Dienstag, 29. Dezember 2015

Schlechte Nachricht

Ich muss vielleicht wieder nach Österreich. Spätestens im Februar. Außer ich finde ein neues Projekt, oder es geschieht ein Wunder und ich kann weiter in Arosemena unterrichten. Ich versuche gar nicht alles genau zu erklären, ganz verstehe ich es selbst nicht. Leider muss ich irgendwie zugeben, dass die ganze Situation typisch Ecuador ist. Edwin verliert teile seine Autoritäten an der Schule, die neuen Verantwortlichen sind von der Idee Verantwortung für eine Freiwillige zu tragen wenig begeistert. Die Entscheidung wird am 4 Jänner getroffen, ach ich liebe es ausgerechnet im Urlaub auf eine solche wichtige Antwort warten zu müssen.
Und was wenn es wirklich aus ist?
Ich kann versuchen ein anderes Projekt zu finden. Irgendwo in Ecuador muss man doch eine Freiwillige unterbringen können, oder? Von mir aus gehe ich in den Dschungel Kakao und Bananenbäume pflegen, wenn man mich will übersiedle ich auch gern an die Küste oder in die Berge. Nur bitte, bitte, ich will nicht zurück. Nicht jetzt schon.
Mai, Juni, ok, das wär in Ordnung, aber doch nicht jetzt.
Ich versuche einmal optimistisch zu sein, aber wenn ich ehrlich mit mir selbst bin habe ich das Gefühl als würde meine Welt zusammenbrechen. Gerade jetzt wo ich anfange mich richtig Wohl zu fühlen. 
Scheiße, ich weiß nicht einmal was ich noch sagen soll....

Sonntag, 27. Dezember 2015

Gastfreundschaft

Heute nur ganz schnelle zwei drei Worte zu einem Thema das mir am Herzen liegt., die Gastfreundschaft in Ecuador. Ich habe doch irgendwann einmal erzählt, dass sich ein einfacher Eiskauf in einen verdammt lustigen Nachmittag mit ganz viel Getratsche und Fluss-baden verwandelt hat, oder? Die Kinder der Familie sind gerade alle zu Hause, Ferien an der Uni , und ich habe in den letzten Tagen einige Zeit bei ihnen verbracht, einfach geredet, Spaß gehabt.
Was mich immer wieder verwundert und auch begeistert ist wie schnell sie mich einfach akzeptiert und integriert haben. Heute habe ich kurz ein bisschen mit einem der Junges (Wilmer, aber er hasst den Namen) geredet, wurde sofort hineingebeten, in noch mehr Konversationen verwickelt und weil es dann zwei Uhr Nachmittags war selbstverständlich zum Essen eingeladen. 
Wo findet man das in Österreich?
Es sind einfach so unglaublich nette Menschen, das war mir einen Eintrag wert.

Freitag, 25. Dezember 2015

Weihnachten in Ecuador #2

Ich habe eindeutig zu viel gegessen (was für ein Wunder). War aber auch nicht sonderlich schwer, es gab allein drei verschiedene Fleischsorten, das niemals fehlende Hühnchen, das hier anscheinend traditionelle Weihnachtessen Truthahn und zu guter letzt noch Zunge, von was weiß ich nicht. Also ein ordentliches Stück von allen drein, dazu Kartoffeln, Schwammerlsose und Wahlweise noch Reis, grüner Salat mit Tomaten und ein Majonäse-Mais-Erbsen-Annanass-irgendwas das ich vergessen habe-Salat. Danach dann noch marakuya/Passions Frucht Mouse und, weil Weihnachten, jede menge Caramellos (Zuckerln), Galletas (Kekse) und bisschen Schoko.

Bevor wir aber um ca 11 mit dem Essen anfingen habe ich erst ein bisschen beim kochen geholfen (gefühlte Stunden Paprika und Karotten schneiden) und mit der Family getratscht. Wegen Weihnachten kam ein großer Teil der Cousinen, Cousins, Nichten, Neffen, Tanten, Onkeln, Brüdern, Schwestern etc aus ganz Ecuador (und sogar den USA) zu Besuch. Ungefähr 40 Leute, ich kannte vielleicht dieHälfte... ein bisschen. Aber es war ganz lustig mit allen zu reden, ich bin wieder auf das gleiche Problem wie immer gestoßen. Mittlerweile frage ich gar nicht mehr, wenn ich mich mit jemanden super verstehe, mit ihnen ein bisschen Diskutieren und über anderes Zeug als Wetter, Essen und wie mir Ecuador gefällt reden kann und sie vielleicht sogar noch Fragen zur Geschichte Österreichs, Politik, Sozialsystem oder auch nur Schule oder ein anderes banales intellektuelles Thema stellen, sind sie nicht von hier. Quito, Ambato, Riobamba, studieren, arbeiten, aber nur zu Besuch. Auch wenn alle immer sagen sie mögen Arosemena, sind gerne hier und würden auch zurückkommen, im Endeffekt bleibt man nicht in so einem Kaff wenn man etwas aus sich machen will.
Begonnen hat es dann eigentlich erst um 8, mit dem für Ecuador typischen vorlesen des Programmes. Ernsthaft, da hat sich jemand hingestellt und ein Programm heruntergerattert. Dann wurden noch Reden von Zetteln gelesen die für meine Ohren viel zu kitschig und gleichzeitig trocken klangen, aber mein Gott, es ist Weihnachten, Familientreffen und diese Reden gibt es fast bei jeder kleineren Zusammenkunft. Danach wurden dass der "amigo secreto" gezogen und die Geschenke verteilt. Jeder kaufte eines und bekam eines. Ich gab meine Ecudorschoko, kleines Sackkerl mit Österreich-Süßigkeiten und Neujahrskonzert CD von 2011 an eine Tante weiter, die sogar m die Ecke wohnt, deren Namen ich aber immer noch nicht kenne. Selbst bekam ich eine kleine Packung Sckokoherzen.
Danach noch ein paar Spiele die alle auf Umarmungen hinauszielten, mehr Reden, es war ganz lustig. Nach dem Essen meinten die Jungs (es gibt kaum Mädels in der Familie die in meinem alter sind, fast alle 18-25 jährigen sind männlich) sie würden zur Disco raufschauen und so sind wird dann zu Weihnachten, um ein Uhr früh, n bisschen durch Arosemena spaziert um festzustellen, dass schon Sperrstunde war (Donnerstag, nur bis 12). Also einfach Bier gekauft, in den Park gesetzt, und als alles leer war wieder zurück und dann bald einmal ins Bett.

Eigentlich nicht einmal sonderlich spektakulär alles, aber lustig. Und ich freu mich immer wenn Familie zu Besuch ist, wie schon gesagt verstehe ich mich mit den "Stadtmenschen" einfach so viel besser. Die kennen beispielsweise, im Gegensatz zu den Leuten hier, auch Nirvana.

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Weihnachten in Ecuador #1

Feliz Navidad !
Bis jetzt war Weihnachten für mich unglaublich unspektakulär. Aber das kommt noch, allein wenn ich an die Menge von Essen denke die ich bald zu mir nehmen darf. Ist ja nicht so, dass ich seit Tagen viel zu viel Süßes und Kekse in mich hineinstopfe, kann so schlecht nein sagen. Das traurige ist das der Süßkram hier nie im leben mit dem aus Österreich mithalten kann. Ja hier weiß man wie man Reis, Hühnchen (Fleisch generell), Empanadas, Tortillas, Suppen etc zubereitet aber wenn es zu Süßem (oder Gemüße) kommt haben die Leute keine Ahnung. Beispiel sind die "Torten" aus den Konditoreien. Meistens einfache Sandmassen, manchmal ein wenig Schoko dabei, aber keine Schichten oder andere Aromen. Und dann ein Frosting, dass in größeren Mengen zu einem Zuckerschock führen würde. 
Jaja, ich muss endlich einmal etwas backen.

