Endlich, nach einem ziemlichen
Horror-Tag kam ich am 18.05 am Abend endlich in Quilotoa an. Wieso Horror Tag?
Hat mit wählen zu tun, einer zu spät gekommenen Wahlkarte, einer unfreundlichen
Sekretärin im österreichischen Konsulat in Quito, einer Odyssee durch die Stadt bei brennender
Hitze mit einem schweren Rucksack am Rücken und einer im Endeffekt fast schon
hysterischen Martina. Wer mehr über die Geschichte wissen will kann mich
persönlich fragen, ich habe einfach nicht die Nerven dass Momentan schon wieder durchzugkauen. Da konzentriere ich mich lieber auf die guten Seiten meiner
Reisen, das Wandern.
Nach dem Frühstück wollte ich
schnell zur Lagune hinunterwandern bevor es weiter nach Cuchilan ging. Mit
einer Wasserfalsche, Kamera, Jacke und Schall machte ich mich auf den Weg. Die
Sonne war die Hölle, meine Jacke zog ich trotz Hitze nicht aus, mein Schal
wurde kurzerhand in ein Kopftuch umfunktoniert. Die Landschaft bei Quilotoa ist
der Wahnsinn, nicht nur das da mitten in den Bergen eine riesige blau/türkise
Lagune liegt, es ist trotz der fast 4000m unglaublich grün, überall Gras und
Moos, hunderte gelbe und lilane Blumen, einfach gesagt unglaublich
beeindruckend. Unten am See angekommen wanderte ich wieder einmal abseits des
eigentlichen Weges bis zu einer kleinen Bucht mit grün/türkisem
Wasser kam. Ich weiß gar nicht wie ich den ganzen Moment beschreiben soll, ich erinnere mich
nicht wann ich das letzt Mal so frei und glücklich war, nichts
außer mir, den Bergen, der Lagune und unglaublich vieler gelber Blumen.
Aber irgendwann gehen auch die schönsten Momente vorbei und da ich noch einen
ziemlich weiten Weg vor mir hatte drehte ich irgendwann um und ging den ganzen
Weg zurück. Einen mehr oder weniger gut befestigten Sand/Schotterweg, die paar
hundert Höhenmeter zum Dorf hinauf, in der heftigen und brennenden Sonne, ich
habe schon angenehmeres erlebt. Beim Rückweg lief ich zwei Deutschen über den
Weg die schon in meinem Hostal waren, Vater und Sohn, letzterer lebt in Quito/Cumbaya, habe mit ihm ein wenig über Ecuador geplaudert. Er erklärte mir, dass
der Weg zur Lagune noch vor 3 Jahren noch fast unbewältigbar war, bei jedem Schritt
versank man Knöcheltief im Sand.
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| Der Weg hinab/hinauf |
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| Irgendjemand wollte sich verewigen ;) |
Oben angekommen holte ich schnell
meinen Rucksack aus dem Hostal. Der Weg nach Chuchilan ist eigentlich nicht
schwer, die Lagune zu ca 1/3 umkehren, dann lauf Karte bei einer sandigen Stell
Absteigen, zu einem kleineren Dorf, durch einen Canyon, die andere Seite hinauf
und insgesamt 5/6 Stunden später sollte man da sein. Ganz so einfach war es dann leider
nicht, zuerst Einmal gibt es mehrere sandige Stellen von denen zig Wege in das Tal hinunterführen, aber irgendwie habe ich dann wohl doch den richtigen
erwischt. Vorbei an Wegstellen die mit feinem, weisen Sand gefüllt waren (wie
Griechenland im Sommerurlaub), kleinen Kieferwäldern, wieder einmal mit gelben
Blumen überfüllte Hänge hinunter, vorbei an jeder Menge Häuser und
Felder, Schulkinder und gelegentlichen Autos erreichte ich dann besagtes Dorf.
Dahinter eine Forststraße entlang, unterwegs traf ich Frederik, einen
Franzosen, lebt in Mexico, wir sprachen nur Spanisch.
Dann die große Überraschung, der
Canyon war gesperrt. Eine Erdrutsch hat große Teile des Weges verschüttet, nach
einigen hin und her überlegen und genauem betrachten waren wir uns eigentlich
beide einig, dass die Canyondurchquerung das Risiko nicht wert war. Um es
genauer zu sagen, es wäre möglich gewesen, aber die Chancen dabei drauf zu
gehen waren mir einfach zu hoch. Wir berieten uns ca 20 Minuten mit ein paar
4-10 Jährigen Mädchen die in der Nähe wohnten und beschlossen im Endeffekt zurück
ins Dorf zu gehen und nach einer Mitfahrgelegenheit zu suchen. Ausschlaggebend
war das Argument einer Kleinen die meinte sie wüsste zwar nicht genau wie weit
man um den Canyon herumgehen müsste, aber vor Dunkelheit würden wir
wahrscheinlich nicht ankommen. Und siehe da, die Kleine hatte recht, nachdem
wir den einen Mann in dem Dorf gefunden hatten der ein Auto besaß und uns zu
einem (für Ecuador) Wucherpreis mitnahm, sahen wir ein, dass gehen keine Option
gewesen wäre. Immerhin fuhren mir ca eine halbe Stunde mit dem Auto um den
Canyon herum, ungefähr 20km, dafür war das Panorama beeindruckend. Frederik gab mir
Spanischnachhilfe (er unterrichtet) und ich habe in diesen 30 Minuten endlich,
nach fast fünf Jahren, die Zukunft in Spanisch gelernt.
Also etwas gutes ist
dabei herausgekommen.
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