Sonntag, 31. Januar 2016

Wie geht es dir eigentlich in Baños?

Ich bin jetzt seit sage und schreibe 1 Woche in Baños. Für alle die die es nicht mitbekommen haben, ich arbeite in einer Touristenagentur, "Aningatravel". Meine Arbeitszeiten sind auf den ersten Blick ein Wahnsinn, 8 Uhr morgens bis 9 Uhr abends. Aber keine sorge; erstens arbeite ich nicht immer und zweitens kann ich mir immer Pausen zum Essen gehen, laufen oder durch die Stadt spazieren nehmen.
Warum ich nicht immer arbeite? Es gibt nicht immer Touristen. Meistens kommen sie in der früh oder am späten Nachmittag bis Abend. so Von 11-4 ist meistens wenig bis garnichts los. Dann bringt mir Juan, mein Chef, verschiedensten Dinge bei; wir haben schon Fahrräder auseinandergenommen und geputzt, dem Büro eine Generalreinigung verpasst, Kleterknoten gelernt, Geschichts und Spanischstunden gemacht und seit Freitag klettere ich jeden Tag so 1-2h auf einem im Türstock ins Hinterzimmer aufgehängtem Seil herum. Ein paar mal war ich am Abend laufen, meistens auf Hügel hinauf da es hier an flachen, nicht von Autos befahrenen aber beleuchteten St rasen fehlt.
Wenn ich Glück habe gibt es Touren die ich mitmachen kann. Ich war 2x Canyoning, bin einmal mit dem Fahrrad von der "Casa del Arbol", einem Aussichtspunkt, hinunter nach Baños gedüst und einmal war ich mit ein paar Touristen wieder am Chimborazo. Beim zweiten Mal genau so beeindruckend.
Leider gibts nicht immer so viel zu tun, machmal sitz ich auch nur rum und tue wenig. Mir macht das nix aus, ich habe in den letzten Monaten gelernt mit "nichts tun" umzugehen, mein altes Ich wäre wahrscheinlich ausgezuckt. Wenn schon nix anderes habe ich wenigstens ein bisschen Geduld gelernt ;)
Juan, mein Chef, ist ganz ok. Ehrlich gesagt verwirrt er mich. Ich könnte eine Analyse seines Charakter erstellen und zu erklären versuchen warum er so ist wie er ist (Ich hab da meine Ideen) aber das mach ich mal besser nicht. Jedenfalls ist er ziemlich streng und korrekt, will das alles perfekt ist, sieht aber auch ein, dass man hin und wieder Fehler machen muss. Dann ist er plötzlich wieder total nett, scherzt die ganze Zeit und hält sich für unglaublich lustig (was wirklich komisch ist ;) ), entschuldigt sich wenn er zu streng war... Ach keine Ahnung, er ist ein ziemlich angenehmer Chef aber teilweise auch anstrengend.
Essen und schlafen geht ganz gut, sonderlich viel bin ich nicht in der Wohnung, mir ist das Büro fast lieber hier habe ich Internet (jaja, ich weis schon, die internetsüchtige Jugend von heute). Mittagessen ist ja immer dabei, und wenn ich mit Juan unterwegs bin, sprich wir beide das Haus gleichzeitig verlassen oder zurückkommen, zahlt er eigentlich eh immer. Ich habe mal gefragt, warum er dann anfangs gemeint hat es wäre nur Mittagessen dabei wenn er mich eh nie zahlen lässt aber keine gescheite Antwort bekommen. Manchmal bekomm ich da direkt ein schlechtes gewissen, aber irgendwie arbeite ich da ja schon viel mehr als in Arosemena. Dann sollte es doch ok sein, oder?

Jedenfalls gefällt es mir eigentlich ganz gut. Ich lerne viele coole Leute kennen, mit Touristen reden puscht mein Englisch wieder ein bisschen, ich hab immer was zu tun was angenehm ist und Juan hat mir versprochen, dass wenn ich mich weiter so gut anstelle er einen Trip auf den Tungarahua und vielleicht sogar den Chimborazo oder Cotopaxi organisiert. Als "Belohnung". Darauf freue ich mich schon riesig *__*

Freitag, 29. Januar 2016

Tungurahua

Ich muss auf den Tungurahua.
Kein "ich will" oder "ich möchte", nein ich muss hinauf. Weil ich ihn heute gesehen habe. Und gestern. Ich war laufen, es war dunkel, der Anblick hat mich fast erschlagen. Rauf zu "las Antenas", eine steile Straße, vorbei an Autos und Fußgängern. Und dann, plötzlich dieser Berg. Es war zu dunkel, nur Umrisse. Irgendwo dunklere Flecken, Wald, dann hellere Stellen, Geröll. Ich war wie hypnotisiert, meine Beine festgefroren, die in meine Glieder kriechende Kälte ignorierend verlor ich mich in dem Anblick. 
Bis es dunkel wurde.
Und er weg war.

Dann heute wieder, auf der Rückfahrt vom Chimborazo, einem Berg der ebenso beeindruckt aber mehr Ehrfurcht als Begeisterung in mir weckt. Wieder lachte er mich an. Bei Tag. 
Asche oder Staubwolken stiegen aus dem Krater auf, umhüllten ihn wie ein gelber Mantel. Keine Wolken, kein Nebel. Es wirkt als erhebe er sich aus dem Nichts, die umliegenden Berge und Hügel wie Zwerge, lächerlich klein. Am Fuße ist er bewachsen, grün, man sieht Wälder, Wiesen, Häuser. Menschen leben hier, schmiegen sich mir ihrem Hab und Gut an einen Berg obwohl dieser ihnen mehr zu nehmen als zu geben droht. Er wirkt fast beängstigend, wenn man ihn so betrachtet. 
Die Spitze fehlt, ein Krater bildet das obere Ende. Es ist kein perfekter Kreis, als hätte jemand mit einem stumpfen Messer und viel Gewalt auf den Berg eingeschlagen. Viele kleine Spitzen , aber kein höchster Punkt. 
Von dem Krater ziehen sich Rillen den Berg hinab, wie Flussbette, aber ohne Wasser. Hier ist der Berg braun, kahl. Ein Geröllfeld. Man bildet sich ein Staub zu sehen, nichts als Staub und Erde.

