Mittwoch, 25. Mai 2016

Quilotoa Loop - Von Chuchilan nach Isilnivi


Chuchilan war ein super Zwischenstopp, das Hostal war ganz nett, vor allem die Besitzer super lieb. Beim Abendessen erklärten sie uns, dass der Canyon wahrscheinlich noch nicht begehbar sein würde und sie es sich am nächsten Tag anschauen müssten. Nach langem diskutieren beschlossen die anderen Reisenden die den Loop in die entgegengesetzte Richtung machten den 6 Uhr früh Bus zu nehmen und direkt zur Lagune zu fahren. Auch eine Lösung.
Ich stand gemütlich um ca 7 auf, frühstücken, packen, und dann so gegen 8:30 ging es auf nach Isilnivi. Im Gegensatz zum Vortag schaffte ich es mich gefühlte 100x zu verlaufen. Erste Komplikation, man geht ca eine halbe Stunde die Straße entlang bis es irgendwo eine kleine Abzweigung gibt. Mein Problem, auf der Karte stand nur "2 km", wer weiß schon wann 2 km vorbei sind. Ich fragte gefühlt alle 10m Einheimische um die Abzweigung (von der mir im Hostal gesagt wurde sie sei sehr leicht zu übersehen) auch wirklich zu finden. 
Glück gehabt, richtige Person gefragt und ich wurde auf den Weg nach Isilnivi geschickt. Der Weg früh in eine Art mini Schlucht hinein, danach geht man ein Stück an richtig Steil in ein Tal abfallenden Felswänden entlang bis der Weg dann durch einfache Hügellandschaft zu einem "Dorf" (zwei/drei Häuser, mehr ist das nicht) kommt von wo es wieder durch eine Felswand geht wonach man ein weiteres mal eine gewaltige Aussicht auf ein Tal hat. Ersteres war schon umwerfend schön, so grün, so viel Bäume, so viel Vegetation... und dazwischen Häuschen und Bauernhöfe, arbeitende Menschen, irgendwann plötzlich ein Bagger...
Aber das zweite Tal war der Wahnsinn, dieser Ausblick. Ich schwöre, für 10 Minuten stand ich einfach nur an einer Felskante und starrte. Starrte in das Tal hinab durch das sich eine kleine Forststraße zog, vorbei an Häusergruppen, einer Kirche, einer Schule, in ein Tal das von einem kleinen Fluss durchzogen wurde, von Feldern und kleinen Wäldchen , wie aus einem Film, eine Szene bei der mein erster Gedanke "Green Screen" wäre. Dann die Felswände auf der anderen Seite, steil, majestätisch, scheinbar unbezwingbar, und dennoch grün, bewachsen, fast freundlich, warm. Eine Landschaft, ein Ausblick, der die Liebe zu den Bergen, die Liebe zum Wandern wieder in meinen ganzen Körper und Geist aufblühen lies und für ein wunderschönes Glücksgefühl sorgte das mich den restlichen Tag lang begleitete.

Hostal Cloud Forest

Tal 1

Tal 1

Tal 2

Tal 2


Nach einem langen Abstieg (meine Jacke waderte endgültig in meinen Rucksack) durchquerte ich das Dorf und musste bei einer bestimmten Weggabelung zu dem kleinen Fluss hinunter abbiegen. Natürlich nahm ich den falsche, der durch mich Maisfelder in eine Art Sumpf irgendwie an das Wasser brachte. Da ich aber wusste, dass der Weg irgendwo vor mir sein musste, schlug ich mich durchs Unterholz, hoffend irgendwann einmal einen Pfad zu erreichen der nicht nach zehn Metern im Nichts enden würde. 
Und siehe da, eine gute viertel Stunde später war ich wieder auf dem richtigen Weg. Eine halbe Stunde am Fluss entlang, vorbei an jeder Menge Stiere die mitten am Weg standen und Mittangsschläfchen hielten, vorbei an einer großen und stabilen Bücke, vorbei an kleinen Wäldchen und freien Weidewiesen. Irgendwann erreichte ich einen Baumstann der über den Fluss führte, konnte aber einfach nicht glaube, dass das die zweite Brücke sein sollte. Nachdem der Weg nach weiteren 5-10 Minuten immer undeutlicher und schwerer zu erkennen wurde sah ich meinen Fehler ein und drehte um. Ich hasse Baumstammbrücken ohne Gelände, im Schneckentempo, versuchend den Fluss unter mir zu ignorierend, balancierte ich über den Stamm nur um danach wieder zehn Minuten nach dem richtigen Weg zu suchen. Die nächste Stunde war einfach, mir kamen einige Gruppen von Riesenden entgegen, dann kann man sich wenigstens nicht verlaufen. Einmal wäre ich beinahe an einer Weggabelung falsch abgebogen, sah im letzten Moment aber das der von mir gewählte Weg in einen fremden Garten führte.
Dann ging es auch endlich wieder bergauf, hinaus aus dem Tal. Hier begann ich zu bemerken, dass drei Monate ohne Sport in einer Lodge im Dschungel rumzusitzen seinen Preis verlangt und keuchte ein paar hundert Höhenmeter durch eine Schlucht aus dem Tal. Dafür wurde ich wieder mit wahnsinnig schönen Aussichten belohnt und traf eine nette alte Dame die vor mir einen inneren Monolog darüber hielt wie absurd es doch sei zum Spaß alleine durch die Berge zu wandern und die ganze Zeit nur Fotos machen.

Schaal gegen die Sonne

Die "Brücke"

Am Fluss entlang

Traumaussicht


In Isilnivi übernachtete ich im Hostal Llullu Llama, wirklich wahnsinnig schön, "teuer" mit 18$ die Nacht, Frühstück und Abendessen, dafür gab es unglaublich bequeme Betten, das ganze Gebäude war richtig schön und einladent, ich bin wieder ein paar netten Leuten begegnet und das Essen war umwerfend. Also über den Preis kann man sich eigentlich nicht beschweren.

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