Ich dürfte mich selbst ja nicht als Pessimistin
bezeichnen, wenn ich wegen meinem bald anstehenden Auslandsjahr nicht
unglaublich viele Bedenken hätte. Da ich, seit gestern, wirklich nur mehr ein
Monat Zeit habe, fange ich langsam aber sicher an so richtig nervös zu werden.
Oder, um die Wahrheit zu sagen, die Realität hat mich eingeholt und ich breche
langsam in Panik aus.
Wie das bei mir halt so ist.
Ich bin kein Mensch der ruhig und gelassen
bleibt.
Also, die Fakten:
Am 29.08 fliege ich nach Ecuador und werde bis Anfang
Juli 2015 dort bleiben. Das Ganze geht von keiner Organisation aus, ist als
viel chaotischer. Wenn ich einmal dort bin darf ich an drei Volksschulen
Englisch unterrichten. Und genau da liegt eigentlich das größte Problem: ich
habe keinerlei Erfahrungen im Unterrichten.
Wie auch? Ich bin selbst gerade erst mit der
Schule fertig geworden. Wahrscheinlich mache ich mir viel zu viele Gedanken.
Mir wurde schon gesagt, dass alles nur halb so wild ist. Alles spielerisch
angehen, viel zeichnen, singen, spielen und immer wieder wiederholen. Es sind
ja 6-12 Jährige, die sind nicht so schnell. Und anscheinend bin ich immer noch
besser dafür geeignet als die Lehrer vor Ort, weil ich zumindest Englisch
spreche. Man merkt, dass ich nervös bin, oder? Wenn irgendjemand Tipps hat wie
man Kindern am besten English beibringt, ich wäre dankbar.
Und sonst? Ich dachte nie, dass ich ein Problem
damit haben würde weg zu sein. Ich hänge nicht an Orten, und diese Stadt habe
ich langsam sowieso satt. Aber irgendwie ist es doch etwas anderes, ich wechsel
nicht einfach schnell die Wohnung, ich gehe in ein fremdes Land, auf einen
anderen Kontinent. Ich glaube, da darf ich ein bisschen Angst haben. Vor allem begreifen
ich langsam doch, dass ich einige Menschen vermissen werde, mir ist bis jetzt
zum Beispiel nie aufgefallen wie sehr mir meine Eltern manchmal bei kleinen
Problemen weiterhelfen. Auf Österreich kann ich für 10 Monate verzichten (auch
wenn mir z.B Schwarzbrot ziemlich abgehen wird) aber all die Menschen die mir
so durchs Leben helfen, ich bin dann irgendwie doch das erste Mal so richtig
allein. Allein und selbst für alles verantwortlich. Ich hab die Befürchtung,
dass das alles komplett schief geht.
Ich weiß, dass es toll werden wird. Ich weiß,
dass ich unglaublich viel lernen und einmalige Erfahrungen machen werde. Ich weiß,
dass ich wahrscheinlich in drei Monaten auf das hier zurückblicken und lachen
kann. Über mich selbst und meine Panik. Ich weiß, dass ich noch nie jemanden
getroffen habe der meinte, dass ein Jahr im Ausland eine schlechte Idee wäre.
Aber ich weiß auch, dass es nicht immer einfach werden wird, dass auf die Uni
gehen und gleich studieren doch der naheliegendste und vor allem angenehmste
Weg gewesen wäre. Ich weiß, dass ich noch ein ganzes Monat vor mir habe, ein
Monat voller Sorgen und Stress, voller schlafloser Nächte und unnötiger Ängste.
Ich kenne mich ja, ich weiß wie ich bin und wo meine Fehler liegen. Und darum
weiß ich auch, dass ich das unbedingt durchziehen muss.
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