Und dennoch, ich muss hinauf. Ich will auf der Spitze stehen, ich will wieder das Gefühl haben einen Berg zu bezwingen. Er ist wunderschön, der Tungurahua, schöner und mächtiger als all die Berge die ich bisher sehen durfte. 
Oder ist es nur Einbildung? Weil ich schon zu lange in keinem Gebirge mehr war. Weil dieser Berg, im Gegensatz zum Chimborazo, kein Training oder Wochen an Vorbereitung für mich darstellt? 
Ich weiß es nicht. 
Ich will nicht darüber nachdenken. 
Ich will nur hinauf.







Sonntag, 24. Januar 2016

Neustart

Ich bin in Banos, jep Neustart.
Frage mich wirklich wie das wird...zuerst das Negative:

- Juan (mein Chef) hat zu Hause kein Internet. Nein ich scherze nicht, es gibt kein Internet. Ich kann mir meine Serien in Zukunft wohl abschminken, wenigstens kann ich in der Agentur Internet verwenden. Aber naja, alles kann man da eben nicht machen (wie 40min in irgendeiner Serie gefangen zu sein obwohl, dass wahrscheinlich eh gut is)
-ja, generell Juan. Sehr ernst und streng, keine Ahnung ob das Gut oder Schlecht ist.
-Ich werde am Wochenende nie frei bekommen, nur unter der Woche, vielleicht sogar nur einzelne Nachmittage

+ Ich darf morgen gleich Raftig und Canyoning machen
+ Juan hat mich, wegen meinem Geburtstag auf Pointeing eingeladen. Ist wie Bungee Jumpeing nur ohne zurûckpeppeln. Ich hab mich wie ein Kleinkind angestellt und ca 5 Minuten nur damit verbracht "Bitte nicht" und "Ich kann das nicht" zu sagen. Aber Lustig wars dann doch, nochmal brauch ich das nicht.


Also, einfach gesagt kann man durch einen halben Tag noch nicht sagen wie es wird, ich hoffe es geht gut und wird lustig. Ich werde trotzdem morgen gleich anfangen andere Stellen zu suchen, damit ich im Notfall gerüstet bin. Und ich glaube ich will hier keine 5 Monate bleiben, ich meine komm schon... ohne Internet? Spätestens im April brauch ich das wieder, 6 Staffel von Game of Thrones und so... ;)
Ich lass mir die Serie von nix und niemanden vermiesen, vor allem nicht durch Spoiler. 

Mittwoch, 20. Januar 2016

Reisen mit Mama#7 - Abschied und Otavalo

Der letzte Tag...
Wir standen früh auf um uns noch von Edwin uns Sonnia verabschieden zu können. Dann schnelles Frühstück, packen und ab nach Tena. Dort erwischten wir einen Bus um 9 und es ging weiter nach Quito. Es ist viel angenehmer zu Zweit zu reisen, die 5 Stunden vergingen wie im Flug. Ein bisschen aus dem Fenster starren, wieder einmal (wie bei mir und Mama typisch) über alle möglichen weltlichen, wirtschaftlichen und ökonomischen Themen diskutieren (awww ich habe das so vermisst) und den Urlaub noch einmal in Gedanken durchgehen. Außerdem liebe ich es in die Anden hinaufzufahren, die Berge sind einfach traumhaft schön, wenn der Dschungel immer weniger wird, die Landschaft kahler... es ist zum niederknieen.
In Quito sind wir nicht bis ganz in den Süden gefahren (wieso habe ich das ständig gemacht?) sondern früher ausgestiegen. Mama hat noch Sachen abgeholt, dann waren wir essen und nach einem relativ untramatischen Abschied (das Taxi hat gewartet, mehr als eine Umarmung war nicht drinnen) war sie plötzlich weg und ich wieder allein.
Aber schlussendlich kann ich eigentlich nur sagen, dass der ganze Urlaub der Wahnsinn war. Mal abgesehen davon, dass ich nie gedacht hätte, dass es so lustig wäre mit meiner Mama zu reisen habe wir wirklich viel gemacht und gesehen. Es gibt super Fotos und noch bessere Erinnerungen. Am liebsten hätte ich nie aufgehört zu reisen.

Freitag Abend habe ich dann Abraham, den Brasilianer den wir in Cajas kennengelernt haben, wiedergetroffen, er war auch in Quito. Ich war ja schon oft weg in Ecuador, aber Quito ist  prinzipiell wie bei uns. Während sie am Land noch mehr von der "lateinamerikanischen" Musik zu spielen scheinen war dass dann wirklich wieder dasselbe wie bei uns. Schade eigentlich.
Am Samstag waren wir dann in Otavalo. Abraham fragte ob ich mitwill und ich lass mir doch den Samstagsmarkt nicht entgehen. Gute Entscheidung, er war einfach gigantisch. Ich schwöre, wir sind garantiert 3-4 Stunden nur durch die Stadt gestreunt. Ich habe einen Pulli, einen Schal und wie immer Armbänder gekauft (gottseidank hatte ich nicht mehr Geld dabei). Das einzig mühsame war das verhandeln, obwohl ich mich da wahrscheinlich eh nicht so super angestellt habe. Ich wette ich hätte die Preise noch etwas tiefer drücken können.
Jedenfalls freu ich mich schon wenn ich mit Papa und Dani noch einmal herkomme, muss ja auch jede Menge Mitbringsel etc. kaufen ^^



Dienstag, 19. Januar 2016

Von Abschied und Neuanfang #letzter Schultag

Das hätte mein letzter Reiseblog werden sollen, ein Bericht über Abschied, freudige Wiedersehen und Otavalo. Aber ich werde das erst einmal aufschieben.

