Mittwoch, 25. Mai 2016

Quilotoa Loop - Von Quilotoa nach Chuchilan



Endlich, nach einem ziemlichen Horror-Tag kam ich am 18.05 am Abend endlich in Quilotoa an. Wieso Horror Tag? Hat mit wählen zu tun, einer zu spät gekommenen Wahlkarte, einer unfreundlichen Sekretärin im österreichischen Konsulat in Quito, einer Odyssee durch die Stadt bei brennender Hitze mit einem schweren Rucksack am Rücken und einer im Endeffekt fast schon hysterischen Martina. Wer mehr über die Geschichte wissen will kann mich persönlich fragen, ich habe einfach nicht die Nerven dass Momentan schon wieder durchzugkauen. Da konzentriere ich mich lieber auf die guten Seiten meiner Reisen, das Wandern.
Ich habe im „Alpaca“ Hostal übernachtet, 15$ für die Nacht, Abendessen und Frühstück, die Betten waren warm, das Wichtigste bei dieser Kälte. In der Früh bin ich um 6:45 aufgestanden und sofort zur Lagune hinaufgelaufen (ein Weg von 3 Minute), ein gewaltiger Ausblick, vor allem in den ersten Sonnenstrahlen. Ich habe kurz mit einem Deutschen gebplaudert der dieselbe Idee hatte und netterweise ein Foto von mir (und einem Hund der sich weigerte aus dem Bild zu gehen) machte.

Hostal Alpaca

Quilotoa (Dorf)

Die Lagune

Ilinizas


Nach dem Frühstück wollte ich schnell zur Lagune hinunterwandern bevor es weiter nach Cuchilan ging. Mit einer Wasserfalsche, Kamera, Jacke und Schall machte ich mich auf den Weg. Die Sonne war die Hölle, meine Jacke zog ich trotz Hitze nicht aus, mein Schal wurde kurzerhand in ein Kopftuch umfunktoniert. Die Landschaft bei Quilotoa ist der Wahnsinn, nicht nur das da mitten in den Bergen eine riesige blau/türkise Lagune liegt, es ist trotz der fast 4000m unglaublich grün, überall Gras und Moos, hunderte gelbe und lilane Blumen, einfach gesagt unglaublich beeindruckend. Unten am See angekommen wanderte ich wieder einmal abseits des eigentlichen Weges bis zu einer kleinen Bucht mit grün/türkisem Wasser kam. Ich weiß gar nicht wie ich den ganzen Moment beschreiben soll, ich erinnere mich nicht wann ich das letzt Mal so frei und glücklich war, nichts außer mir, den Bergen, der Lagune und unglaublich vieler gelber Blumen.
Aber irgendwann gehen auch die schönsten Momente vorbei und da ich noch einen ziemlich weiten Weg vor mir hatte drehte ich irgendwann um und ging den ganzen Weg zurück. Einen mehr oder weniger gut befestigten Sand/Schotterweg, die paar hundert Höhenmeter zum Dorf hinauf, in der heftigen und brennenden Sonne, ich habe schon angenehmeres erlebt. Beim Rückweg lief ich zwei Deutschen über den Weg die schon in meinem Hostal waren, Vater und Sohn, letzterer lebt in Quito/Cumbaya, habe mit ihm ein wenig über Ecuador geplaudert. Er erklärte mir, dass der Weg zur Lagune noch vor 3 Jahren noch fast unbewältigbar war, bei jedem Schritt versank man Knöcheltief im Sand.


Der Weg hinab/hinauf

Irgendjemand wollte sich verewigen ;)





Oben angekommen holte ich schnell meinen Rucksack aus dem Hostal. Der Weg nach Chuchilan ist eigentlich nicht schwer, die Lagune zu ca 1/3 umkehren, dann lauf Karte bei einer sandigen Stell Absteigen, zu einem kleineren Dorf, durch einen Canyon, die andere Seite hinauf und insgesamt 5/6 Stunden später sollte man da sein. Ganz so einfach war es dann leider nicht, zuerst Einmal gibt es mehrere sandige Stellen von denen zig Wege in das Tal hinunterführen, aber irgendwie habe ich dann wohl doch den richtigen erwischt. Vorbei an Wegstellen die mit feinem, weisen Sand gefüllt waren (wie Griechenland im Sommerurlaub), kleinen Kieferwäldern, wieder einmal mit gelben Blumen überfüllte Hänge hinunter, vorbei an jeder Menge Häuser und Felder, Schulkinder und gelegentlichen Autos erreichte ich dann besagtes Dorf. Dahinter eine Forststraße entlang, unterwegs traf ich Frederik, einen Franzosen, lebt in Mexico, wir sprachen nur Spanisch.
Dann die große Überraschung, der Canyon war gesperrt. Eine Erdrutsch hat große Teile des Weges verschüttet, nach einigen hin und her überlegen und genauem betrachten waren wir uns eigentlich beide einig, dass die Canyondurchquerung das Risiko nicht wert war. Um es genauer zu sagen, es wäre möglich gewesen, aber die Chancen dabei drauf zu gehen waren mir einfach zu hoch. Wir berieten uns ca 20 Minuten mit ein paar 4-10 Jährigen Mädchen die in der Nähe wohnten und beschlossen im Endeffekt zurück ins Dorf zu gehen und nach einer Mitfahrgelegenheit zu suchen. Ausschlaggebend war das Argument einer Kleinen die meinte sie wüsste zwar nicht genau wie weit man um den Canyon herumgehen müsste, aber vor Dunkelheit würden wir wahrscheinlich nicht ankommen. Und siehe da, die Kleine hatte recht, nachdem wir den einen Mann in dem Dorf gefunden hatten der ein Auto besaß und uns zu einem (für Ecuador) Wucherpreis mitnahm, sahen wir ein, dass gehen keine Option gewesen wäre. Immerhin fuhren mir ca eine halbe Stunde mit dem Auto um den Canyon herum, ungefähr 20km, dafür war das Panorama beeindruckend. Frederik gab mir Spanischnachhilfe (er unterrichtet) und ich habe in diesen 30 Minuten endlich, nach fast fünf Jahren, die Zukunft in Spanisch gelernt.
Also etwas gutes ist dabei herausgekommen.
In Chuchilan trennten sich unsere Wege, ich machte mich auf in das Hostal „Cloud Forest“, von dem mir irgendwie alle die den Loop gemacht hatten erzählten. Aber davon, und dem Weg nach Isilnivi gibt es das nächste Mal mehr.


Blumen, Blumen, Blumen...

Ein Blick zurück

Und noch einmal...

Erinnert doch an Sandstand, oder?

Mehr Blumen...

Erdrutsch

Auf nach Chuchilan!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen