Freitag, 18. Dezember 2015

Vorweihnachtszeit in Ecuador

Weihnachten ist hier kein großes Ding, wenn bei uns Läden schon vor Weihnachtsmännern und Christbaumkugeln  überquellen, die ersten Adevntsmärkte ihre Tore öffnen und eifrig Kekse gebacken und verschlungen werden kann man hier mit etwas Glück ein paar Lichterketten kaufen. "Der üblichen Wahnsinn" beginnt dann erst 2,3 Wochen vor dem Fest wobei er nie an das herankommt was bei uns im Dezember los ist. Ja, in einigen Häuser werden Lichterketten aufgehängt, manche Balkone sind mit Kugeln und Glitzerschlangen geschmückt und hin und wieder sieht man eine Plastiktanne. Denn wenn es überhaupt einen Baum gibt, dann keinen echten, öfter sieht man Krippen. Weihnachten ist hier viel kleiner und unwichtiger als bei uns. Und obwohl man in Österreich den eigentlich kirchlichen Hintergrund des Festes spürt (Christkind, Krippen, Weihnachtsmesse, etc) wir das hier stärker in den Fokus gerückt. Als ich mit Sonnia eine kleine Diskussion über Weihnachten führte und meinte, dass es für mich ein Fest der Familie, mit Essen, Liedern, Geschenken und Keksen ist wurde mir schnell ein Vortrag darüber gehalten, dass man an Weihnachten nicht nur an sich sondern an andere denken soll. Heist, Kleidung an arme Leute verschenken, ja essen mit Familie aber keine (oder wenn nur mini) Geschenke, teilen usw. Außerdem hat sie der Gedanke entsetzt dass wir echte Bäume haben, keine Plastikvarianten.

Für mich ist Weihnachten in Ecuador irgendwie sureal. Es ist warm, manchmal über 30°. Kekse? Gibsts nicht. Weihnachtessen? Ich schätze Huhn/Rind mit Reis. Adventstimmung? Wo soll die bitte sein? Ohne Weihnachtsmarkt, beleuchtete Stadt, Schnee, Lieder... Ja es gibt einen Adventskranz, ich habe dank meiner Mama einen Kalender, das Haus quillt vor Kitsch-Deko (von Weihnachtsmann Polsterüberzüge bis zu Winter-Wunderland Untersetzern) über aber das geht alles an mir vorbei. Ich habe mich einverstanden erklärt mit ein paar Frauen am Montag Kekse/Kuchen zu backen, vielleicht kommt dann was auf. Ach ja, wenn jemand Ideen für einfache Keks/Kuchenrezepte, vielleicht etwas Weihnachtlich, aber ohne Nüsse, Topfen, Schlag oder ähnlich hat, her damit.

Im Endeffekt kann ich eigentlich nur sagen, dass Weihnachten hier einfach kein Ding ist. Ja, man feiert, die Familie kommt zusammen, man isst etwas, vielleicht gibt es kleine Geschenke aber im Vergleich zu uns ist das nichts. Natürlich kommt da der "ich bin im Nichts" Faktor dazu, Stadt ist, wie ich mittlerweile ja weiß, eine ganz andere Geschichte, aber sehr viel mehr wird es auch nicht sein. Ist das alles schlecht? Nicht unbedingt. Wenigstens kann man so dem absoluten Konsumwahnsinn aus dem Weg gehen, einer der Gründe für das kleinere Fest ist sicherlich das fehlende Geld. Auch finde ich den Gedanken schön an Weihnachten mehr an andere zu denken, auch wenn mir der religiöse Aspekt teilweise zu weit geht. Es war wohl ein Fehler zu sagen ich glaube nicht zu sehr an Religion, jetzt werde ich behandelt als wusste ich nicht einmal dass es zu Heilig Abend ursprünglich um die Geburt von Jesus ging. Ich freue mich aber schon auf nächstes Jahr, auch wenn ich nie ein Weihnachtfreak war, Waffeln, Baumkuchen und Crêpes essen, Punsch trinken, Kekse backen, durch die beleuchtete und mit Märkten vollgestopfte Stadt schlendern und dann am 24 mit der Familie feiern fehlt mir doch irgendwie.

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