Ich habe eindeutig zu viel gegessen (was für ein Wunder). War aber auch nicht sonderlich schwer, es gab allein drei verschiedene Fleischsorten, das niemals fehlende Hühnchen, das hier anscheinend traditionelle Weihnachtessen Truthahn und zu guter letzt noch Zunge, von was weiß ich nicht. Also ein ordentliches Stück von allen drein, dazu Kartoffeln, Schwammerlsose und Wahlweise noch Reis, grüner Salat mit Tomaten und ein Majonäse-Mais-Erbsen-Annanass-irgendwas das ich vergessen habe-Salat. Danach dann noch marakuya/Passions Frucht Mouse und, weil Weihnachten, jede menge Caramellos (Zuckerln), Galletas (Kekse) und bisschen Schoko.
Bevor wir aber um ca 11 mit dem Essen anfingen habe ich erst ein bisschen beim kochen geholfen (gefühlte Stunden Paprika und Karotten schneiden) und mit der Family getratscht. Wegen Weihnachten kam ein großer Teil der Cousinen, Cousins, Nichten, Neffen, Tanten, Onkeln, Brüdern, Schwestern etc aus ganz Ecuador (und sogar den USA) zu Besuch. Ungefähr 40 Leute, ich kannte vielleicht dieHälfte... ein bisschen. Aber es war ganz lustig mit allen zu reden, ich bin wieder auf das gleiche Problem wie immer gestoßen. Mittlerweile frage ich gar nicht mehr, wenn ich mich mit jemanden super verstehe, mit ihnen ein bisschen Diskutieren und über anderes Zeug als Wetter, Essen und wie mir Ecuador gefällt reden kann und sie vielleicht sogar noch Fragen zur Geschichte Österreichs, Politik, Sozialsystem oder auch nur Schule oder ein anderes banales intellektuelles Thema stellen, sind sie nicht von hier. Quito, Ambato, Riobamba, studieren, arbeiten, aber nur zu Besuch. Auch wenn alle immer sagen sie mögen Arosemena, sind gerne hier und würden auch zurückkommen, im Endeffekt bleibt man nicht in so einem Kaff wenn man etwas aus sich machen will.
Begonnen hat es dann eigentlich erst um 8, mit dem für Ecuador typischen vorlesen des Programmes. Ernsthaft, da hat sich jemand hingestellt und ein Programm heruntergerattert. Dann wurden noch Reden von Zetteln gelesen die für meine Ohren viel zu kitschig und gleichzeitig trocken klangen, aber mein Gott, es ist Weihnachten, Familientreffen und diese Reden gibt es fast bei jeder kleineren Zusammenkunft. Danach wurden dass der "amigo secreto" gezogen und die Geschenke verteilt. Jeder kaufte eines und bekam eines. Ich gab meine Ecudorschoko, kleines Sackkerl mit Österreich-Süßigkeiten und Neujahrskonzert CD von 2011 an eine Tante weiter, die sogar m die Ecke wohnt, deren Namen ich aber immer noch nicht kenne. Selbst bekam ich eine kleine Packung Sckokoherzen.
Danach noch ein paar Spiele die alle auf Umarmungen hinauszielten, mehr Reden, es war ganz lustig. Nach dem Essen meinten die Jungs (es gibt kaum Mädels in der Familie die in meinem alter sind, fast alle 18-25 jährigen sind männlich) sie würden zur Disco raufschauen und so sind wird dann zu Weihnachten, um ein Uhr früh, n bisschen durch Arosemena spaziert um festzustellen, dass schon Sperrstunde war (Donnerstag, nur bis 12). Also einfach Bier gekauft, in den Park gesetzt, und als alles leer war wieder zurück und dann bald einmal ins Bett.
Eigentlich nicht einmal sonderlich spektakulär alles, aber lustig. Und ich freu mich immer wenn Familie zu Besuch ist, wie schon gesagt verstehe ich mich mit den "Stadtmenschen" einfach so viel besser. Die kennen beispielsweise, im Gegensatz zu den Leuten hier, auch Nirvana.
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