Warum? Heute war mein letzter Schultag. Nein, falsch gesagt, heute betrat ich die Schule das letzte Mal. Mein letzter Schultag liegt fast ein Monat zurück. Ich erinnere mich nicht einmal richtig, weiß nur dass Schule für mich etwas selbstverständliches geworden war. Unter der Woche um halb 7 aufstehen, frühstücken und dann bis 12:30 Unterricht. Ich habe nicht mehr nachgedacht, bin nicht mehr mit fixen Plänen und Vorstellungen in die Klassenräume gestolpert, keine Frustration wenn die Kinder wieder einmal alles andere tun außer mir zuzuhören. Ich habe das Leben als Lehrer akzeptiert, es wurde Alltag.
Darum war mein Blog in den letzten Monaten Schulfrei. Warum über etwas schreiben dass Normalität ist? Das Alltag zu werden scheint?
Der Unterricht wurde immer spontaner, immer flexibler und an die Schüler angepasster. Die 7 Klasse will nicht? Ok, ihr Pech, dann machen wir nun einmal wenig bis gar nichts. Ich hörte auf mich fertig zu machen und zu überlegen wie ich die Kinder motivieren kann. Ob das unverantwortungsvolles Verhalten ist? Ich weiß nicht. Aber für eine Freiwillige in einem fremden Land, die keinen Cent für ihre Arbeit bekommt, denke ich es war ok.
Na gut, wenn sie nicht so schnell sind mache ich nun einmal drei Wochen hintereinander mit der dritten Klasse Früchte. Ja, mein Gott dann sind sie halt besser und können schon viel, ist doch toll wenn ich in der 5 drei Wochen vor allen anderen Klassen bin. Ja wenn sie wollen singe ich Weihnachtslieder. Ok, ihr seit unruhig? Dann macht halt eine Klopause. Was ihr wollt immer noch nicht? Selbst nach fünf Wahrungen? Ja dann gehe ich halt. Edwin hat nichts dagegen, ich bin Freiwillige, ich muss mir das nicht antun.

Die Schule hatte gute und schlechte Seiten, Kinder die viel mehr wussten als ich dachte, die aufmerksam waren, mitmachten, Kinder die so motiviert waren dass es beinahe eine Plage wurde. Andere wiederum verschliefen den Unterricht, oder im Extremfall, taten alles damit sie nicht die einzigen Störenden waren. Manchmal musste ich Kinder zum Direktor schicken, manchmal saß ich eine halbe Stunde auf dem Schreibtisch und schaute den Kleinen beim Krach machen zu. Aber dann waren da auch die Tage an denen ich das doppelte von dem machte was der Plan war. Tage an denen ich von Kindern überrannt wurde die mich umarmten, sich weigerten meine Beine loszulassen und eine riesige Menschentraube bildeten. Machmal wurde ich von kleinen Geschenken, seien es Zuckerln, Obst oder Mini Liebesbriefe überhäuft.

Heute dasselbe, die Kinder haben teilweise geweint. Sie wollen nicht das ich gehe, sie verstehen es nicht. Von der 5 Klasse aufwärts haben die Lehrer die Wahrheit gesagt, der neue Direktor will kein Englisch, er sieht keinen Sinn darin. In den anderen war ich undeutlich, habe mich auf die gutes Seiten kenzentriert. In der 5 und 2 Klasse wollten sie mich nicht mehr gehen lassen. Kindertrauben klebten an meinen Füßen, Fotos wurden gemacht, die 7 Klasse ignorierte die ganzen Situation, die 6 war ungewöhnlich still. In der 4 sah ich nur enttäuschte Gesichter, die 3 versuchte noch einmal ihr gesamtes nglisches Vokabular auszupacken und in der 1 verstanden die Kinder nicht ganz was los war. 
Die Lehrer umarmten mich, man versicherte mir weiter für meine Rückkehr zu kämpfen, ich musste alles versprechen sie zu besuchen, ich könnte jederzeit in die Klassen kommen und sei es nur auf ein schnelles "Hello". 
Es war Herzzerreißend, ich will die Kinder nicht so zurücklassen. Weil ich dachte es wäre eine nette Geste habe ich jedem Zuckerln gegeben aber wenn ich ehrlich bin war es nicht genug. Sie mögen es nicht realisieren aber ich habe in den letzten Monaten durch das Unterrichten so viel gelernt. Wie soll ich das je wieder gut machen? Vor allem, wenn ich aus den Augen der Kinder, ohne richtigen Grund überstürzt weggehe.

Am Sonntag geht es los, nach Banos, ich habe in einer Touristenagentur eine Stelle gefunden. Ich freue mich wegzukommen, aus Arosemena, von Tena. Ich habe hier nie richtig Anschluss gefunden, auch wenn die Menschen wirklich nett sind und sich alle mühe geben. Aber ich passe hier nicht her, es ist einfach keine Umgebung in der ich mich wohlfühlen kann. Etwas neues, anderes sehen wird mir gut tun, aber allein der Kinder wegen würde ich dableiben. Die Schule ist nicht einfach und es gab Tage an denen ich mich im Bett verkriechen und nie mehr rauskommen wollte, aber allein die Blicke auf ihren Gesichtern, wie sie mich ansehen, ich merke einfach wie viel ich ihnen bedeute. Und es ist schön zu wissen, dass man zu den Lehrern gehört die die Kinder erwarten, bei denen sie nicht tief in den Sessel sinken und stöhnen sondern aufspringen und jubeln (tun sie wirklich).
Wenn ich früher gewusst hätte dass es so endet hätte ich meine Zeit hier mehr Wertgeschwätz. Das tut mir jetzt Leid.

Reisen mit Mama #6 - Arosemena Tola

Wieder ein Nachtbusfahr, diesemal von Cuenca nach Tena., oder eher, Arosemena. Natürlich gibt es da keine Direktbusse, wir musste von Cuenca nach Ambato (ca 7h) und dann weiter nach Tena, über Banos und Puyo (3h). Um 11:15 ging es los, schlafen ist für mich in Busen immer noch ein Ding der Unmöglichkeit, um 9 Uhr kamen wir an.
Natürlich regnete es und als wir ankamen war niemand im Haus (außer Andrés der wieder einmal bis 12 geschlafen hat). So machten wir es uns gemütlich, ich gab Mama eine kleine Hausführung, und dann entdeckte ich ein Paket in meinem Zimmer. Ja, mir hat tatsächlich noch jemand ein Paket geschickt. Dieses Mal mein Papa, Weihnachtsgeschenk. Ich habe es geöffnet und im selben Moment dem Himmel dafür gedankt eine Familie zu haben die mich kennt und versteht. Ich bin jetzt im Besitz einer kleinen Espressomaschine, eine der Art die man zum campen mitnehmen kann. Dazu ungefähr ein halber Kilo wirklich guter Kaffee. Und dann hat mein Papa es sich nicht nehmen lassen mir den neuesten Asterix zu schicken. Bei diesem Anblick habe ich einfach einen Lachanfall bekommen, kaum zu glauben, dass ich diese Heftln ( ich finde sie immer noch genial) nach all den Jahren immer noch sammele.
So gönnten ich und Mama uns einen Espresso, packten ein bisschen aus/um, quatschten mit ein paar Leuten in Österreich und dann kam die Sonne raus.
Ich spielte Stadt oder eher Dorfführer und wir besichtigten kurz die Schule, gingen dann runter zum Fluss wo wir gleich von ein paar Schülern, die mich aus den Klassenzimmern heraus beobachtet hatten, eingeholt wurden. Sie liefen vorran, waren super lieb, bauten meiner Mama eine Brücke durch das Unterholz und spielten schlussendlich noch ein bisschen mit der Kamera. Wieder oben deckten sie uns noch mit allerlei Früchten ein und irrendwann verabschiedeten wir uns dann.
Am Nachmittag ging es kurz nach Tena, wir klärten alles für die Tour am nächsten Tag, waren Maito de Tilapia essen und Michelata trinken. Mama konnte ich von letzterem nicht überzeugen, ich liebe es immer noch. Am Abend trafen wir dann endlich Edwin und Sonnia, die den ganzen Tag unterwegs waren und meine Mama wurde gleich der Familie vorgestellt. Oder dem Teil der gerade da war. Ich finde es ja immer noch beeindruckend wie gut meine Mutter nach all den Jahren noch Spanisch spricht oder eher versteht. Zugegebenermaßen nicht so viel, aber dafür dass sie seit 20 Jahren nichts dafür gemacht hat...
Ich und meine Schüler

Maito de Tilapia

Donnerstags ging es in aller früh nach Tena, um 9 Uhr machten wir uns von der Agentur auf zu dem Wasserfall Pimpilala. Übersetzt heißt Schmetterling, in der Gegend scheint es viele davon zu geben. Bevor wir ankamen machten wir noch einen Abstecher zu einer Art botanischem Garten, von einer älteren Dame betrieben deren Hobby es ist durch das ganze Land zu reisen und Pflanzen zusammenzutragen. Vor allem die Orchideen waren wunderschön.
Bei der Wasserfalltour geht man nicht einfach eine Weg an einem Fluss entlang sondern klettert über die Wasserfälle einen Hügel hinauf. Es war wirklich lustig, unser Guide stellte sehr schnell fest dass bei uns meine Mama die Kletterin ist und meinte ganz beeindruckt, dass hier die meisten Leute in ihrem Alter nicht so fit und aktiv sind. Mir war der Weg teilweise etwas unheimlich, rutschige Steine, Baumstämme die als Treppen dienen und dazu viel geklettere. Aber auch wenn ich mich nicht immer geschickt anstelle, ein bisschen klettern kann ich auch. Außerdem war es unglaublich erfrischend sich hin und wieder unter die verschiedenen Wasserfälle zu stellen.
Irgendwann kamen wir dann zu einem etwas größeren Exemplar bei dem ich promt nicht mehr in der Lage war ohne Hilfe weiterzugehen. Aber dazu hatten wir ja Klettergurte mit. Oben angekommen badeten wir noch in einer Mini Lagune und dann ging es, über einen Landweg, zurück.




Wieder ein Gesicht ;)

Montag, 18. Januar 2016

Reisen mit Mama #5 - Cuenca


Die Busfahrt nach Cuenca war, einfach gesagt, ziemlich ermüdend. Am Abend ging es von Puerto López nach Guayaquil, im Bus wäre ich beinahe erfroren, dann weiter nach Cuenca. Dort kamen wir um kurz vor 6 Uhr früh an, machten uns auf die Suche nach einem Hostel. Wenn man an einem solche belebten und touristischen Ort die Möglichkeit hat menschenleere Straßen zu sehen, dann ist man wirklich zu früh unterwegs.
Nach Frühstück in einem Lokal, dass von US Amerikanischen Rentnern geflutet wurde, aber super Crepes hatte, machten wir uns auf die Stadt zu erkunden. Erst ging es in ein Museum über die verschiedenen Indiogenen Kulturen in Ecuador. Dann ein Spaziergang durch die Altstadt und zu den wichtigen Plätzen. Cuenca ist die wohl sauberste und ordentlichste Stadt in Ecuador. Wo sonst immer halbfertige Häuser und Kabelsalate den Blick zerstören sieht man hier nur ordentliche Straßen, schöne Plätze und alte Kolonialhäuser. Mir hat das Stadtbild super gefallen, nicht so riesig wie Quito, wo man Stunden vom einen zum anderen Ende braucht, aber groß genug und noch dazu wunderschön.
Danach ging es zu einem weiteren Museum, in dem es Austellungen über Geld, Kunst und Ecuador im allgemeinen gab, außerdem konnte man hier einen alte Inka Ruine betrachten, auch wenn es eher ein paar aufeinandergeschichtet Steine als mächtige Bauen waren. Wir spazierten den Fluss entlang, betrachteten die Stadt noch ein bisschen länger und gönnten uns dann mir zu liebe einen Burger. Irgendwann, so um 5 herum merkten wir aber nach einer kaum durchschlafenen Nacht, dass einen ganzen Tag durch die Stadt laufen anstrengend ist und es ging zurück ins Hostel.

wurde gerade ein religiöses Fest gefeiert
Altstadt

Tag 2 in Cuenca wollten wir zu einigen Samstagsmärkten in der Umgebung schauen, darum ging es zuerst in das eine Stunde entfernte Dorf Gualaceo. Nur dass mein Reiseführer komplett daneben lag und kein Markt existierte. Dass mussten wir feststellen nachdem alles was wir fanden zwei riesige Essensmärkte waren. Aber nach einer Pause am Fluss, ein wenig im Wasser plantschen und Essen am Markt macht dass auch nicht mehr viel aus. Außerdem trafen wir dann überraschend am Markt eine ältere Dame die uns erklärte sie würde es lieben Leute aus anderen Ländern kennenzulernen und uns bereitwillig zu ein paar Handarbeitgeschäften brachte und uns schlussendlich zum 10 Minuten entfernten Nachtbarsort lozte wo man wirklich jede Menge Krims Krams kaufen kann. Außerdem war es fast noch schöner und sauberer als Cuenca, wenn auch sehr klein.
Einmal ein entspannenderer Tag.
Das ist ein richtiger "Food-Market"

Am dritten Tag ging es nach Ingapirca, der einzigen wirklich großen Inka Ruine in Ecuador. Laut Mama wäre das in Peru zwar nichts weiter als ein kleiner Steinhaufen am Straßenrand aber gottseidank hab ich da zumindest keinen Vergleich. Nachdem wir den wie immer viel höheren Touristeneintrittspreis gezahlt hatten ging es auf Steinhaufen betrachten. Unsere Guide war wirklich toll und eigentlich ist die Ruine ja nicht unspäktakulär. Ein gibt ein relativ gut erhaltenes Gebäude, einen alten Sonnentempel, an dem man die Inkaarbeit noch gut erkennen kann. Außerdem war es interessant zu erfahren, dass die umliegenden Bauern die Ruine bis vor kurzem als Aussichtspunkt für die nähere Umgebung benutzt haben.
Nach der Führung gingen wir einen kleinen in der Nähe angelegten Weg entlang der unter anderem an einer Felskonstelation vorbeiführt die wie ein Gesicht aussieht "La Cara del Inka" und weil man in meiner Familie ja nicht einfach nur Steine betrachten kann, hatschten wir noch einige Zeit durch die nähere Umgebung. Hügelauf und abwärts, durch Felder, an Bächen entlang und am Ende auf Schotterstraßen. Von den Einheimischen brachte uns dass einige belustigte Blicke ein, ich glaube das Konzept von wandern ist den Leuten hier eher unbekannt.
Nachdem wir zurück und unfähig waren im Dorf etwas zu Essen zu finden, und ein Bus gerade am wegfahren war, machten wir uns auf die Rückweg nach Cuenca wo wir halb verhungert ankamen und überglücklich in ein kleines Lokal Merianda essen gingen.


der Sonnentempel

La Cara del Inka

Der letzte Tag in Cuenca fing mit einem gigantischen Frühstück am Markt an. Ich wollte, dass Mama Mote (eine Art große gekochte Maiskörner) probiert also haben wir zwei Motte Pillos (Mote mit Ei) bestellt, eines hätte locker gereicht. Es endete damit dass wir den Rest einpackten und mitnahmen. Dazu gab es Morocho, ein süßes Milchartiges, mit Gewürzen und ein bisschen Reis versehenes, Getränk. 
Dann ging es zum Nationalpark Cajas, eine gute Stunde mit dem Bus entfernt. Die Berge in dem Park erinnern an die Alpen, viele schroffe aber bewachsene Hügel, eine Moorartige Landschaft, feucht und kalt, mit vielen Lagunen und jede Menge Wasser. Man kommt mit dem Bus zu einer Lagune die einen der viele Eingänge in den Park darstellt. Von dort aus können mehrere Routen begangen werden, wir beschlossen den nächsten der umliegenden Hügel zu besteigen, war immerhin 4260m hoch (die Lagune war auf ca 3800m). Der Weg war mit 3h 50 angeschrieben, aber zuerst brauchten wir einmal eine gute halbe Stunde um den Anfang zu finden. Wir irrten eine Weile, begleitet von einer Gruppe aus Uruguay, einer Argentinierein und einer Italienerin, durch die Gegend, schlugen uns durch Unterholz und landeten irgendwann auf einer Straße und zu guterletzt auf dem Weg. Von dort aus brauchten wir eine knappe Stunde auf die Spitze, auch wenn ich gestehen muss die Höhe hier etwas gespürt zu haben, dann groß Pause gemacht, Obst vom Mark gegessen und noch eine Stunde hinunter. Alles in allem war es eine drei Stunden runde (mit verlaufen) ich frage mich wirklich wer hier die ganze Zeit benötigen würde.
Zurück nach Cuenca ging es mit einem Bus der von Guayaquil kam, während der Fahrt unterhielten wir uns lange mit einem Brasilianer der zuvor in Bolivien und Peru unterwegs gewesen war und mir nach dem aussteigen anbot, sollte ich je nach Brasilien kommen, könnte ich jederzeit bei ihm oder Freunden unterkommen. Außerdem kannte er Österreich, war anscheinend ziemlich lang in Europa, Italien, Frankreich und Russland. Nur Graz sagte ihm natürlich nix.
Zurück in Cuenca war zuerst Abendessen angesagt und dann mirzuliebe ein Ausflug in "Cafe Austria" auf einen Espresso und Apfelstrudel mit Vanilleeis. Das Eis war vergessenswert aber sowohl der Kaffee als auch der Strudel wirklich verdammt gut gemacht. Im Hostel durften wir noch duschen (obwohl wir schon ausgechekt hatten) und Sachen umpacken, außerdem wurden uns Popcorn und Kekse geschenkt, dann ging es zum Busbahnhof und auf nach Arosemena.
Da oben waren wir


super leckere Frucht

Apfelstrudel !!!

Freitag, 15. Januar 2016

Reisen mit Mama #4 - Puerto López


Der 5 Jänner ist ein Reisetag (gottseidank der letzte), erst von Riobamba nach Guayacil, dann weiter nach Puerto López, Küste, Meer, Sand, Sonne... Tagsüber busfahren ist einfach nur langweilig, irgendwann wird einem selbst aus dem Fenster starren zu blöd. Aber um 8 am Abend sind wir dann endlich da, mit einem Mototaxi geht es vom Terminal in den Ort. Nachdem uns der Taxifahrer ein Hotel aufgeschwatzt hat (eh Ok) werden wir dort gleich von einem Touristenguide erwartet der uns sofort einen Ausflug zur Isla de la Plata aufschwatzen will. Irgendwann werden wir alle los und machen noch einen kleinen Spaziergang durch das Dorf, halten die Füße ins Meer und genießen die warme Abendluft. Ich kann mich, sobald meine Füße den Sand und dann das Wasser berühren, einfach nicht mehr zurückhalten, aus der 18 jährigen Auslandsfreiwilligen wird wieder ein kleines 8 jähriges Mädchen für das es nichts schöner gibt als durch den Sand zu rennen und loszuquietschen sobald Wasser seine Füße berührt. Dann noch schnell eine Kleinigkeit essen und einen Cocktail (ich finde wirklich gefallen an Rumdrinks) aber dann geht es ins Bett.

Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug zu "Los Frailes", angeblich einer der schönsten Strände in Ecuador. Typisch fahren wir die 3km vom Eingang nicht mit einem Mototaxi sondern nehmen einen kleinen Wanderweg der an Buchten und Aussichtspunkten vorbeiführt. Die Landschaft ist karg, viele kleine Bäume, die gerade ein paar Zentimeter größer sind als ich, und Büsche aber nichts hat Blätter oder ist grün. Das ganze fühlt sich an wie Griechenland im Juli/August. Normalerweise wäre gerade Regenzeit aber dieser lässt sich nicht blicken. Natürlich gehen wir um 12 Uhr Mittags los, bei strahlendem Sonnenschein und ob es wirklich nur 3km waren...
Der Weg geht auf und ab, wir kommen an einem Strand mit schwarzen Sand vorbei wo wir schnell ins Wasser Hüpfen, dann noch eine Bucht in der man aufgrund des starken Wellengang nicht schwimmen darf, am Ende noch zu einem Aussichtsturm von dem man einen tollen Blick auf die Umgebung hat und dann endlich (nach 2h) sind wir am Strand. Weil kein Sonnenschirm legen wir uns einfach unter ein paar Bäume die wie wir später feststellen giftig sind (wir leben aber noch), und nach 2h am Wasser liegen, lesen und schwimmen werden wir um Punk 4 von Aufsehern verscheucht. Der Nationalpark zu dem der Strand gehört schließt. Zurück geht es noch Ceviche essen (ich habe ja eine Liste aller Dinge die Mama probieren muss, beim Frühstück waren Bolones dran).

Die (trokene) Landschaft


Schwarzer Strand

Los Frailes (ohne Leute)


Ich und Mama

An Tag 2 geht es um 9:30 zur Isla de la Plata, wir diskutieren noch über den Preis (2 Deutsche in unsere Gruppe haben weniger gezahlt) schaffen es etwas Nachlass zu bekommen und dann geht es schon los. Diese Insel ist auch Teil des Nationalpark Machalilla wie Los Frailes, viele sagen es ist ein "Galapagos für Arme" da es einige Tiere gibt die man sonst nur auf diesen Inseln sehen kann. Die Bootsfahrt dauert eine gute Stunde, danach werden wir in Englisch und Spanischsprachige Gruppen aufgeteilt. Grundsätzlich ist es nicht viel mehr als ein kleiner Spaziergang über die Insel, auch hier ist die Vegetation eher karg uns trocken, der Regen fehlt meint unser Guide, es sollte viel Grüner sein. Leider besuchen wir die Insel genau zu jener Jahreszeit in der Vögel rar sind, wir laufen aber an ein paar Nestern vorbei, sehen einige Jungvögel und dann sogar Erwachsene. Der Weg führt uns zu Klippen von denen man eine tolle Aussicht hat, der Wind pfeift uns um die Ohren, die Sonne knallt vom Himmel, ich bin heilfroh dass ich mir einen Sonnenhut gekauft habe. Wenn auch von der "alte Hollywooddiva" Sorte. Zurück am Boot geht es dann ein bisschen um die Insel wo wir noch eine Stunde schnorcheln können. Korallen und Pflanzen beeindrucken weniger, dafür sehen wir eine rießen Vielfalt an Fischen, einige einen halben Meter lang. Es war außerdem lustig ein paar anderen Touristen, die nicht schwimmen konnten, dabei zu zusehen wie sie mit Schwimmwesten durchs Wasser strampeln. Am Abend geht es zu einem unglaublich netten kleinen Lokal am Strand wo es unter anderem pescador encocado (in Kokossose) und pescado en salsa de maracuya gibt. Mama nimmt ersteres uns für mich macht der Koch eine Mischung aus beidem, ich kann mich nun einmal nie entscheiden.





Der Hafen
Die letzte Nacht verbringen wir ein einem anderen, etwas besserem Hotel mit super netten Innenhof und kleinem Swimmingpool sowie wirklich guten Kaffee (kein Instand oder Filter). Wir wollen mit dem Nachtbus nach Cuenca, aber davor geht es noch zu "Agua Blanca", eine kleine Comunidad ein Stück von Puerto López entfernt. Erst mit dem Bus zum Eingang (wieder Nationalpark) von dort müssten wir 5km zu Fuß gehen aber " zufälligerweise" taucht genau in dem Moment ein Mototaxi auf uns wir ersparten uns den Fußmarsch. In dem Dorf bekommt man für 5$ Eintritt eine Führung durch ein kleines Museum in dem Reste der früher hier lebenden Kulturen ausgestellt sind und dann gibt es eine Rundgang durch die näher Umgebung, wir sehen eine Grabstätte mit Tonkrügen in die Verstorbene beerdigt wurden, gehen ein bisschen durch die Gegend und können ein ausgetrocknetes Flussbett (normalerweise sollte es Regnen, immer das gleiche...) einen rießen Kaktus und jede Menge kleine Höfe mit Tieren und Pflanzen bewundern. Unser Guide erklärt, dass Agua Blanca eine Art selbstverwaltende Community ist. Ich will nichts falsches sagen, wen es interessiert der muss sich selbst informieren aber soweit ich es verstanden habe wird hier alles untereinander geregelt. Will man zum Beispiel Landwirtschaft betreiben muss man um Land ansuchen, meistens wird es gewährt, aber sobald man es nicht mehr verwendet geht es an die Gemeinde zurück. Dasselbe gilt auch für Grund um ein Haus zu bauen etc.
Irgendwann erreichen wir dann Ausgrabungstätten wo die Grundrisse eines alten Hauses oder Versammlungortes zu sehen sind und am Ende kommt dann das "Highlight", eine Mini-Langune mit Schwefelwasser. Es stinkt gewaltig und ist auch ein bisschen warm, trotzdem schmieren ich und Mama uns mit dem dort auffindbaren schwarzem Schlamm ein (richtige Schönheiten danach) und genehmigen uns ein Bad in dem kleinen Teich. Soll ja super für die Haut sein, nicht umsonst kann man "Schlammkuren" und Ähnliches machen. Nachdem wir noch kurz bei dem kleinen Handarbeitsmarkt vorbei schauen, es gibt wirklich wunderschöne Ketten, Armbänder usw, geht es zurück. Leider diesesmal zu Fuß, aber nachdem wir ca eine halbe Stunde die Straße entlanggehascht sind, fährt plötzlich ein kleiner Eiswagen an uns vorbei. Hand ausgestreckt und schon haben wir eine Mitfahrgelegenheit, sogar bis Puerto López. Neben der laut brummenden und heißen Eismaschine kauernd fahren wir so die Hauptstraße entlang und sorgen für einige Lacher von Einheimischen. Zurück haben wir noch genug Zeit um etwas zu Essen und eine Kaffee zu trinken, dann geht auch schon die Reise nach Cuenca los. 

"Ausgrabungen"

Einfach ein bisschen Gegend ;)
Der Nationalpark (und ich)

Kakteen

Handarbeitsmarkt

Mittwoch, 13. Januar 2016

Reisen mit Mama #3 - Chimborazo

6310m, eine mit Eis uns Schnee bedeckte Kuppe, inmitten einer kargen Fels- und Hügellandschaft die einen nur mehr im Entfernetsten an fruchtbaren oder grünen Bergen denken lässt. Ein Berg der sich im Nichts gegen den Himmel streckt, so hoch und gewaltig dass die Spitze permanent Wolken einzufangen scheint, Felswände die von Geröll und losen Steinen bedeckt sind, und durch ihre rote Farbe noch beeindruckender wirken.
Das ist der Chimborazo.

Um 8:30 geht es von Baños los, durch hügelige Landschaften, Riobamba und schlussendlich zum höchsten Berg in Ecuador. Die Landschaft wird eintöniger, die Häuser seltener, die Luft dünner. Wir werden den Berg nicht bezwingen, ein Dinger der Unmöglichkeit ohne Akklimatisation, aber der Tag wird sich dennoch als Erlebnis herausstellen. Die Anden sind anders als die Alpen, wo sich bei uns ein Berg an den nächsten hängt, immer von tiefer gelegenen Tälern getrennt, hat man hier sanfte Hügellandschafften, nur teilweise von gewaltigen Bergen unterbrochen, die dann noch 1-2000m extra dem Hochland hinzufügen. Darum ist der erste Blick auf Ecuadors höchsten Berg auch einer der atemberaubendsten den ich je erhaschen durfte, weil es nichts vergleichbares im Umfeld gibt. Dazu kommt die Höhe, das Gefühl den Wolken nahe zu sein. Was sonst so weit weg wirkt ist plötzlich nur mehr einige Sprünge entfernt, sonst zierlich und klein wirken sie riesig und bedrohlich.
Wir fahren bis zu 4800m, es ist kalt und heiß zugleich. Kalt wegen der Höhe, dem Wind, heiß durch die Sonne. Wir sind zu 5, Mama, Nick, ich, unser Guide und ein weiterer Tourist aus Costa Rica, Andrés. Ich rede mit ihm während wir zu einer kleinen Lagune auf 5100m aufsteigen, es ist interessant mehr über andere Länder in Südamerika zu erfahren. Und es lenkt ab, Höhenprobleme habe ich zwar weniger, kein Kopfweh oder Übelkeit, aber in einer Woche von 0 auf über 5000m spürt man schon. Jeder Schritt zählt doppelt oder dreifach, nach 50 Metern brauche ich Pausen. Die Lagune ist fast ausgetrocknet aber die Aussicht gewaltig. Wir gehen noch ein Stück, Nick hätte die Spitze am liebsten mitgenommen. Dann zurück zum Refugio, Mittagessen, wandern (auch wenn nur für 2h und 350 Höhenmeter) macht hungrig.
Dann endlich ist es soweit, wir bekommen unsere Fahrräder, Helme, Handschuhe, vor uns eine mehr als 2000 Höhenmeter Abfahrt. Bis zum Eingang des Nationalparks ist der Weg holprig, ich werde durchgeschüttelt, versuche den etlichen Rillen im Boden auszuweichen. Doch die Landschaft gleicht die Unannehmlichkeiten aus, der Berg im Hintergrund, vor uns die kahle Mondlandschaft, man kommt aus dem staunen nicht heraus. Zwischendurch sieht man immer wieder Tiere und ich bin überrascht wie Menschenleer die Gegend doch ist. Nach dem Eingang des Nationalparks wird die Straße schöner, die Autos häufiger, die Gegend grüner. Wir rasen steile Hügel hinunter, radeln durch kleine Dörfer, winken den amüsierten Einheimischen zu die nicht nachvollziehen können was an einem roten Steinhaufen mit etwas Schnee so besonders ist, und strampeln kleine Steigungen hinauf (auf 3-2000 m ist Sport immer noch Mühsam). Irgendwann reicht es selbst mir und Andrés und wir steigen als letzte zurück in das Auto.

Die Lagune auf 5100m


Der Chimborazo

Mama und Nick

Berg und Refugio

Aus der Ferne (Aber mit Wolken)

Vicuna

Lama
In Riobamba trennen sich unsere Wege, Andrés fährt in den Norden, unser Guide zurück nach Baños, wir in ein Hotel. Für mich und Mama geht es am nächsten Tag nach Puerto López, für Nick zurück nach Österreich. Es war ein beeindruckender Tag, ein Erlebnis das ich nicht vergessen werde, ein Berg der in mir das innige Bedürfnisse geweckt hat solche Riesen wieder zu erklimmen.

Montag, 4. Januar 2016

Reisen mit Mama #2- Baños Wasserfallweg

Hier komm ich ja wirklich ständig zum schreiben ;)
Is das jetzt gut oder schlecht?
Habe Mama und Nick ein bisschen Zeit für sich alleine gelassen und bin vom Fahrradausflug früher zurück. Haben heute diesen Wasserfallweg nach Puyo mit dem Rad gemacht. (also nicht ganz nach Puyo) Dafür früh aufgestanden (ich glaube ich habe alle in meinem Zimmer aufgeweckt...) sind zum Markt frühstücken gegangen, und eines muss gesagt werden, ecuadorianisches Frühstück ist nicht einfach nur billiger als in irgendeines der auf Touristen ausgelegten Lokale zu gehen, es gibt auch viel mehr aus als ein/zwei Weckerln mit Butter und Marmelade und vielleicht einem Ei. 
Dann haben wir alles wegen Morgen fixiert (ich verrate immer noch nicht was es ist, ihr werdet alle Augen machen!... naja zumindest die wenigen denen ich es bis dahin nicht eh schon erzählt habe...mein Blog hat jetzt nicht so viele Leser) und dann Fahrräder ausgeborgt. Dieser Wasserfallweg ist eine Mischung aus "Spektakulär" und "ein wenig enttäuschend". Einerseits ist die Landschaft echt schön, die Berge...., man fährt eine Schlucht entlang, immer wieder diese riesen Wasserfälle... andererseits fährtmuss man sich die Straße mit jeder Menge Autos teilen , heißt ständig Angst überfahren zu werden. 
Und es ist recht kurz.
Zwischendrin gibt es immer wieder "Raststationen", bei denen (wie immer) Straßenverkäufer Essen und Krims-Krams verkaufen, nebenbei wird auch Canopy angeboten. Ähnlich wie Flying-Fox, nur viel länger, und man  es in "Supermannposition" machen. Kurze Rede, langer Sinn, ich habe es einfach einmal ausprobiert. Kommt nicht an Fallschirmspringen heran aber mit solch einer Geschwindigkeit über eine riesen Schlucht zu zischen hat was ;)
Am Ende kann man dann einen riesen Wasserfall besichtigen, haben wir natürlich gemacht. Man wird bei dem ganzen Spektakel ganz schön nass, aber gewaltig ist der allemal. Nur muss man sich hin und wieder durch enge Felspalten zwängen um zu den wirklich tollen Aussichtspunkten zu kommen.

Erste Station

"Superman"

Canopy


Sogar mit Regenbogen



Noch einmal Baños