Dienstag, 1. September 2015

Anreiseodysseen


Mein Laptop funktioniert wieder, was gibt es schöndere? Wahrscheinlich 10.000 Dinge aber die lass ich momentan einmal ausen vor. Hier mein bericht über die etwas komplizierte Anreise.

Wie schafft man es eine sowieso schon aufregende Reise nach Ecuador zu einer wahren Odyssee zu machen? Indem man Ich ist, ja schlussendlich verwundert mich die ganze Situation nicht einmal sonderlich. Wem allein um die halbe Welt reisen nicht genug ist sollte es mir einfach gleichtun, ich rate zwar nicht dazu aber zumindest bleibt eine garantiert nie langweilig werdende Geschichte übrig.

Gefühlt die halbe Welt wusste wann ich nach Ecuador fliege. Die üblichen Verdächtigen wie Familie und Freunde, aber auch bis hin zu den Mitgliedern meines Karatevereins oder meiner alten Spanischlehrerin. Nur wem habe ich ein falsches Datum gesagt? Wer dachte ich komme am 29 September? Genau, meine Gastfamilie!
Unmöglich zu entschieden wer überraschter war; ich die am Flughafen in Quito stand oder Edwin der mich erst in einem Monat erwartete. Seltsamerweise war mir nicht einmal zum Heulen zumute, ich stand eher kurz davor in einen Lachkrampf auszubrechen. So typisch, oder? So etwas musste ja mir passieren. Nach 19h, weiteren Abschiedstränen in Wien, einer U-Bahn fahrt in Madrid (der Flughafen ist absolut gewaltig) und 11h in einem Flugzeug  zu realisieren, dass man noch irgendwie mit dem Bus nach Tena fahren muss weil mach nicht in der Lage ist Facebook Nachrichten öfters zu lesen. Ja das bin ich. Kurz gesagt, es hat einwandfrei funktioniert, nicht zuletzt weil man als Europäerin, die eindeutig verloren in der Gegend herumirrt, auf der Suche nach einer bestimmten Bushaltestelle oder einem Ticketschalter, oft von netten Leuten Hilfe angeboten bekommt. Erst 1 ½ h nach Quitumbre, einem Busbahnhof, dort Karte kaufen, auf den sich um fast 40 min verspätenden Bus warten, noch einmal 4h nach Tena, wieder warten und schlussendlich endlich mit dem Auto nach Arosemena Tola. Immerhin kostet Busfahren in Ecuador praktisch nichts.

Gerne würde ich schreiben, dass die positiven Aspekte dieses Abenteuers überwogen haben. Und es stimmt auch, ich hab in dem öffentlichen Bus einiges von Ecuador und den Menschen hier mitbekommen, später meinen ersten Schokoriegel gegessen und festgestellt das die billige Schoko hier ganz passabel ist, den Dschungel oder zumindest die Ausläufe bei Nacht aus dem Bus zu betrachten war gewaltig, vor allem als der Nebel kam, und anscheinend ist die Situation für meine Gastfamilie kein Problem. Dennoch, 31 h Anreise war es nicht wert. Immerhin weiß ich jetzt das Bus fahren in Ecuador relativ einfach ist und dass ich in solchen Situationen erstaunlich gelassen bin. Keine Panik, Hysterie, nicht einmal Angst. Eher Belustigung, Unglauben und das innige Bedürfnis gar nicht mehr mit den Face-Palms aufzuhören. Aber jetzt bin ich ja da, in Ecuador. Endlich.
Und wie ist es?
Keine Ahnung, momentan werde ich einerseits von Eindrücken und Erkenntnissen überflutet, andererseits sehe ich mich unfähig den Mund aufzumachen, geschweigenden etwas anderes als ein paar Sätze von Fehlern durchsetztes Spanisch zu stottern. Es wird schon werden, alles braucht Zeit. Und nach dem Start, ja jetzt hab ich wirklich vor gar nix mehr Angst. Wenn ich das hinbekomm, geht alles andere auch.
Und ein Foto aus meinem Fenster:


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