Seit gefühlt Wochen war es das Gesprächsthema „OMG Nicky Jam kommt nach Puyo und Tena, da MUSS ich hin“. Ich in meiner „nicht-Südamerikaner-seienden“ Naivität wusste nicht einmal wer das sein sollte, bis ich darüber aufgeklärt wurde, dass Gefühlt ein Drittel aller Songs in den Diskotheken hier von ihm stammen. Und „Te busco“, seiner momentan Hitsingle, kann man sowieso nicht aus dem Weg gehen. Zwar habe ich das Lied noch nie von mir aus angehört, kann es aber dennoch bald auswendig.
Jedenfalls ist Nicki Jam hier
eine riesen Nummer, kommt aus der Dominikanische Republic, ist in ganz Südamerika einer DER
bekanntesten Sänger. Er macht Reggaeton, eine Hip Hop – Elektronik Mischung mit jede
Menge lateinamerikanischer Einflüsse, spielen sie hier immer beim Fortgehen,
ist super zum Tanzen (1000 Mal besser als der Mist der bei uns teilweise
gespielt wird) und nicht, wie ich es natürlich anfangs gemacht habe, mit Reggae zu verwechseln.
Jedenfalls hat besagter, Nicki
Jam gestern in Puyo gespielt, gratis! Wenn man Busfahrt, Geld für Bier und Essen, Taxi usw wegrechnet, versteht sich. Andrés wollte hin, ich habe mich einfach dreist angehängt,
und bin mit ihm und zwei weiteren seiner Freunde mit dem Bus nach Puyo. Die
Stadt hat ca. die Größe von Tena, laut Reiseführer, wirkt aber größer. Mit dem
Bus ist man eine gute Stunde unterwegs, keine Tragik. Ich mag Puyo, irgendwie
ist mir die Stadt viel sympathischer als Tena, obwohl ich immer noch nicht
herausgefunden habe warum zur Hölle mich Tena so abstößt. Vielleicht das Klima?
In Puyo ist es angenehm „kühl“. Jedenfalls sind wir vom Busbahnhof gleich zum
Konzertgelände, wie mir nämlich erklärt wurde fand alles im Rahmen einer
größeren Veranstaltung statt. Ich weiß nicht genau was es zu feiern gab, das Ganze
hat mich ein bisschen am mini-Festival erinnert, ein größeres Gelände, eine
Bühne, von 3 Uhr Nachmittags weg Musik, jede Menge Essenstände (was aber
typisch für Ecuador ist) und Bier. Nicht anders als bei uns, nur dass man in
Österreich eine größere Auswahl an Getränken hat, hier gab es Pilsener, Pilsener
Light und Club. Standardangebot. Ich bin immer wieder überrascht wie wenig Geld
man hier für Bier bezahlen muss, ja bei uns kann man es im Supermarkt auch um 1
Euro kaufen aber bei einem Konzert? Vergiss es. Hier zahlte man für ein bisschen
mehr als einen halben Liter 1,50 $. Sonderlich gut schmeckte es meiner Meinung
aber nicht, ich bevorzuge Pilsener, nicht weil es (noch) billiger ist sondern
weil es weniger Eigengeschmack hat. Ist ein Bier das unglaublich fad
und nichtssagend schmeckt, aber so wird es wenigstens nicht ekelig (das Problem
hab ich immer mit Bier).
Als wir ankamen spielte gerade
eine Gruppe die, wenn ich jetzt nicht mit dem Namen danebenliege, Bachata Musik
machte. Ist ein Tanz, glaub relativ populär, kann ich mittlerweile ein
bisschen. Innerhalb von wenigen Minuten erspähte Andrés seinen Cousin Marco mit
weiteren Freunden, später kamen noch mehr Leute dazu, ich bin ehrlich, Namen
kenne ich immer noch nicht viele. Schlussendlich endete ich, wie eigentlich
fast immer wenn ich hier fortgehe, als einziges Mädchen in einer relativ großen
Gruppe von Jungs. Aber was solls, mit irgendwem versteh ich mich immer.
Wir haben uns ein bisschen nach
vorne gekämpft, linker Rand, praktischerweise fast genau neben einem Bierzelt.
Und dann wurde ich ausgeraubt. Rückblickend war die ganzen Situation einfach
nur unglaublich absurd. In einem Moment war meine kleines Geldbörschen in
meiner Hosentasche, ich beschloss aus irgendeinem Grund den Großteil meines
Geldes herauszunehmen und in eine andere Tasche zu stecken, und dann plötzlich
war es weg. Also meine Geldtäschchen. Keine Tragik, enthalten waren nur 5$ und
eine Kopie meines Reisepasses aber um die Tasche tut es mir leid, die hatte ich
echt gern. Das ganze kam so plötzlich und unerwartet dass ich nicht einmal Zeit
hatte um Panik zu bekommen, wenn ich zurückdenke war ich wohl eher
belustigt.
