Sonntag, 31. Januar 2016

Wie geht es dir eigentlich in Baños?

Ich bin jetzt seit sage und schreibe 1 Woche in Baños. Für alle die die es nicht mitbekommen haben, ich arbeite in einer Touristenagentur, "Aningatravel". Meine Arbeitszeiten sind auf den ersten Blick ein Wahnsinn, 8 Uhr morgens bis 9 Uhr abends. Aber keine sorge; erstens arbeite ich nicht immer und zweitens kann ich mir immer Pausen zum Essen gehen, laufen oder durch die Stadt spazieren nehmen.
Warum ich nicht immer arbeite? Es gibt nicht immer Touristen. Meistens kommen sie in der früh oder am späten Nachmittag bis Abend. so Von 11-4 ist meistens wenig bis garnichts los. Dann bringt mir Juan, mein Chef, verschiedensten Dinge bei; wir haben schon Fahrräder auseinandergenommen und geputzt, dem Büro eine Generalreinigung verpasst, Kleterknoten gelernt, Geschichts und Spanischstunden gemacht und seit Freitag klettere ich jeden Tag so 1-2h auf einem im Türstock ins Hinterzimmer aufgehängtem Seil herum. Ein paar mal war ich am Abend laufen, meistens auf Hügel hinauf da es hier an flachen, nicht von Autos befahrenen aber beleuchteten St rasen fehlt.
Wenn ich Glück habe gibt es Touren die ich mitmachen kann. Ich war 2x Canyoning, bin einmal mit dem Fahrrad von der "Casa del Arbol", einem Aussichtspunkt, hinunter nach Baños gedüst und einmal war ich mit ein paar Touristen wieder am Chimborazo. Beim zweiten Mal genau so beeindruckend.
Leider gibts nicht immer so viel zu tun, machmal sitz ich auch nur rum und tue wenig. Mir macht das nix aus, ich habe in den letzten Monaten gelernt mit "nichts tun" umzugehen, mein altes Ich wäre wahrscheinlich ausgezuckt. Wenn schon nix anderes habe ich wenigstens ein bisschen Geduld gelernt ;)
Juan, mein Chef, ist ganz ok. Ehrlich gesagt verwirrt er mich. Ich könnte eine Analyse seines Charakter erstellen und zu erklären versuchen warum er so ist wie er ist (Ich hab da meine Ideen) aber das mach ich mal besser nicht. Jedenfalls ist er ziemlich streng und korrekt, will das alles perfekt ist, sieht aber auch ein, dass man hin und wieder Fehler machen muss. Dann ist er plötzlich wieder total nett, scherzt die ganze Zeit und hält sich für unglaublich lustig (was wirklich komisch ist ;) ), entschuldigt sich wenn er zu streng war... Ach keine Ahnung, er ist ein ziemlich angenehmer Chef aber teilweise auch anstrengend.
Essen und schlafen geht ganz gut, sonderlich viel bin ich nicht in der Wohnung, mir ist das Büro fast lieber hier habe ich Internet (jaja, ich weis schon, die internetsüchtige Jugend von heute). Mittagessen ist ja immer dabei, und wenn ich mit Juan unterwegs bin, sprich wir beide das Haus gleichzeitig verlassen oder zurückkommen, zahlt er eigentlich eh immer. Ich habe mal gefragt, warum er dann anfangs gemeint hat es wäre nur Mittagessen dabei wenn er mich eh nie zahlen lässt aber keine gescheite Antwort bekommen. Manchmal bekomm ich da direkt ein schlechtes gewissen, aber irgendwie arbeite ich da ja schon viel mehr als in Arosemena. Dann sollte es doch ok sein, oder?

Jedenfalls gefällt es mir eigentlich ganz gut. Ich lerne viele coole Leute kennen, mit Touristen reden puscht mein Englisch wieder ein bisschen, ich hab immer was zu tun was angenehm ist und Juan hat mir versprochen, dass wenn ich mich weiter so gut anstelle er einen Trip auf den Tungarahua und vielleicht sogar den Chimborazo oder Cotopaxi organisiert. Als "Belohnung". Darauf freue ich mich schon riesig *__*

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