Gestern war Weihnachtfeier in der Schule, heißt ca eine Stunde lang haben alle Klassen eine Weihnachtsnummer aufgeführt, singen, tanzen, schauspielen, war alles dabei. Blöderweiße scheint sich nur niemand abgesprochen zu haben, so bin ich in den Genuss gekommen dieselben Lieder immer und immer wieder zu hören. Aber was solls, es war ganz süß die kleinen in ihren Engel und Weihnachtsmann Kostümen zu sehen. Danach gab es dann ein Essen für die Lehrer, ob ich zum Lehrkörper dazuzähle ist mir immer noch nicht klar, aber es hat sich niemand aufgeregt als ich mich einfach einbaute. Erst hieß es ein wenig kochen helfen, danach gab es Suppe und dann Asado, also gegrilltes Huhn/Schwein mit Kartoffeln und einer Mini-Portion Salat (kein Reis!). Das Fleisch war echt superlecker,wie schon gesagt, grillen können sie. Ich bin nur froh kein Vegetarier zu sein.
Ich weiß nicht was der ursprüngliche Plan war, wahrscheinlich Essen und nichts weiter. Aber wie ich mittlerweile gelernt habe wird in Ecuador keine Möglichkeit ausgelassen zu feiern. Also wurde von irgendwo her Bier gezaubert, jemand organisierte Tanzbare Musik und irgendwann um 10 verabschiedete ich mich dann da ich heute bisschen früher aufstehen wollte. Es war aber wirklich lustig, auch wenn ich mindestens 10 Jahre jünger bin als all die anderen Professorren. Aber mit ein paar von den Lehrerinnen komm ich echt super klar, und tanzen is eh immer lustig. 

Heute bin ich dann so um 9 nach Tena, einerseits immer noch kein Weihnachtsgeschenk besorgt, andererseits ein paar Sachen wegen Urlaub mit Papa klären. Als ich wieder in Arosemena war dann gleich Weihnachten mit Papa und Dani feiern, über Skype, rechts seltsam über die halbe Welt hinweg Weihnachtslieder zu singen. Danach war ich ein bisschen Sport machen, gibt nichts weihnachtlicheres als zu den zarten Klängen von Billy Talent II (wurde richtig nostalgisch) in Ecuador die Straße entlangzulaufen, und jetzt bin ich wieder hier. Vertreibe mir die Zeit mit Weihnachtsgrüße schreiben und bisschen vorbereiten helfen. Morgen dann ausführlicher Bericht ^^

Freitag, 18. Dezember 2015

Updates und Alltagsgedanken #2

Mit "Updates und Alltagsgedanken" habe ich nach "alltägliche Kleinigkeiten" meine 2 Serie von Posts, jej :)
Da letzteres aber immer schwerer wird, das Leben für mich ist schon viel zu normale geworden, wird ersteres wahrscheinlich länger halten. Hier geht es einfach um kleine Dinge für die man keinen eigenen Blog Eintrag braucht, die ich aber dennoch in die Welt hinauswerfen will.

Montag werden Plätzchen und Kuchen gebacken. Ich freu mich schon riesig. Wahrscheinlich wird das ein ganzer eigener Post werden und wer weiß ob es überhaupt klappt, aber die Aussicht darauf macht mich glücklich.

Am Dienstag habe ich ein weiteres Paket bekommen. Sorry, dass das kein eigener Post wurde, aber ich habe es schon aufgemacht und Sachen verteilt... Es war eine recht schräge Situation, ich in meinem Zimmer, plötzlich ruft Andrés von unten rauf "Martina, tienes correo". Zumindest wissen wir jetzt dass die Adresse funktioniert. Ich hatte keine Ahnung von wem das Paket kam, eine Sachertortenbox, so gut mit Klebebad umwickelt dass es eine gefühlte Ewigkeit dauerte bis ich sie öffnen konnte. Irgendwann, mit Andrés Hilfe, war es geschafft und so bin ich im Besitz von noch mehr Süßem (2x Rittersport Kokos Schoko (ihr kennt mich soooo gut, daaanke), 1x Rittersport Nougat Schoko, Kürbiskerne mit weißer Schoko, Mozartkugeln (aber gute) und Milka-Weihnachtsmänner) und einer Karte. Danke an Kathi, Xandi, Ulli und Andy, ihr seit super :DDDD Habt mir das Leben noch mehr versüßt. Ich bring euch irgendwas aus Ecuador mit, verspreche ich vor den ganzen weiten des Internets ;)

Zweimal die Woche war ich wieder Karate und bin jedes Mal körperlich fast gestorben. Momentan gibt es kein normales Training, der Trainer ist nur für einen anderen Schüler da, der im März nen Wettkampf machen will. Ich hab mich eingeschlichen und zahle den Preis, meine Beine tun immer noch weh...

Die Woche und auch Montag und Dienstag ist Weihnachten in den Schulen angesagt. Klappt manchmal mehr, manschmal weniger. Ich habe Bilder gemalt und malen lassen (mein Rentier wurde fast immer für einen Hund gehalten) "We wish you a merry Chiristmas" und "Feliz Navidad" gesungen, vielleicht bring ich noch "Jingle Bells" unter. In den kleiner Schulen wurde meinerseits der versuch gestartet das Christkind zu erklären, relativ hoffnungslos. Und skurrilerweise habe die Kleinen, wenn ich gefragt habe was sie für Begriffe mit Weihnachten assoziieren, nur Süßigkeiten aufgezählt: zuckern, Lollis, Gelatine, Schokolade, Kekse, Kaugummi.... ich musste sie bremsen und darauf hinweißen, dass es aus Christbaum, Geschenke etc. gibt ^^

Dann wäre da noch die Tatsache, dass ich das Kunststück vollbracht habe mich mit jemanden Anzugfreunden der absolut göttlich Chifles und Tostados machen kann. Narzissa, hat hier auch ein kleines Restaurant, ihr Sohn ist der mit dem ich immer Karate geh. Hab ihr heute zu Mittag geholfen (waren plötzlich 7 Leute auf einmal da und wollten Mittagessen) dafür wurde ich dann mit Essen belohnt. Ich liebe es einfach... muss unbedingt lernen wie man Tostados macht, bzw Chifles so knusprig hinbekommt.
Chifles

Tostados (und Chifles)

Mein Mittagessen
Noch mehr Food-Porn ^^




Vorweihnachtszeit in Ecuador

Weihnachten ist hier kein großes Ding, wenn bei uns Läden schon vor Weihnachtsmännern und Christbaumkugeln  überquellen, die ersten Adevntsmärkte ihre Tore öffnen und eifrig Kekse gebacken und verschlungen werden kann man hier mit etwas Glück ein paar Lichterketten kaufen. "Der üblichen Wahnsinn" beginnt dann erst 2,3 Wochen vor dem Fest wobei er nie an das herankommt was bei uns im Dezember los ist. Ja, in einigen Häuser werden Lichterketten aufgehängt, manche Balkone sind mit Kugeln und Glitzerschlangen geschmückt und hin und wieder sieht man eine Plastiktanne. Denn wenn es überhaupt einen Baum gibt, dann keinen echten, öfter sieht man Krippen. Weihnachten ist hier viel kleiner und unwichtiger als bei uns. Und obwohl man in Österreich den eigentlich kirchlichen Hintergrund des Festes spürt (Christkind, Krippen, Weihnachtsmesse, etc) wir das hier stärker in den Fokus gerückt. Als ich mit Sonnia eine kleine Diskussion über Weihnachten führte und meinte, dass es für mich ein Fest der Familie, mit Essen, Liedern, Geschenken und Keksen ist wurde mir schnell ein Vortrag darüber gehalten, dass man an Weihnachten nicht nur an sich sondern an andere denken soll. Heist, Kleidung an arme Leute verschenken, ja essen mit Familie aber keine (oder wenn nur mini) Geschenke, teilen usw. Außerdem hat sie der Gedanke entsetzt dass wir echte Bäume haben, keine Plastikvarianten.

