Der 5 Jänner ist ein Reisetag (gottseidank der letzte), erst von Riobamba nach Guayacil, dann weiter nach Puerto López, Küste, Meer, Sand, Sonne... Tagsüber busfahren ist einfach nur langweilig, irgendwann wird einem selbst aus dem Fenster starren zu blöd. Aber um 8 am Abend sind wir dann endlich da, mit einem Mototaxi geht es vom Terminal in den Ort. Nachdem uns der Taxifahrer ein Hotel aufgeschwatzt hat (eh Ok) werden wir dort gleich von einem Touristenguide erwartet der uns sofort einen Ausflug zur Isla de la Plata aufschwatzen will. Irgendwann werden wir alle los und machen noch einen kleinen Spaziergang durch das Dorf, halten die Füße ins Meer und genießen die warme Abendluft. Ich kann mich, sobald meine Füße den Sand und dann das Wasser berühren, einfach nicht mehr zurückhalten, aus der 18 jährigen Auslandsfreiwilligen wird wieder ein kleines 8 jähriges Mädchen für das es nichts schöner gibt als durch den Sand zu rennen und loszuquietschen sobald Wasser seine Füße berührt. Dann noch schnell eine Kleinigkeit essen und einen Cocktail (ich finde wirklich gefallen an Rumdrinks) aber dann geht es ins Bett.
Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug zu "Los Frailes", angeblich einer der schönsten Strände in Ecuador. Typisch fahren wir die 3km vom Eingang nicht mit einem Mototaxi sondern nehmen einen kleinen Wanderweg der an Buchten und Aussichtspunkten vorbeiführt. Die Landschaft ist karg, viele kleine Bäume, die gerade ein paar Zentimeter größer sind als ich, und Büsche aber nichts hat Blätter oder ist grün. Das ganze fühlt sich an wie Griechenland im Juli/August. Normalerweise wäre gerade Regenzeit aber dieser lässt sich nicht blicken. Natürlich gehen wir um 12 Uhr Mittags los, bei strahlendem Sonnenschein und ob es wirklich nur 3km waren...
Der Weg geht auf und ab, wir kommen an einem Strand mit schwarzen Sand vorbei wo wir schnell ins Wasser Hüpfen, dann noch eine Bucht in der man aufgrund des starken Wellengang nicht schwimmen darf, am Ende noch zu einem Aussichtsturm von dem man einen tollen Blick auf die Umgebung hat und dann endlich (nach 2h) sind wir am Strand. Weil kein Sonnenschirm legen wir uns einfach unter ein paar Bäume die wie wir später feststellen giftig sind (wir leben aber noch), und nach 2h am Wasser liegen, lesen und schwimmen werden wir um Punk 4 von Aufsehern verscheucht. Der Nationalpark zu dem der Strand gehört schließt. Zurück geht es noch Ceviche essen (ich habe ja eine Liste aller Dinge die Mama probieren muss, beim Frühstück waren Bolones dran).
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| Die (trokene) Landschaft |
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| Schwarzer Strand |
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| Los Frailes (ohne Leute) |
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| Ich und Mama |
An Tag 2 geht es um 9:30 zur Isla de la Plata, wir diskutieren noch über den Preis (2 Deutsche in unsere Gruppe haben weniger gezahlt) schaffen es etwas Nachlass zu bekommen und dann geht es schon los. Diese Insel ist auch Teil des Nationalpark Machalilla wie Los Frailes, viele sagen es ist ein "Galapagos für Arme" da es einige Tiere gibt die man sonst nur auf diesen Inseln sehen kann. Die Bootsfahrt dauert eine gute Stunde, danach werden wir in Englisch und Spanischsprachige Gruppen aufgeteilt. Grundsätzlich ist es nicht viel mehr als ein kleiner Spaziergang über die Insel, auch hier ist die Vegetation eher karg uns trocken, der Regen fehlt meint unser Guide, es sollte viel Grüner sein. Leider besuchen wir die Insel genau zu jener Jahreszeit in der Vögel rar sind, wir laufen aber an ein paar Nestern vorbei, sehen einige Jungvögel und dann sogar Erwachsene. Der Weg führt uns zu Klippen von denen man eine tolle Aussicht hat, der Wind pfeift uns um die Ohren, die Sonne knallt vom Himmel, ich bin heilfroh dass ich mir einen Sonnenhut gekauft habe. Wenn auch von der "alte Hollywooddiva" Sorte. Zurück am Boot geht es dann ein bisschen um die Insel wo wir noch eine Stunde schnorcheln können. Korallen und Pflanzen beeindrucken weniger, dafür sehen wir eine rießen Vielfalt an Fischen, einige einen halben Meter lang. Es war außerdem lustig ein paar anderen Touristen, die nicht schwimmen konnten, dabei zu zusehen wie sie mit Schwimmwesten durchs Wasser strampeln. Am Abend geht es zu einem unglaublich netten kleinen Lokal am Strand wo es unter anderem pescador encocado (in Kokossose) und pescado en salsa de maracuya gibt. Mama nimmt ersteres uns für mich macht der Koch eine Mischung aus beidem, ich kann mich nun einmal nie entscheiden.
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| Der Hafen |
Die letzte Nacht verbringen wir ein einem anderen, etwas besserem Hotel mit super netten Innenhof und kleinem Swimmingpool sowie wirklich guten Kaffee (kein Instand oder Filter). Wir wollen mit dem Nachtbus nach Cuenca, aber davor geht es noch zu "Agua Blanca", eine kleine Comunidad ein Stück von Puerto López entfernt. Erst mit dem Bus zum Eingang (wieder Nationalpark) von dort müssten wir 5km zu Fuß gehen aber " zufälligerweise" taucht genau in dem Moment ein Mototaxi auf uns wir ersparten uns den Fußmarsch. In dem Dorf bekommt man für 5$ Eintritt eine Führung durch ein kleines Museum in dem Reste der früher hier lebenden Kulturen ausgestellt sind und dann gibt es eine Rundgang durch die näher Umgebung, wir sehen eine Grabstätte mit Tonkrügen in die Verstorbene beerdigt wurden, gehen ein bisschen durch die Gegend und können ein ausgetrocknetes Flussbett (normalerweise sollte es Regnen, immer das gleiche...) einen rießen Kaktus und jede Menge kleine Höfe mit Tieren und Pflanzen bewundern. Unser Guide erklärt, dass Agua Blanca eine Art selbstverwaltende Community ist. Ich will nichts falsches sagen, wen es interessiert der muss sich selbst informieren aber soweit ich es verstanden habe wird hier alles untereinander geregelt. Will man zum Beispiel Landwirtschaft betreiben muss man um Land ansuchen, meistens wird es gewährt, aber sobald man es nicht mehr verwendet geht es an die Gemeinde zurück. Dasselbe gilt auch für Grund um ein Haus zu bauen etc.
Irgendwann erreichen wir dann Ausgrabungstätten wo die Grundrisse eines alten Hauses oder Versammlungortes zu sehen sind und am Ende kommt dann das "Highlight", eine Mini-Langune mit Schwefelwasser. Es stinkt gewaltig und ist auch ein bisschen warm, trotzdem schmieren ich und Mama uns mit dem dort auffindbaren schwarzem Schlamm ein (richtige Schönheiten danach) und genehmigen uns ein Bad in dem kleinen Teich. Soll ja super für die Haut sein, nicht umsonst kann man "Schlammkuren" und Ähnliches machen. Nachdem wir noch kurz bei dem kleinen Handarbeitsmarkt vorbei schauen, es gibt wirklich wunderschöne Ketten, Armbänder usw, geht es zurück. Leider diesesmal zu Fuß, aber nachdem wir ca eine halbe Stunde die Straße entlanggehascht sind, fährt plötzlich ein kleiner Eiswagen an uns vorbei. Hand ausgestreckt und schon haben wir eine Mitfahrgelegenheit, sogar bis Puerto López. Neben der laut brummenden und heißen Eismaschine kauernd fahren wir so die Hauptstraße entlang und sorgen für einige Lacher von Einheimischen. Zurück haben wir noch genug Zeit um etwas zu Essen und eine Kaffee zu trinken, dann geht auch schon die Reise nach Cuenca los.
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| "Ausgrabungen" |
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| Einfach ein bisschen Gegend ;) |
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| Der Nationalpark (und ich) |
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| Kakteen |
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| Handarbeitsmarkt |
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