Quito, Quito, Quito. Ich liebe Quito. Oder liebe ich es einfach wieder in einer Stadt zu sein? Oder Berge zu sehen? Als ich gestern, irgendwann während meiner fast 6h fahrt von Tena nach Quito, anfing meiner Umgebung mehr Aufmerksamkeit zu schenken habe ich das erste mal seit ich in Ecuador bin so richtig Heimweh bekommen. Die Anden sind der Wahnsinn und so wunderschön. Die Berge, die Landschaft, es erinnert mich einfach an zu Hause. Jaja, das Oriente ist super, die Landschaft ist auch zum niederknien, aber ich gehöre einfach mehr in die Berge. Hätte ich es mir aussuchen können, ich wäre in die Anden gegangen, in eine Großstadt. Der Moment der mich dann wirklich gespalten hat, ein Teil der vor Freude fast aus seinem Sitz sprang, ein anderer der in eine tieferMelancholie versank, kam als zwischen den Bergen, während die Sonne unterging, plötzlich ein verschneiter Berggipfel auftauchte. Schnee... Ich vermisse die Berge einfach.
Ich bin jetzt für ein paar Tage hier, in Quito. Zufälle haben mich hierhergeführt, die Tochter einer Freundin meiner Oma wohnt hier. Eine andere Österreicherin, Anna, deutsch sprechen tut gut. Außerdem gab es heute Strizel, selbstgemacht. Ein Traum.
Leider fahren sie und ihr Freund am Sonntag für zwei Wochen in Urlaub, wenn ich also wirklich bis Dienstag hier bleibe bin ich 2 Tage allein. Aber was solls, heut Stadt erkunden hat auch geklappt. Um 9 außer Haus, die Sonne ausnutzen. Als erstes bin ich auf die Basílica de Voto Nacional, ein Kirche mit einem Turm der etwas speziell zu erklimmen ist. Belohnt wurde ich mit einer Wahnsinnsaussicht die ich durch die Uhrzeit sogar fast für mich hatte. Außerdem war da plötzlich die Erkenntnis, dass alleine Reise eigentlich etwas hat.
| Die Kirche von innen |
| Gibt immer Leute die Fotos machen :) |
| Jemand sollte die Uhren einmal stellen |
Danach ging es in die Innenstadt, zum Plaza Grande, ein paar wichtige Gebäude anschauen, Stadtplan organisieren. Dann weiter, die Straßen der Altstadt entlang, Überall Autos, Taxis, Straßenlärm, Menschen, so viele Menschen. Überall Staßenverkäufer, es gibt Süßigkeiten, Nüsse, Obst, Kleidung, Kaffees und Restaurants an jeder Ecke, Souvenierläden, Kirchen, Museen. Alles so belebt, alles scheint zu vibrieren. Das war der Moment in dem mir klar wurde, dass ich auf dauer nicht am Land leben kann. Niemals. Ich liebe den Lärm, ich liebe die Menschen, ich liebe es die Lebhaftigkeit. Also weiter die Straßen entlang, all die typischen Ziele abklappern, Plaza de San Francisco, La Ronda, weitere Kirchen. Ich habe es einfach genossen, die Stadt in mich aufgezogen, mir kandierte Kokosnuss und später Eis in einem unglaublich netten kleinen Eisladen um 35c (!) gekauft, dann noch eine Empanada Verde, weil wenn schon denn schon.
| Ja auch hier gibt es Tauben |
Die Menschen sind hier zwar verschlossener als im Oriente aber auf eine angenehme Art und Weiße. Heißt: du wirst nicht ständig angequatscht aber auf Anfrage hilft dir jeder weiter, wenn man Spanisch spricht werden die Meisten enthusiastisch und fangen an zu quatschen, so habe ich einige interessante Unterhaltungen hinter mir. Dennoch, ich bin nicht naiv. Ich weiß, dass Quito nicht nur friedlich ist, all die Leute die mir das immer wieder eingeschärft haben können stolz auf mich sein, ich bin wie ein braver Tourist den ganzen Tag mit dem Rucksack vor meinem Oberkörper herumgelaufen.
Irgendwann war die Altstadt dann erforscht also bin ich in Richtung Norden spaziert, habe mir einen Park gesucht, mir eine Art Obstsalat gekauft (Papaya, Banane und Wassermelone in einer roten, supersüßen und leckeren Flüssigkeit) und in meinen Reiseführer nach allen wichtigen Infos über Quito und Ecuador durchforstet. Danach noch zum Kunsthandwerksmarkt, dunkle Schoko mit Feigen und Armbänder gekauft. Für mehr war kein Geld mehr da, muss ich aber wieder hin.
Und damit sind wir dann beim Martina-typisch tragisch-komischen Ende der Geschichte. Ich war unfähig nach Hause zu finden. Dazu muss man sagen, dass ich das Haus mit Annas Freund Juan im Auto verlassen habe, es also noch nie richtig von außen gesehen hatte. Nachdem ich dann irgendwo endete habe ich mithilfe von ein paar netten Leuten ein Taxi gefunden (nicht leicht, es fing nämlich an zu regnen) und bin zu Anna ins Büro gefahren. Ein bisschen warten, Zeitung lesen, Colada Morada trinken und pan essen (ist ein typisches Getränk für Allerseelene, gibt es gerade überall hier. Besteht aus dunklem Maismehl mit ganz viele Früchten, unter anderem Brombeeren, Erdbeeren und Ananas. Seeerh lecker. Das Brot hat normalerweiße die Form von einer Figur/Menschen) und dann ab nach Hause.
Ich freu mich auch Morgen.
| Colada Morada Leider ist der Kopf von dem Brot-Menschen schon weg :/ Österreich ist in der Zeitung, leider nicht im Guten. |
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