Für mich ist Weihnachten in Ecuador irgendwie sureal. Es ist warm, manchmal über 30°. Kekse? Gibsts nicht. Weihnachtessen? Ich schätze Huhn/Rind mit Reis. Adventstimmung? Wo soll die bitte sein? Ohne Weihnachtsmarkt, beleuchtete Stadt, Schnee, Lieder... Ja es gibt einen Adventskranz, ich habe dank meiner Mama einen Kalender, das Haus quillt vor Kitsch-Deko (von Weihnachtsmann Polsterüberzüge bis zu Winter-Wunderland Untersetzern) über aber das geht alles an mir vorbei. Ich habe mich einverstanden erklärt mit ein paar Frauen am Montag Kekse/Kuchen zu backen, vielleicht kommt dann was auf. Ach ja, wenn jemand Ideen für einfache Keks/Kuchenrezepte, vielleicht etwas Weihnachtlich, aber ohne Nüsse, Topfen, Schlag oder ähnlich hat, her damit.

Im Endeffekt kann ich eigentlich nur sagen, dass Weihnachten hier einfach kein Ding ist. Ja, man feiert, die Familie kommt zusammen, man isst etwas, vielleicht gibt es kleine Geschenke aber im Vergleich zu uns ist das nichts. Natürlich kommt da der "ich bin im Nichts" Faktor dazu, Stadt ist, wie ich mittlerweile ja weiß, eine ganz andere Geschichte, aber sehr viel mehr wird es auch nicht sein. Ist das alles schlecht? Nicht unbedingt. Wenigstens kann man so dem absoluten Konsumwahnsinn aus dem Weg gehen, einer der Gründe für das kleinere Fest ist sicherlich das fehlende Geld. Auch finde ich den Gedanken schön an Weihnachten mehr an andere zu denken, auch wenn mir der religiöse Aspekt teilweise zu weit geht. Es war wohl ein Fehler zu sagen ich glaube nicht zu sehr an Religion, jetzt werde ich behandelt als wusste ich nicht einmal dass es zu Heilig Abend ursprünglich um die Geburt von Jesus ging. Ich freue mich aber schon auf nächstes Jahr, auch wenn ich nie ein Weihnachtfreak war, Waffeln, Baumkuchen und Crêpes essen, Punsch trinken, Kekse backen, durch die beleuchtete und mit Märkten vollgestopfte Stadt schlendern und dann am 24 mit der Familie feiern fehlt mir doch irgendwie.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Limonchocha und Yasuni #2

Tag drei meiner eigentlich hauptsächlichen Dschungel Reise begann relativ früh mit Frühstück herrichten, wieder einmal abwaschen, packen und dann ging es auch schon weiter. Durch ein Missverständnis, irgendjemand hatte vergessen Infos an die Schüler weiterzuleiten, wurden alle Pläne von campen in Yasuni über den Haufen geworfen und wir machten uns auf den Weg zu einer anderen Lodge, etwas näher an Zivilisation gelegen. Bevor wir aber gegen Mittag dort ankamen ging es noch einmal in den Dschungel, wieder einige Stunden herumwandern, Tiere und Pflanzen beobachten und mit den Neu Seeländern über Gott und die Welt tratschen. Ich bin irgendwann wieder in meine eigene kleine Welt ab getaucht, passiert mir immer wenn ich wandere. Einfach geradeaus gehen, mein Körper kümmert sich schon darum, dass es mich nicht alle zehn Meter wegen einem Stein  oder Wurzeln aufhaut, und währendessen Sinne ich über den Sinn des Lebens und andere tief philosophische Fragen nach.
Naja, jedenfalls hätt ich das gern ;)

