Eine größten
Überraschungen an der Woche in Berlin war für mich wohl, dass ich anstatt Souvenirs oder Gewand
etlichen Büchern nach Hause brachte. Alles in allem hatte mein Koffer knappe vier
Kilo mehr und in meinem Bücherregal befinden sich 9 neue Bücher. Wie kam es
dazu? Darüber möchte ich heute reden und euch ein paar Orte vorstellen die man
in Berlin nicht auslassen sollte, wenn man Bücher liebt.
Another Country
Ein kleiner, englischer
Second-Hand Buchladen in Kreuzberg. Wird er betreten, fühlt man sich wie in
einer anderen Welt. Ein kleiner Raum, vollgestopft mit Büchern. An den Wänden
reihen sich die Regale, Bücherstapeln auf Tischen und am Boden. In einer Ecke
sitzt ein Mann hinter einem Schreibtisch, er blickt kaum auf wenn man den Laden
betritt, lässt sich keine Sekunde aus der Ruhe bringen. Auf Fragen reagiert er
freundlich, erklärt das System (Bücher können gekauft oder geliehen werden, ca
eines in 10 Büchern steht nicht zum Verkauf frei, Preise variieren), spricht
aber nur Englisch.
Was ist jetzt das Faszinierende
an diesem Laden?
Erstens natürlich die Auswahl. Während
sich im Obergeschoß Bücher der normalen Literatur stapeln findet man im Keller
eine riesen Sammlung an Fantasy und Science-Fiction, und alles in Englisch.
Zweitens, die Atmosphäre, man darf es sich nicht wie eine Buchhandlung
vorstellen. Es wirkt fast als würde hier jemand wohnen. Zwischen den Regalen
und den hunderten Büchern die überall verstreut herumliegen, befinden sich Stühle
und Tische. Im Keller findet man zwei Kühlschränke mit Essen und Getränken, die
Kunden werden gebeten sich doch etwas zu nehmen und oben zu bezahlen. Unter
einem Tisch liegt eine Packung Vollkorntoast, in einer Ecke steht Geschirr. Es
wirkt fast wie eine Wohngemeinschaft, es scheint egal zu sein ob man Bücher
kaufen will oder sich einfach in eine Ecke setzt, eine Bionade trinkt und etwas
schmökert.
Trotzdem, für Ordnungsfanatiker
ist der Laden nichts. Auch für Menschen, die Wert auf neue und ungebrauchte
Bücher setzte. Die gibt es auch, aber die meisten sind schon abgegriffen (dafür
auch billig). Ich habe es genossen, drei Bücher für 12 Euro und das innige
Bedürfnis diesen Laden nie mehr zu verlassen.
Dussmann:
Die klassische Buchhandlung, aber
viel gewaltiger. Ein Geschäft, in dem man Stunden brauchen würde nur um das
Erdgeschoss zu erkunden. Überall neue Seitenräume, es gibt hier nicht, dass es
nicht gibt. Klassische Literatur, Fremdsprachen, Reiseführer, Kinderbücher,
Mangas, Musik, Platten. Die Auswahl ist überwältigend und man bekommt, in einer
Welt in der anscheinend kaum noch jemand liest, wenigstens teilweise das
Gefühl, dass Bücher doch noch eine kleine Bedeutung im Leben vieler Menschen spielen.
Café Tasso
Ein Kaffee voller Bücher, schon
vor dem Laden findet man Kisten mit den verschiedensten Werken, in einem
Nebenraum und im Keller stapeln sich gefühlt Tausende weitere. Das Besondere an der
Geschichte, jedes Buch kostet einen Euro. Es ist schwer sich zurückzuhalten,
die Auswahl ist riesig. Und das Sahnetüpfchen, es gibt auch super Essen und Süßes.
La Rayuela
Nicht sonderlich groß oder
spektakulär, aber irgendwie einzigartig. Ich war noch nie in einer rein
spanischen Buchhandlung. Es ist etwas anderes und wenn mein Spanisch besser
wäre, wahrscheinlich wäre ich ausgeflippt. Eine nette Verkäuferin die mich
super beraten hat, eine tolle Atmosphäre und ein super Ort für alle, die gerne spanische
Literatur lesen.
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