Ich habe ein, sagen wir, interessantes Wochenende
hinter mir. Ein Freund von mir, der praktischerweise eine Art Touristenagentur
besitzt, hat mich eingeladen Samstag bis Montag in eine, ich wurde es einmal Lodge
nennen, näher am Dschungel zu kommen. So kam es, dass ich mich an eine
Touristengruppe aus Belgien anhängte was allein sich schon also ein Erlebnis herausstellte.
Dreizehn ältere Herrschaften, auf "Abenteuerurlaub" oder
"Entdeckungsreise“ in Ecuador.. Es ist skurril für mich
Touristen zu beobachten, einerseits fühle ich mich wie einer, andererseits wird
mir bewusst, dass ich mittlerweile einfach einen viel besseren Einblick in die
Menschen und ihr Leben hier habe. Für mich sind es Freunde, Gastfamilie,
Bekannte, Schüler ect, Touristen sehen Einheimische, interessante
"Objekte" um es radikal zu auszudrücken, die man studieren, fotografieren
kann, von denen man aufregende und neue Geschichten hört.
Jedenfalls ist diese Lodge einfach nur zum
niederknien. Es ist eine Art Halbinsel in einem kleineren Fluss, man braucht
ein Boot um anzukommen. Ein schmales Kanu, wackelig und sehr instabil, ein Wunder, dass niemand ins Wasser gestürzt ist. Es gibt eine große, offene Hütte in der Tische für
Essen, etc. stehen. Dahinter die Küche und dann noch einige andere Häuser mit Zimmer für die Touristen, Familie usw.
Jedenfalls relativ groß, soweit ich es verstanden habe gehört auch ein Teil des
umliegenden Waldes zu dem Grund. Sie bauen jede Menge Gemüse und Lebensmittel
wie Yucca oder Bananen an und machen noch zig andere Sachen. Ich habe einfach
einmal bei dem Touristenprogramm mitgemacht, sprich bei traditioneller
Handwerkskunst zugeschaut, zu einem Wasserfalls spaziert (was für mich eine Tortur
war das die Belgier so verdammt langsam waren), mit einer Art Blasrohr Pfeile
verschossen und Schokolade gemacht. Aber richtig, angefangen mit Bohnen, geröstet, geschält, gemahlen, mit Zucker, Milch, Vanille vermischt und gekocht.
| Kakaobohnen |
| Ich mache Schokolade (keine Suppe) |
Was für mich auch lustig zu beobachten war, war
das Essen. Für die Touristen, und auch mich, wurde immer etwas Aufwendigeres,
vielfaltigeres gekocht. Verschiedenste Gemüse, Bananen, Fleisch, Yucca, zum Frühstück
Eierspeis, Pancakes, einmal soagr Spagetti. Eine Vielfalt die hier einfach nicht
normal ist. Dahinter die Familie, immer extra, sprich Reis, Fleisch, vielleicht
die Dinge die nicht gegessen wurden oder die zu viel waren. Ich frage mich, ob
die Belgier jetzt den Eindruck haben, dass die Leute hier eben jene Sachen
essen und diese Vielfältigkeit immer genießen. Wenn die wüssten. Es ist nicht
einmal so, dass die Leute aus Mangel immer zum gleichen greifen, während ich relativ
gierig (bekommt man hier so selten) meinen Teller voll mit verschiedenen Gemüsesorten
leerte fragte man neben mir ungeduldig wann denn der Reis fertig ist. Ach, und
ich kann zu meiner „List mit ungewöhnlichen Tieren die ich gegessen habe“
Ameisenbär hinzufügen. Ist wirklich gut.
Im Großen und Ganzen also ein leicht schrägen
aber auch verdammt lustiges Wochenende. Schon alleine die Tatsache, dass ich
mich von den Europäern, die immerhin fast alle Englisch sprachen, abgesondert
habe und eigentlich nur mit der Familie zusammen war sehe ich im Nachhinein als
gutes Zeichen an. Außerdem habe ich meine liebe für Wayusa entdeckt, einem Tee
der an Mate erinnert nur viel besser ist, auch jede Menge über die Pflanzen
hier gelernt und wie sie für medizinische Zwecke angewendet werden können
(theoretisch müssten die alle nie zu einem Arzt gehen) und (Highlight)
Schokolade mit Bananen gegessen. Beides super natürlich und umwerfend lecker.
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