Ich habe gerade festgestellt, dass die Sonne zu Mittag
so stark in mein Zimmer scheint, dass meine Fensterscheiben kochend heiß
werden. Und da wundert sich noch jemand, dass ich mich tagsüber weigere das
Haus zu verlassen. Also zumindest bisher. Vielleicht gewöhnt man sich mit der Zeit an die Hitze.
Wieder einmal ein Wochenende hinter mir, wieder
einmal zwei Tage die mir bewiesen haben, dass es kein Fehler war ein Jahr
am anderen Ende der Welt zu verbringen. Samstag hatte irgendeiner der zig Verwandten
von Edwin Geburtstag, darum hieß es ab ins Auto und ein Stück ins Land hinein
zu einer kleinen Hütte im nirgendwo. Auch wenn nur ein kleiner Teil der Familie
versammelt war handelte es sich um mindestens 40 Leute was mir wieder einmal beweist,
dass die Familien in Österreich ein Witz im Vergleich zu hier sind. Jede Menge
Essen, Trinken, eine riesen Torte mit mehreren Schichten von der ich beinahe
einen Zuckerschock bekommen hätte, Musik, ausgelassene Stimmung und die Realisation
dass ich nie in der Lage sein werde mir all die Namen zu merken. Danach noch
schnell zum Fluss, baden, um die Wetter tauchen (ich habe gewonnen), das Wasser
genießen. Teilweise kommt es mir so vor als wäre das Wasser hier in den Flüssen sauberer als das aus der Leitung. Ich liebe es, dass man hier überall baden
kann, es ist einfach so erfrischend.
Sonntag bin ich wieder nach Tena gefahren und von
dort aus weiter nach Misahualli. Ich weiß nicht genau ob das Dorf so heißt oder nur der
Strand, jedenfalls gibt es hier einen Fluss, Strand, viele Menschen, Essen, Trinken
und Affen. Jede Menge Affen.
Nun die Sache mit den Affen ist ein bisschen speziell, man muss
wirklich auf seine Sachen aufpassen. Im ersten Moment wirken sie nett und vertrauenswürdig,
eine Sekunde später haben sie was auch immer du gerade in der Hand gehalten
hast geklaut. Sei es eine Kamera oder etwas zu Essen.
Ich bin gottseidank mit all meinen Besitztümern heimgekehrt, habe
aber einige Fotos gemacht. Immerhin das erste Mal, dass ich Affen außerhalb von
Zoogehegen erlebt habe. Danach wieder baden, ein bisschen spazieren. Der Fluss
ist wirklich verdammt schön, aber die Strömung war etwas heftig. Schwimmen? Unmöglich, zumindest für mich. Aber darum gehts ja gar nicht, bei der Hitze ist
das Wasser einfach nur eine willkommene Abkühlung. Danach noch in eine dieser
quasi-Strandbars gesetzt und etwas getrunken, zurück nach Tena und da noch kein
Bus da war etwas durch die Stadt spaziert. Tena ist nicht sonderlich groß, laut
Reiseführer leben hier knapp 34.000 Menschen. Im Vergleich zu
Graz theoretisch ein Dorf, aber da ich mittlerweile ja wortwörtlich am Land
lebe kommt mir Tena fast riesig vor. Hey, hier gibt es tatsächlich etwas!
Arosemena? Ja im Vergleich mit Österreich ist hier für ein paar tausend Seelen
Dorf einiges los aber kein Vergleich zu einer Stadt.
Und jetzt? Wieder eine Woche Unterricht. Irgendwann einmal muss ich über die Schulen schreiben. Es ist ein auf und ab, teilweise treiben mich die Kleinen in den Wahnsinn, dann wieder gibt es diese "hey, unterrichten macht ja spaß" Momente. Ich muss zugeben, ich habe schon meine Lieblingsklassen/Schulen. Leider gibt es auch eine vor der es mir jetzt schon graut.
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