Dienstag, 13. Oktober 2015

Ein Wochenende im Dschungel


Ich habe ein, sagen wir, interessantes Wochenende hinter mir. Ein Freund von mir, der praktischerweise eine Art Touristenagentur besitzt, hat mich eingeladen Samstag bis Montag in eine, ich wurde es einmal Lodge nennen, näher am Dschungel zu kommen. So kam es, dass ich mich an eine Touristengruppe aus Belgien anhängte was allein sich schon also ein Erlebnis herausstellte. Dreizehn ältere Herrschaften, auf "Abenteuerurlaub" oder "Entdeckungsreise“ in Ecuador.. Es ist skurril für mich Touristen zu beobachten, einerseits fühle ich mich wie einer, andererseits wird mir bewusst, dass ich mittlerweile einfach einen viel besseren Einblick in die Menschen und ihr Leben hier habe. Für mich sind es Freunde, Gastfamilie, Bekannte, Schüler ect, Touristen sehen Einheimische, interessante "Objekte" um es radikal zu auszudrücken, die man studieren, fotografieren kann, von denen man aufregende und neue Geschichten hört.



Jedenfalls ist diese Lodge einfach nur zum niederknien. Es ist eine Art Halbinsel in einem kleineren Fluss, man braucht ein Boot um anzukommen. Ein schmales Kanu, wackelig und sehr instabil, ein Wunder, dass niemand ins Wasser gestürzt ist. Es gibt eine große, offene Hütte in der Tische für Essen, etc. stehen. Dahinter die Küche und dann noch einige andere Häuser mit  Zimmer für die Touristen, Familie usw. Jedenfalls relativ groß, soweit ich es verstanden habe gehört auch ein Teil des umliegenden Waldes zu dem Grund. Sie bauen jede Menge Gemüse und Lebensmittel wie Yucca oder Bananen an und machen noch zig andere Sachen. Ich habe einfach einmal bei dem Touristenprogramm mitgemacht, sprich bei traditioneller Handwerkskunst zugeschaut, zu einem Wasserfalls spaziert (was für mich eine Tortur war das die Belgier so verdammt langsam waren), mit einer Art Blasrohr Pfeile verschossen und Schokolade gemacht. Aber richtig, angefangen mit Bohnen, geröstet, geschält, gemahlen, mit Zucker, Milch, Vanille vermischt und gekocht.

Kakaobohnen

Ich mache Schokolade (keine Suppe)


Was für mich auch lustig zu beobachten war, war das Essen. Für die Touristen, und auch mich, wurde immer etwas Aufwendigeres, vielfaltigeres gekocht. Verschiedenste Gemüse, Bananen, Fleisch, Yucca, zum Frühstück Eierspeis, Pancakes, einmal soagr Spagetti. Eine Vielfalt die hier einfach nicht normal ist. Dahinter die Familie, immer extra, sprich Reis, Fleisch, vielleicht die Dinge die nicht gegessen wurden oder die zu viel waren. Ich frage mich, ob die Belgier jetzt den Eindruck haben, dass die Leute hier eben jene Sachen essen und diese Vielfältigkeit immer genießen. Wenn die wüssten. Es ist nicht einmal so, dass die Leute aus Mangel immer zum gleichen greifen, während ich relativ gierig (bekommt man hier so selten) meinen Teller voll mit verschiedenen Gemüsesorten leerte fragte man neben mir ungeduldig wann denn der Reis fertig ist. Ach, und ich kann zu meiner „List mit ungewöhnlichen Tieren die ich gegessen habe“ Ameisenbär hinzufügen. Ist wirklich gut.
Im Großen und Ganzen also ein leicht schrägen aber auch verdammt lustiges Wochenende. Schon alleine die Tatsache, dass ich mich von den Europäern, die immerhin fast alle Englisch sprachen, abgesondert habe und eigentlich nur mit der Familie zusammen war sehe ich im Nachhinein als gutes Zeichen an. Außerdem habe ich meine liebe für Wayusa entdeckt, einem Tee der an Mate erinnert nur viel besser ist, auch jede Menge über die Pflanzen hier gelernt und wie sie für medizinische Zwecke angewendet werden können (theoretisch müssten die alle nie zu einem Arzt gehen) und (Highlight) Schokolade mit Bananen gegessen. Beides super natürlich und umwerfend lecker.

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