Montag, 23. November 2015

Alltägliche Kleinigkeite #3

Teil drei, auch wenn mir langsam die Alltäglichkeiten ausgehen. Oder wird das Leben hier langsam einfach Alltag für mich?

  • Jeder hat Facebook. Ich meine damit nicht "jeder unter 30", auch nicht "jeder besitzt ein Profil", sondern "jeder hat und verwendet diese langsam alt werdende Social Media Plattform". Von den zig Mitgliedern meiner Gastfamilie, zu allen Lehrern, zufälligen Bekanntschaften, Schülern, ob alt oder jung. Und sie posten, ständig, über alles und nichts, und immer mit Fotos. 
  • Das ich groß bin ist kein Geheimniss. Auch für österreichische Verhältnisse war ich, für eine Frau, immer ein bisschen über dem Durschnitt. In Ecuador ist es prinzipiell dasselbe, nur extremer. Ich habe bis jetzt noch keine Frau getroffen mit der ich, ohne Absatzschuhe ihrerseits, auf Augenhöhe bin, geschweigeden jemanden der meine 1,75 m übertrumpft. Die meisten Männer sind entweder kleiner oder überragen mich um ein paar Zentimeter. Natürlich gibt es ausnahmen, einige der Jungs hier sind auch ganz schön riesig.
    Aber nur um einen wirklich Vergleich herzustellen, heute habe ich mit Sonnia über Schuhgrößen diskutiert, mit meinen 41 bin ich hier sowieso auf der Verliereseite. 37 werden für eine Frau schon als groß angesehen. Anderes Beispiel, als ich erzählte, dass mein Vater irgendwo zwischen 1,85 & 1,89 m liegt war die allgemeine Meinung nur "Verdammt, so groß?", als ob das das Maximum wäre.
  • Es gibt keine größeren Geldscheine als 50$, obwohl diese auch schon extrem selten sind. Meistens gibt es nur 5,10&20 Scheine, was größeres wird oft nicht angenommen. Banktomaten spucken alles in 10 & 20 aus, als ich Geld für mein Visa holte war ich somit im Besitz eines richtig schön fetten Bündel an Geldscheinen. Manchmal haben sie aber schon Schwierigkeiten 20 anzunehmen, oder anders gesagt zu wechseln. Für den Alltag verwenden die meisten einfach Münzen, ich wusste gar nicht dass es 1$ Münzen gibt.
  • Jeder hat einen Gasherd, zumindest in Arosemena, Quito ist natürlich eine andere Geschichte. Jedenfalls hat mir das zuerst einmal einfach nur Angst gemacht. Einen Gasherd an zu machen ist gefährlich, und wehe du vergisst das Gas richtig abzudrehen. Mittlerweile hab ich den Dreh raus aber letzten erklärte mir Sonnia, dass sie es nicht mag wenn ich den Herd bediene. Sie hat Angst weil ich mich da ja nicht auskenne. Tee und gelegentlich ein Ei zum Frühstück mach ich trotzdem. 
  • Erika, eine der Töchter von Edwin und Sonnia hat schon selbst ein kleines Mädchen, Anna Paula, ist ca 1 1/2. Die Kleine ist einfach so niedlich *__*. Und ich erlebe glaub ich, dass erste Mal wie schnell sich Kinder entwickeln. Als ich ankam war sie noch ein stilles Baby dass mit großen Augen die Welt betrachtete und gelegentlich herumschrie. Heute rennt sie wie ein kleiner Wirbelwind durch das Haus, brabelt vor sich hin (jedes Mal wenn sie mich sieht sagt sie "Hóla" oder "Hello"), es ist einfach richtig faszinierend. Ich weiß, nichts Ecuador exklusives aber erwähnenswert.
  • Frühstücke am Wochenende können, für österreichische Standards, relativ schräg werden. Es wird späte (10-11:30) gegessen, oft nicht nur die Familie im Haus sondern viele mehr. Heute gab es zB gekochte Kochbananen mit Hühnchen, irgendeiner super Soße, Papaya (weil die sonst schlecht wird) und Pan, also Brot. Andere Beispiele wären Chifles (frittierte Kochbananenscheiben) mit Tunfisch (oh ja, das is verdammt geil), einfach Reis mit Hünchen, ein Kochbananenpüree, einmal auch Kuhleber mit den üblichen Beilagen, oder Kartoffeln mit einer Zwiebel/Tomaten/Paprika/Ei-Soße. Also nix brunchen wie bei uns. Finds außerdem immer noch lustig, dass man hier zwei Esslöffel Zucker in den Kaffee aber Marmelade? Viel zu süß, das geht mal gar nicht.
  • Das Auto wird hier, meiner Meinung nach überstrapaziert. Ob in Tena, einer Stadt in der man in guten 30 min vom einem ans andere Ende spazieren kann, immer sofort Taxis gerufen werden oder ein 3 Minuten Fußweg in Arosemena mit dem Auto gemacht wird. Und wenn nicht Auto dann Moped oder Motorrad, die haben übrigens fast alle. Klar, sind ja auch am Land, da kann ich das nachvollziehen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen