Samstag, 17. Oktober 2015

Was ich vermisse


Nach 48 Tagen in Ecuador wäre es ein Lüge zu behaupten, dass es keine Dinge, Menschen oder Alltäglichkeiten gibt die mir abgehen. Noch bin ich nicht soweit Luftspieglungen hinterherzulaufen oder von Albträumen verfolgt zu werden aber manchmal werde ich einfach von einer Sehnsucht nach Vertrauen überfallen. So bin ich beispielsweise durch all die kleinen Geschäfte in Arosemena gestreift, auf der Suche nach Schokolade, und habe schlussendlich kapituliert. Wo findet man hier ganz einfache Schoko-Tafeln? Ich erwarte ja nicht einmal besondere Qualität, nur Schokolade!

Davon lässt es sich auch gleich auf das offensichtlichste und größte Thema überleiten.
Ich will mein Schwarzbot, Salat der mit Kürbiskernöl abgemacht ist, generell Kürbis oder überhaupt mehr Gemüse wäre ein Traum. Ich will wieder in der Lage sein an Nüssen herumzuknabbern, Studentenfutter und Trockenfrüchte essen, frisch geknackte Walnüsse, Maroni oder Cashews. Ich liebe Chashews. Datteln, mein nachmittäglicher natürlicher süße-Kick. Müsli, gerne hätte ich wieder Granola, oder auch Haferflocken, mit Joghurt, frischem Obst und Honig. Kuchen oder Muffins, am besten selbstgemacht, oder Burgenländer vom Markt. Süßes, mir geht da vieles ab, gutes Kugeleis, Schokolade, Mannerschnitten und Drageekeksis (nur um ein paar Beispiele zu nennen). Andere Beilagen als Reis: Couscous, Quinoa, Polenta, egal was. Süßkartoffeln oder Butternusskürbis aus dem Ofen. 
Ich glaube ich sollte aufhören, mein Magen knurrt.

Ein andere großes Kapitel aus "was mir in Ecuador fehlt" sind Menschen. Es mag kitschig klingen aber ich will meine Eltern wieder umarmen. Einfach nur eine Umarmung, nicht einmal reden, das geht ja, aber spüren das sie da sind. Dasselbe gilt für meine Schwester, obwohl ich hier mehr auf reden, face to face, aus bin. Sie ist ein Mensch dem man alles aus der Nase ziehen muss, über Skype geht das mehr schlecht als recht. Dann natürlich meine Freunde, nur wiedersehen, reden, spaß haben, Gespräche führen die etwas tiefer gehen.
Ob es daran liegt, dass ich am Land bin, die Einstellung der Menschen generell anders ist oder mir einfach niemand komplexere Themen zutraut; ich habe seit Ewigkeiten keine ernsthaften Diskussionen mehr geführt. Egal ob über Politik, aktuelles Weltgeschehen, Geschichte, Lebenseinstellungen, von mir aus auch Ernährung, Bildung oder Sexismus, nur bitte, bitte, ich will wieder Diskutieren!

Neben diesen zwei großen "Überthemen" sind dann da noch ganz viele Kleinigkeiten:
Herbst, immerhin meine Lieblingsjahreszeit.
Bibliotheken.
Einmal wieder ins Kino gehen, Filme auf Englisch oder Deutsch sehen.
Schnelles Internet.
Mein Bett, bzw. meine Matratze.
Karate, verdammt wie sehr ich diesen Sport vermisse...

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