Aber wer hat schon Zeit auf einem
Konzert einer gestohlenen Geldtasche hinterherzutragen? Als nächstes betrat
eine Gruppe die Bühne die mahr Komiker als Musiker waren. Hin und wieder coverten
sie Rockklassiker, aber eigentlich bestand ihre Show hauptsächlich aus Witzen
und Gewinnspielen. Während diese Spezialisten versuchten die Menge zu
unterhalten, begannen die Konzertbesucher an etwas, meiner Meinung nach, extrem dämliches
zu tun. Irgendjemand hatte die geniale Idee sich auf einen Hocker, den man um 2,50$
kaufen konnte, zu stellen um besser zu sehen. Dann noch einer, und
noch einer, plötzlich baute sich vor uns eine unüberwindbare Wand von Menschen
auf Sitzhockern auf. Um weiter die Show betrachten zu können kauften immer mehr Leute
Hocker, und innerhalb von einer halben Stunde befand sich fast das gesamte
Publikum einen halben Meter über dem Boden. Endresultat, die gleiche Situation
wie zu Anfang da schlussendlich alle wieder dieselbe Größe hatten. Ich weigerte
mich zuerst einen Stuhl zu kaufen, später bekam irgendein Mann mit zwei
Kindern, dessen Frau das Spektakel relativ schnell verlies, Mitleid mit mir und
bot mir ihren Stuhl an. Aber hey, immerhin haben sich die Stuhlverkäufer eine
goldenen Nase verdient.
Als nächstes kann ein DJ der die
üblichen Party-Songs abfeuerte, heißt eine Mischung aus den bekanntesten Englischen
elektronummern gemischt mit jede Menge spanischer Musik, hauptsächlich Reggaeton.
Hier hören die Menschen zu 90% nur spanische Musik, würde ich schätzen, kann ja auch keiner Englisch. Danach Pause und dann die eigentlich Vorband, Audi. Man schreibt ihn anders, er kommt aus Ecuador, macht Rap. Zu meiner Überraschung kannte ich sogar einige Lieder. Als ich versuchte Mauricio, ein anderer irgendwie entfernt Verwandter von Andrés zu erklären, das Audi auch eine Automarke ist erntete ich nur fragende Blicke. Danach war dann erst einmal lange Pause, ich schwöre wir haben mindestens eine Stunde, wenn nicht zwei auf Nicky Jam gewartet. Und wie vertreibt man sich die Zeit? Bier kaufen, wobei es immer lustig war die Diskussionen mitanzuhören wer jetzt gehen muss, tanzen, Musik wurde ja immer noch gespielt, Toiletten suchen, was sich als Odyssee herausstellte. Irgendwann schaffte es der Hauptakt dann doch auf die Bühne, und ich gestehe, es war verdammt lustig. Grundsätzlich der ganze Abend, diese Musik ist einfach zum Tanzen gemacht. Schade nur dass wir alle auf Plastikstühlen standen, sonst hätte man auch springen können. Um mich herum wurden die Leute immer lustiger, die Musik immer lauter, und als dann all die (hier) bekannten und populären Lieder gespielt wurden gab es eigentlich kaum Leute die nicht jede Textzeile aus voller Kehle mitsangen. (Ich hab es zumindest versucht)
Hier hören die Menschen zu 90% nur spanische Musik, würde ich schätzen, kann ja auch keiner Englisch. Danach Pause und dann die eigentlich Vorband, Audi. Man schreibt ihn anders, er kommt aus Ecuador, macht Rap. Zu meiner Überraschung kannte ich sogar einige Lieder. Als ich versuchte Mauricio, ein anderer irgendwie entfernt Verwandter von Andrés zu erklären, das Audi auch eine Automarke ist erntete ich nur fragende Blicke. Danach war dann erst einmal lange Pause, ich schwöre wir haben mindestens eine Stunde, wenn nicht zwei auf Nicky Jam gewartet. Und wie vertreibt man sich die Zeit? Bier kaufen, wobei es immer lustig war die Diskussionen mitanzuhören wer jetzt gehen muss, tanzen, Musik wurde ja immer noch gespielt, Toiletten suchen, was sich als Odyssee herausstellte. Irgendwann schaffte es der Hauptakt dann doch auf die Bühne, und ich gestehe, es war verdammt lustig. Grundsätzlich der ganze Abend, diese Musik ist einfach zum Tanzen gemacht. Schade nur dass wir alle auf Plastikstühlen standen, sonst hätte man auch springen können. Um mich herum wurden die Leute immer lustiger, die Musik immer lauter, und als dann all die (hier) bekannten und populären Lieder gespielt wurden gab es eigentlich kaum Leute die nicht jede Textzeile aus voller Kehle mitsangen. (Ich hab es zumindest versucht)
Nach ca. 1 ½ Stunden war es dann aus, eine riesige Menschenmasse bewegte sich auf den Ausgang zu und ich hatte Mühe die Gruppe nicht zu verlieren. Nach ewigem durch die Stadt streifen, Bekannte begrüßen, und zig Erklärungen meinerseits, dass ich in keine Disco hineinkomme weil mir meine Reisepasskopie geklaut wurde endeten wir im Busterminal. Ich war dafür aber nicht der einzige Grund, schlussendlich war es einfach zu spät (unter der Woche sperrt hier alles um 1 zu). Mit dem Bus hatten wir dann aber auch Pech, man wollte uns nicht mitnehmen und so überredeten wir irgendeinen Taxifahrer, wohl ein Freund von Marco, uns für 30$ nach Arosemena zu fahren. Die Gruppe löste sich auf, wir quetschten uns zu siebent in das Auto, und irgendwann um 3 Uhr in der Früh landete ich im Bett.
Heute um 8 aufgewacht, habe Mittwoch glücklicherweise erst später Unterricht. Andrés geht heute gleich noch einmal Nicky Jam Konzert, nur diesesmal in Tena. Ich verzichte, erstens hab ich keine Eintritskarte (kostet hier ganze 5$) und zweitens bezweifel ich, dass ich mit 5h schlaf sonderlich weit komme.
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