Sonntag, 26. Juli 2015

Bücher in Berlin



Eine größten Überraschungen an der Woche in Berlin war für mich wohl, dass ich anstatt Souvenirs oder Gewand etlichen Büchern nach Hause brachte. Alles in allem hatte mein Koffer knappe vier Kilo mehr und in meinem Bücherregal befinden sich 9 neue Bücher. Wie kam es dazu? Darüber möchte ich heute reden und euch ein paar Orte vorstellen die man in Berlin nicht auslassen sollte, wenn man Bücher liebt.

Another Country
Ein kleiner, englischer Second-Hand Buchladen in Kreuzberg. Wird er betreten, fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Ein kleiner Raum, vollgestopft mit Büchern. An den Wänden reihen sich die Regale, Bücherstapeln auf Tischen und am Boden. In einer Ecke sitzt ein Mann hinter einem Schreibtisch, er blickt kaum auf wenn man den Laden betritt, lässt sich keine Sekunde aus der Ruhe bringen. Auf Fragen reagiert er freundlich, erklärt das System (Bücher können gekauft oder geliehen werden, ca eines in 10 Büchern steht nicht zum Verkauf frei, Preise variieren), spricht aber nur Englisch.

Was ist jetzt das Faszinierende an diesem Laden?
Erstens natürlich die Auswahl. Während sich im Obergeschoß Bücher der normalen Literatur stapeln findet man im Keller eine riesen Sammlung an Fantasy und Science-Fiction, und alles in Englisch. Zweitens, die Atmosphäre, man darf es sich nicht wie eine Buchhandlung vorstellen. Es wirkt fast als würde hier jemand wohnen. Zwischen den Regalen und den hunderten Büchern die überall verstreut herumliegen, befinden sich Stühle und Tische. Im Keller findet man zwei Kühlschränke mit Essen und Getränken, die Kunden werden gebeten sich doch etwas zu nehmen und oben zu bezahlen. Unter einem Tisch liegt eine Packung Vollkorntoast, in einer Ecke steht Geschirr. Es wirkt fast wie eine Wohngemeinschaft, es scheint egal zu sein ob man Bücher kaufen will oder sich einfach in eine Ecke setzt, eine Bionade trinkt und etwas schmökert.

Trotzdem, für Ordnungsfanatiker ist der Laden nichts. Auch für Menschen, die Wert auf neue und ungebrauchte Bücher setzte. Die gibt es auch, aber die meisten sind schon abgegriffen (dafür auch billig). Ich habe es genossen, drei Bücher für 12 Euro und das innige Bedürfnis diesen Laden nie mehr zu verlassen.

Dussmann:
Die klassische Buchhandlung, aber viel gewaltiger. Ein Geschäft, in dem man Stunden brauchen würde nur um das Erdgeschoss zu erkunden. Überall neue Seitenräume, es gibt hier nicht, dass es nicht gibt. Klassische Literatur, Fremdsprachen, Reiseführer, Kinderbücher, Mangas, Musik, Platten. Die Auswahl ist überwältigend und man bekommt, in einer Welt in der anscheinend kaum noch jemand liest, wenigstens teilweise das Gefühl, dass Bücher doch noch eine kleine Bedeutung im Leben vieler Menschen spielen.

Café Tasso
Ein Kaffee voller Bücher, schon vor dem Laden findet man Kisten mit den verschiedensten Werken, in einem Nebenraum und im Keller stapeln sich gefühlt Tausende weitere. Das Besondere an der Geschichte, jedes Buch kostet einen Euro. Es ist schwer sich zurückzuhalten, die Auswahl ist riesig. Und das Sahnetüpfchen, es gibt auch super Essen und Süßes.

La Rayuela
Nicht sonderlich groß oder spektakulär, aber irgendwie einzigartig. Ich war noch nie in einer rein spanischen Buchhandlung. Es ist etwas anderes und wenn mein Spanisch besser wäre, wahrscheinlich wäre ich ausgeflippt. Eine nette Verkäuferin die mich super beraten hat, eine tolle Atmosphäre und ein super Ort für alle, die gerne spanische Literatur lesen.

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