Sonntag, 13. September 2015

Alltägliche Kleinigkeiten


Andere Länder, andere Sitten. Altes Sprichwort, immer noch wahr. Auch wenn das Leben in Ecuador sich teilweise nicht sonderlich von dem in Österreich unterscheidet hat es bisher doch einige Kleinigkeiten gegeben die mir immer wieder aufgefallen sind. Alltägliche Dinge, nichts Weltbewegendes aber doch anders.

  • Anschnallen beim Autofahren? Vielleicht der Fahrer, in manchen Fällen sogar der Beifahrer. Eventuell wenn man in einer Stadt unterwegs ist, es viel Verkehr gibt. Aber diejenigen die hinten sitzen? Oder am Land? Wieso? Scheint zumindest die Einstellung hier zu sein, sehr schlau wenn man bedenkt wie die Leute hier teilweise fahren. Obwohl, ich hätte es mir fast schlimmer vorgestellt, diese Klischees... Übrigens, so wie beim Autofahren auf Gurte verzichtet wird sieht man hier kaum Mopedfahrer mit Helm. Dafür sitzen teilweise bis zu vier Personen auf einem, jedenfalls war das bisher das Maximum das ich gesehen habe.
  • Die Dominanz von Coca Cola. Ich spreche hier nicht von dem Szenario das wir auch in Österreich haben, also ein Mark auf dem gefühlt mehr als die Hälfte aller Getränke zur Coca Cola Company gehören. Ich spreche von wirklicher Dominanz. All die kleinen Geschäfte hier in Arosemena haben mini Plakate aushängen auf denen Cola angepriesen wird, noch mehr Getränke als bei uns gehören zu dem Konzern und ich könnte schwören es ist billiger diesen Softdrink als einfaches Wasser zu kaufen. Coca Cola scheint hier nicht einfach eine Marke zu sein, es ist DIE Marke. Dazu kommt, dass die Leute extrem viele Softdrinks trinken, scheint einfach zum Leben dazuzugehören.
  • Das Essen. Ja eigentlich habe ich vor diesem Thema noch einer ganzen eigenen Post zu widmen, aber ein paar Dinge möchte ich vorwegnehmen. Beispielsweise wird hier alle grundsätzlich mit dem Löffel gegessen, meistens. Es gibt Messer und Gable und zum Brot aufschneiden usw werden diese auch benutzt aber sonst? Hühnchen und Reis mit dem Löffel zerteilen kann sich als Herausforderung herausstellen. Da wir gerade bei Hühnchen und Reis sind, diese stellen wohl das Hauptnahrungsmittel der hiesigen Bevölkerung da. Arroz, Arroz, todo el dia Arroz, ist schon ein running Gag in meiner Familie geworden. Als Vegetarier hat man es hier ebenfalls schwer. Trotzdem, ich mag das Essen, wahrscheinlich viel zu sehr. Das Fleisch ist immer super, der Reis auch, Bohnen, Kartoffeln, Bannanen.... Und Empanadas... ich liebe Empanadas.
  • Dann wäre da die Sache mit dem Fernsehprogramm. Mich stört es nicht unbedingt, dass gefühlt alle zehn Minuten eine Werbeunterbrechung eingeblendet wird, ich finde es herrlich Werbung von hier anzuschauen. Teilweise sind sie nicht anders als bei uns, oft aber so skurril und vor allem billig gemacht, dass ich mich zusammenreisen muss um nicht laut los zu lachen. Hier gibt es beispielsweise immer noch die "Schicke uns eine SMS an diese Nummer mit dem Kennwort soundso und wir lösen all deine Probleme" Werbespots. Eine andere Skurrilität an den Programmen hier ist aber, dass ausländische Serien für das hiesige Publikum einfach mit anderen Schauspielern auf Spanisch eins zu eins neu aufgezogen werden. Ein konkretes Beispiel dafür ist "Ugly Betty", eine Serie die ich manchmal am Vormittag im ORF gesehen habe, richtig warm wurde ich mit ihr aber nie. Trotzdem, im Vergleich zu dem Remake würde ich sie als erstaunlich gut bezeichnen. Naja, es wurde halt die typische dramatische und überspitzte Art miteingebaut.
  • Hühner und Hunde. Jede Familie hier hat mindestens einen von diesen bellenden Vierbeinern und ein paar Hühner bzw. Hähne die vor den Häusern herumlaufen. Vor allem schön wenn man in der Früh von einem netten krähen geweckt wird oder in der Nacht eine kleine Horde Hunde auf einen zurast sobald man sich einem Haus nähert. Ok, ich übertreibe. Die Hunde hier sind Großteiles sehr ruhig und lieb. Nur einige wenige treten aus der Reihe.
  • Die allgemeine Lebenseinstellung hier ist einfach anders. Ich wüsste nicht einmal wie ich das beschreiben soll ohne einen falschen Eindruck zu erzeugen. Einfach gesagt, die Menschen sind freundlich, Grüßen. Lächeln, reden mit dir. Es ist unglaublich einfach ein Gespräch zu beginnen, jeder beantwortete deine Fragen, gibt sich mühe zu helfen. Es ist angenehm, dass alle so nett sind. Es ist toll zu sehen, dass die Menschen begreifen, dass alles noch neu und ungewohnt für mich ist. Es ist einfach schön das Gefühl zu haben akzeptiert zu werden obwohl man teilweise so gar nicht in das Leben hier hineinpasst.

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