind extrem überteuert, für ein paar hundert Gramm Nüsse muss man locker 10-15$ hergeben!
Danach haben wir einen Freund von Anna und Juan, Mauricio, abgeholt. Dieser hat heute Geburtstag, stieg auch relativ übermüdet ins Auto. Anschließend ging es zum TelefériQo, einer Seilbahn die auf etwas mehr als 4000 Meter höhe auf die Ostseite des Vulkans Pichincha hinaufführt. Die Aussicht von dort oben ist einfach der Wahnsinn, Quito ist riesig und vor allem lang. Nicht rund, wie die meisten Großstädte, sondern ewig in die Länge gezogen. Ein bisschen herumspaziert, dann kamen die Wolken und der Regen und wir sind wieder hinunter.




Weiter, Sushi essen. Es war zwar verdammt teuer, aber so gut. Ich glaube ich war noch nie so glücklich über Essen. Aber nicht nur dass, der ganze Tag hat einfach unglaublich viel spaß gemacht. Einerseits ist es total schön einmal wieder mit einer Österreicherin quatschen zu können, aber auch Juan und Mauricio sind super. Es ist so angenehm wieder ein bisschen ernsthaftere Gespräche zu führen, man merkt schon, dass die Leute in Quito einfach mehr sind wie bei uns, mehr Ahnung von der Welt haben. Über ein paar Geschichten aus Arosemena, wie der Autofahrstiel oder das nur mit Löffel essen, haben die sich genauso amüsiert wie ich. Das war glaube ich, dass erste Mal in Ecuador, dass ich mit Leuten genau so geredet habe wie ich es zu Hause tun würde, nur halt in einer anderen Sprache. Und nie peinliches Schweigen, gezwungener Smaltalkt, keine dämlichen Fragen ihrerseits und kein rumgestottere meinerseits. Einfach nur entspannte, unterhaltende und anregende Gespräche. Und verdammt gutes Essen. Was will man mehr?

Jedenfalls hat mir der Tag klargemacht, dass ich bis Dienstag hierbleiben werde. Bis heute war ich nicht so sicher, zwei Tage allein in Quito? Aber jetzt schmerzt eher der Gedanke wieder nach Arosemena, ins Nichts, wo es keine Menschenmengen, keinen vertrauten Straßenlärm, keine Geschäfte, Supermärkte, Einkaufszentren, internationale Restaurants oder Kinos gibt, zurückzukehren. Ich bin und bleibe ein Stadtmensch.
Eine weiter super Nachricht ist, dass Anna und Juan auch wanderbegeistert sind. Also mit ein bisschen Glück und Zeitmanagement kann ich vielleicht einmal mit ihnen über ein Wochenende einen Berg erklimmen. Also ohne schummeln auf über 4000m. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen