Ich glaube der
Blog braucht einen anderen Namen. Auch wenn sich meine Lebenseinstellungen
nicht so schnell ändern werden, passen tut es Momentan nicht.
Die letzten zwei
Tage haben den Beginn meiner Karriere als Lehrerin dargestellt. Zwei Tage die
unterschiedlicher nicht sein könnten und doch war jeder, auf seine Art, ganz
speziell und einmalig.
Donnerstag:
Um sieben Uhr in
der Früh wurde ich abgeholt, als meine Mitfahrgelegenheit stellten sich als die zwei
Lehrer der Schule an der ich von jetzt an jeden Donnerstag unterrichten werde
heraus. Ein Mann und eine Frau, aber da ich grauenvoll mit Namen bin, hab ich
diese natürlich vergessen. Weit von jeglicher Zivilisation , gefühlt mitten
im Urwald, liegt diese eine erste Schule; großer Grund, kleines Gebäude, nur zwei
Klassen. Vor den provisorischen Schultor warteten schon einige Schüler, wie
sich aber schnell herausstellte waren von den eigentlich 24 nur 8 anwesend.
Resultat, „Ersatzprogramm“. Wie man mir erklärte tauchen am ersten Schultag nie
viele Schüler auf. Darum haben wir erst mal die Schule und Toiletten geputzt,
dann Schuljahr eröffnet, (lange Rede, einige Formalitäten und dann Hymne singen
und beten), Bücher ausgeteilt, Bilder gemalt, meine Fotos angeschaut, Kekse
gegessen und dann sind die Kinder ab nach Hause. Was ich zu den Kindern sagen
kann? Alle unglaublich lieb, schüchtern, teilweise anhänglich. Ich glaube hier
werde ich viel Spaß haben.
Und ich? Ich
blieb noch mit den Anderen in der Schule. Wie sich herausstellte gibt es hier
anbei einen Garten, irgendwie jedenfalls. Man könnte es auch ein etwas
ordentlicheres Stück Dschungel bezeichnen in dem es von Bananen, Ananas, Orangen,
Kakao über Chili verdammt viele Früchte gibt, ebenso wie einen kleinen Stall
mit Hühnern und Meerschweinchen. Ja, hier isst man Meerschweinchen. Aber an all
diejenigen die jetzt die Hände vorm Mund zusammenschlagen und sich aufführen
als wäre das eine große Sache, bei uns werden auch zum Beispiel Hasen gegessen.
Da frage ich mich wo jetzt der große Unterschied ist.
Die nächsten
paar Stunden stellten sich als unglaublich ruhig, träge und entspannend heraus.
Ich habe Mandarinen und Zuckerrohr gegessen, seeehr lange mit den Beiden
gequatscht und dem Mann dabei zugeschaut wie er einem Meerschweinen das Fell abzieht, es ausnimmt und über einem offenen Feuer grillt. Ich glaube wenn ich
danach nicht das Bedürfnis hatte Vegetarier zu werden kommt es auch nicht mehr.
Jedenfalls schmeckt Meerschweinchen eigentlich ganz gut, ich konnte keinen
besonderen eigenen Geschmack herausfiltern, Fleisch eben.
Freitag:
Neuer Tag, neue Schule. Wieder wurde ich in der Früh abgeholt, diese Schule stelle sich insgesamt als noch kleiner heraus, aber immerhin gab es Schüler. Außer mir sind hier es noch zwei anderer Lehrerinnen, die mich gleich einmal mit den Worten „Beschäftige die Kinder, erzähl ihnen etwas“, alleine ließen. Tja, daraus wurden meine ersten Erfahrungen im Unterrichten. Und was habe ich gelernt?
Neuer Tag, neue Schule. Wieder wurde ich in der Früh abgeholt, diese Schule stelle sich insgesamt als noch kleiner heraus, aber immerhin gab es Schüler. Außer mir sind hier es noch zwei anderer Lehrerinnen, die mich gleich einmal mit den Worten „Beschäftige die Kinder, erzähl ihnen etwas“, alleine ließen. Tja, daraus wurden meine ersten Erfahrungen im Unterrichten. Und was habe ich gelernt?
Es ist verdammt anstrengend.
Vor allem muss ich härter durchgreifen, nur lieb und nett sein funktioniert nicht.
Vor allem da es in der Klasse einige kleine Jungs gibt die nichts lieber tun
als neue Lehrer zu nerven. Zugegebenermaßen, ich habe nach einer halben Stunde
kapituliert, bin in das Nebengebäude zu den anderen gegangen um nachzufragen
wie lange ich die Kinder noch beschäftigen muss. Daraufhin erntete ich ein paar
belustigte Blicke sowie die Erklärung, dass heute sowieso nichts getan werden
kann, da die Schüler ja keine Materialien haben. Der wahre Unterricht würde
erst am Montag beginnen. Daraufhin wurden die Schüler mehr oder weniger sich
selbst überlassen.
Wäre die
nächsten paar Stunden nichts weiter passiert, meine Meinung zu Schulen und Unterrichten hätte
sich irgendwo ganz tief im Erdinneren wiedergefunden. Aber irgendwann, ich in
der Klasse sitzend und den Kindern dabei zuschauend wie sie die Raum auf den
Kopf stellen, wurde ich plötzlich von einer Gruppe kleiner Mädchen umringt.
Alle zwischen 5 & 7, klein, schüchtern. Fast zaghaft tastete sie sich an
mich heran, kuschelten sich an mich, stellten mir Fragen wie „Was ist mit
deiner Haut los, warum ist die so hell“, waren von meinen Haaren fasziniert und
wollten mich gar nicht mehr loslassen. Daraufhin ließ ich mich aus der Klasse
führen und begann mit ihnen Fußball zu spielen was schlussendlich in einer
langen, aber ziemlich lustigen, Partie Fußball mit den größeren Kindern endete.
Daraufhin noch ein bisschen Basketball, dann wurden alle entlassen.
Am Montag geht es dann weiter, dann darf ich endlich auch hier in Arosemena Tola unterrichten. Diese zwei Schulen waren ja beide eher am Land und nicht sonderlich groß. Ich glaube hier in Arosemena Tola bin ich beim unterrichten auch nicht allein, was eine nette abwechslung wäre. Aber schlussendlich denke ich, dass ich mit den Kindern ganz gut klarkommen werde.
Wow, eigentlich überraschend so etwas von mir selbst zu hören ^^
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