Montag, 30. November 2015

Updates, Zukunftspläne und Altagsgedanken

Ich bin jetzt seit drei Monaten in Ecuador. Wahnsinn, eigentlich. Irgendwie weiß ich immer noch nicht richtig ob es mir hier gefällt oder nicht. Zwar bin ich nicht soweit zu sagen, dass ich sofort wieder nach Hause will aber für immer hier bleiben? Ähm, jaaa... eher nicht. Ich habe immer noch den Verdacht, dass viele der Dinge die mich stören/fehlen einfach an der Region liebe. Landleben ist wohl nichts für mich und das Klima hier macht mich teilweise Wahnsinnig. 
Natürlich kann ich nicht alles schlechtreden, die Natur zum Beispiel ist der Wahnsinn. Das Bergpanorama in der Ferne, der Regenwald, die Flüsse, es ist zum niederknien. Auch die Leute sind großteils wirklich super, so viel offener und kommunikativer als bei uns. Natürlich nicht alle, ich habe die Erfahrung gemacht dass Kinder und Erwachsene (also ca 25+) am besten zum reden sind, sich auch am einfachsten in Gespräche verwickeln lassen.
Was ich mit all dem sagen will, es war garantiert kein Fehler nach Ecuador zu kommen, viele Dinge hier gefallen mir, die Landschaft, das Essen, die Menschen, aber einiges stört oder ist einfach nichts für mich. Sollte ich zurückkommen, dass nicht hierher. In eine größere Stadt, am besten in den Bergen. Aber einmal etwas komplett anderes hat schließlich auch was, oder?

In der nächsten Zeit habe ich immerhin einiges vor. Übernächste Woche geht es für 5 Tage nach Yasuní, ist ein Nationalpark weiter im Norden, bei Coca. Laut Reiseführer, und auch Erzählungen, soll er wunderschön sein und zu den Besten Ecuador gehören. Ein Freund von mir, Touristenführer, fährt mit einer Gruppe Studenten dorthin und nimmt mich mit. Ich hoffe wirklich das klappt, je mehr ich über Yasuní erfahre desto dringender will ich den Nationalpark sehen. Sowieso, mehr von Ecuador entdecken steht ganz oben auf meiner to-do Liste.
Dann ist bald Weihnachten aber mittlerweile denke ich, dass das relativ unspektakulär wird. Ebenfalls durch die ländliche Umgebung ausgelöst (in den Großstädten ist es wieder anders) merkt man davon gar nix. Vielleicht zwei/drei Häuser haben ein paar Lichterketten aufgehängt, hin und wieder sieht man Plastikbäumchen mit ein bisschen Schmuck (echte gibt es nirgends) aber Weihnachtsmarkt, Weihnachtstimmung oder Kekse kann man vergessen. Wenn ich das Datum nicht kennen würde wäre mir nicht aufgefallen dass wir uns heilig Abend nähern. Im großen und ganzen keine Tragik aber mir fehlen die Kekse. Kekse, Waffeln vom Adventsmart und Punsch. Obwohl, bei dem Wetter würde ich wahrscheinlich eh nur schwer in die richtige Stimmung dafür kommen.
Dann am 30.12 kommt meine Mama nach Ecuador :DDDDDD
Ich kann gar nicht sagen wie sehr ich mich darauf freue. Zu Silvester sind wir dann in Quito, danach heißt es bis zum 15.01 durch Ecuador reisen. Erst nach Cuenca, und mehr geplant haben wir noch nicht. Wird wahrscheinlich spontan, aber auf jeden Fall wandern. Ich vermisse die Berge.
Und noch eine Kleinigkeit, ich habe jemanden kennegelernt, der in Tena Karate macht. Vielleicht schaffe ich es ja einmal mitzukommen. Das wäre super, ich vermisse Karate.

Gibt es sonst noch etwas zu berichten? Ich war am Samstag mit ein paar Leuten aus der Familie am Fluss, die Jungs haben im Wald "Krieg" gespielt (ich kam mir vor wie in der Volksschule als auch immer alle mit Stöcken als Waffen durch den Wald gerannt sind) und wir Mädels haben gekocht. Jaja, Klischees schon klar, aber in diesem speziallen Fall hat es mir nichts ausgemacht. Ich konnte nämlich den kompletten Prozess von schlachten, über Federn ausrupfen, zu ausnehmen und zerschneiden zweier Hühner betrachten. Gut, dass ich weder Vegetarier bin noch an Tieren hänge, geholfen habe ich nämlich logischerweise auch. Es ist wirklich interessant so etwas einmal zu beobachten, wir kaufen das Fleisch ja immer nur argebackt im Supermarkt, da denkt niemand darüber nach was das für eine Arbeit ist. Außerdem kann man die Tiere so auch wirklich wertschätzen.
Am Freitag gab es irgendein Fest der katholischen Kirche. Nachmittags fand eine Art Prozession statt bei der verschieden Gruppen von Tänzern durch das Dorf gezogen sind, am Abend Feuerwerk, Feuer und Musik. Ganz nett, ich hab das mit ein paar Leuten die ich durch Zufall am Nachmittag kennengelernt habe (stehe am Straßenrad wegen Parade, plötzlich fragt wer "willst du dich nicht setzten?") angeschaut. Es war ganz lustig, und ich habe irgendwie jede Menge Essen geschenkt bekommen. 
Samstag gab es dann eine Art "Kultur Nacht", wieder mit Tänzen und Gesang. Ganz nett aber auch ein bisschen fad, Leute beim singen zu zuschauen ist nicht so meins. Dafür war das Fortgehen danach wirklich lustig. Ok, ja Dorfdiscos haben was. Ich hätte nie gedacht, dass einmal zu sagen ;)

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