Sonntag, 19. Juli 2015

Tag 3 - Schiffsfahrt



Auf einem Schiff, wieder einmal. Nur leider nicht segeln, damit kann so ein großes Sightseeing Touristenschiff nicht mithalten. Vollkommen der Sonne ausgeliefert, hoffend nicht krebsrot nach Hause zu kommen, versuche ich die Aussicht zu genießen. Zwischen einer Masse aus anderen Touristen, deren Altersdurchschnitt ich wahrscheinlich sehr hebe (außer man zählt all die mehr oder weniger kleinen Kinder dazu). Es geht die Spree entlang, vorbei an allerlei super wichtiger Gebäude die mir bekannt sein sollten, am ehemaligen Hafen entlang, bei dem plötzlich die Kommentare des Guides aufhören obwohl er zumindest auf mich den größten Eindruck macht. Wieder einmal wirkt hier alles Berlin-typisch alternativ und man sieht mit Graffiti beschmierte Mauerreste. Dann den Landwehrkanal entlang zurück, durch meinen mittlerweile alten Bekannten Kreuzberg,  und mir wird wieder bewusst wie verdammt grün Berlin ist. Überall Bäume, Parks, Schatten. Gottseidank wird das 
Wetter schlechter, kaum zu glauben wie sehr man sich über Bäume und Wolken freuen kann.

Ich frage mich ob ich in Berlin als Tourist erkannt werde. Also wenn ich nicht grade mit meiner Mama an der U-Bahn Haltestelle stehe und darüber diskutiere in welche Richtung wir müssen. Oder mich auf keiner quasi-Touristenkreuzfahrt befinde. Da Aussehen in Berlin irgendwie keinen besonderen Stellenwert hat und ich immerhin die Sprache der Einheimischen spreche ( ich würde ja behaupten, dass ich keinen sonderlich starken Dialekt habe), könnte man ja meinen, dass ich ganz gut ins Bild passe. Mamas Freundin meinte gleich ich sollte hierher zurückkommen und studieren. In Berlin, das hätte schon was. Die Stadt ist wirklich der Wahnsinn, ich glaube ich habe noch selten einen Ort nach so kurzer Zeit so geliebt. Billig ist es auch, von den Noten her würde es gehen und zumindest meine Mutter würde es freuen. Ein weiterer Grund immer wieder hierher zu kommen. Die Frage wäre nur wie ich das allen anderen schmackhaft mache.
Eine weitere Frage, die sich im Laufe der Fahrt stellt, ist wie viele Leute bisher schon Schmerzenzgeld von den Veranstaltern verlangten, weil sie schlau genug waren unter Brücken aufzustehen. Jetzt werden wir alle gefühlten drei Minuten dazu aufgefordert nicht mehr sitzen zu bleiben. Wenigstens sind sie konsequent genug diejenigen, die diese Regeln nicht allzu ernst nehmen, sofort anzukeifen. Ich denke, hier wurden echt einige schlechte Erfahrungen gemacht.

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