Ich bin krank, zumindest ein bisschen. Mein Hals tut weh, in der Nacht war er etwas geschwollen.
Mein Kopf dröhnt, ich fühle mich schlapp. Dazu kommt das ständige niesen, wobei
es mir unglaublich lächerlich und ironisch erscheint sich in Ecuador eine
Erkältung einzufangen. Jedenfalls habe ich mir ein „Fluss-Verbot“ auferlegt,
ich vermute dass an all dem das Raften am Sonntag schuld ist. Auch wenn es
unglaublich lustig war und ich es definitiv wiederholen will, war das wohl doch
das erste Mal dass ich in Ecuador gefroren habe.
Ich weiß nicht ob es diese leichten
Krankheitssymptome sind oder einfach nur meine allgemeine Schusseligkeit, aber
heute habe ich es geschafft mich aus dem Haus auszuschließen. Dazu muss ich
zwei Dinge erklären.
Erstens, momentan bin ich alleine. Edwin und Sonnia
sind von gestern Mittag bis heute Abend in Quito. Was mich daran am meisten amüsiert
ist wohl, dass Edwin mit der Betreiberin einer der mini Restaurants hier
ausgemacht hat dass ich bei ihnen Frühstück, Mittag und Abendessen bekomme.
Mittag verstehe ich, aber dass mir nicht einmal zugetraut wird mir selbst
Frühstück zu machen (sprich Brot kaufen und vielleicht ein Ei kochen)? Oder
eine Kleinigkeit am Abend? Soll ich jetzt dankbar oder beleidigt sein?
Zweitens, das Haus hier hat zwei Türen, wobei die
Haupteingangstür immer zu ist. Die Hintertür ist eine von der Bauart die sich
von außen, außer mit Schlüssel, nicht öffnen lassen. Ich verlasse also das
Haus, eigentlich nur um die Schüssel für das Katzenfutter zu holen, und das war
es dann. Ausgesperrt.
Hier kann ich dann eigentlich dankbar für das
externe Frühstück sein, sonst hätte ich mir das wohl abschminken können.
Jedenfalls habe ich mich in der Schule unter den Lehrern nach einer Leiter
durchgefragt um durch ein offenes Fenster wieder in das Haus zu kommen. Und
siehe da, es hat sogar geklappt. Nach der letzten Stunde bin ich mit einem
Sportlehrer ein bisschen durch Arosemena spaziert, wir haben irgendwo eine
Leiter ausgeborgt und einer seiner Schüler (klein, leicht, bessere
Voraussetzungen diese eher nicht vertrauenswürdig wirkende Leiter
hinaufzuklettern) ist durch das offene Fenster in das Haus und hat mir die Tür
geöffnet. Ich, unendlich dankbar. Alle anderen, belustigt.
So, und momentan sitze ich wieder einmal herum und
tue gar nix. Eigentlich wollte ich heute ein paar formale Sachen erledigen,
sprich E-Mails schreiben, ein paar Leute Sachen fragen die ich ewig vor mir
herschiebe, aber das Internet spinnt einmal wieder. Vielleicht spaziere ich
später ein bisschen durch das Dorf. Oder ich lese mein Buch weiter. Klingt
alles wieder einmal vielversprechend, oder?
Uuuund ich verfalle schon wieder in alte Muster.
Uuuund ich verfalle schon wieder in alte Muster.
Wenigstens kann ich es dieses Mal meinem
„pseudokranksein“ in die Schuhe schieben.
Niemand ist gut drauf wenn der eigene Körper immer
zwischen „ich fühle mich beschissen“ und „es geht eigentlich eh ganz gut“ hin
und her springt.
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