Die zweite Lodge war wirklich traumhaft schön, zwar immer noch sehr einfach und minimalistisch, aber man hatte einen tollen Blick auf den See, warmes Wasser (!), einen großen Aufenthaltsraum, eine geräumige Küche und die Betten waren wirklich angenehm. Am Nachmittag ging es dann in ein Museum über die verschiedenen Indiogenen Stämme hier, ich durfte mich als spanisch-englisch Übersetzer versuchen. Theoretisch können die Guides zwar alle Englisch, Ivan mit dem ich hergekommen bin aber eher gebrochen, Alex spricht verdammt gut, überätzt aber nicht gern. Die Museums-Leute sprachen nur Spanisch und Quichua, und so blieb es an mir sowie einem anderen Schüler hängen. Der sprach eigentlich super spanisch, nur hat mich sein eindeutig spanischer Akzent irritiert. Einzelne Wörter und vor allem die Aussprache. Und so habe ich allen denen die es hören wollen verschiedene Infos weitergeleitet und versucht unseren Museums Guide ein bisschen zu bremsen, der wollte gar nicht mehr aufhören zu reden.
Das wars dann auch schon für Tag drei, am Abend habe ich mit ein paar der Schüler Musikvideos von Südamerikanischen Künstlern angeschaut und mich vor lachen zerkugelt. Ich wünschte ich wüsste noch wie all die Songs heißen, waren zum schießen.
Wieder einmal Fußball ^^

Am letzten Tag ging es dann wirklich nach Yasuni. Um 5 Uhr aufstehen, Frühstück, dann mit dem Bus zum Fluss und 1 1/2 Stunden den Rio Napo in einem Kanu entlang. So um 8 kamen wir bei der ersten Station an. Hier warteten wir auf Vögel die leider nie kamen (schlechtes Wetter) dafür aber eine Tanzaufführung einiger Indiogenen Frauen, danach durften wir Wayusa (ich liebe es) und Chicha (ein Getränk aus Yuca, das ein paar Tage fermentiert und nen echt hohen Alkoholgehalt haben kann) probieren und die Kids haben noch kräftig Souvenirs gekauft. Ich wollte ihnen die Illusion nicht rauben und habe nicht gesagt wie überteuert die ganzen Sachen hier waren. Danach weiter, wirklich Vögel beobachten. War beeindruckend nur die japanischen Touristen mit ihren Mega-Kameras haben etwas gestört. Dann Mittagessen und später ging es noch ein Stück in den Dschungel zu einem rießen  Aussichtsturm. Von dort oben bekam man einen tollen Eindruck davon wie großYasuni ist. 
Zurück in Limonchocha haben wir noch Eis gekauft, den Abend schön ausklingen lassen. 
Ich bin später noch mit Alex und Ivan in das Dorf spaziert, dort gab es groß Fiesta, Absolventen der Schule oder ähnliches. Ivan hat hier einmal kurz gewohnt, darum wurde er von allen Seiten begrüßt. Ein bisschen getanzt, die Stimmung genossen. Das einzig schräge an der Situation war, dass ich theoretisch schon im Pyjama war, tja, relativ spontane Entscheidung.

Der nächste Tag war nur mehr verabschieden, zusammenpacken und nach Hause fahre. Von ein paar der Schüler hab ich die Facebook Namen bekommen, sowie vom Guide der Organisation der meinte ich sollte mich irgendwann mal melden, mit meiner Auslandserfahrung könnte es gut sein dass ich das auch mal machen könnte. Die 6h Rückfahrt war relativ anstrengend, das Auto vollgestopft mit allerlei Zeug, aus dem Radio dröhnte nervige 90er Discomusik und die Klimaanlage verursachte mir Gänsehaut. In Tena sind wir noch schnell zu einem Fluss gefahren, ein bisschen baden und wieder einmal alle möglichen Leute treffen (aber hey, es waren sogar Gesichter dabei die ich kannte), später nach Hause nur noch ins Bett gefallen. Ich glaube als ich einschlief war es ungefähr halb 8.


Viel zu laute Kameras






Limoncocha und Yasuni #1

Es ist praktisch Leute zu kennen die in der Tourismusbranche arbeiten. Gestern Nachmittag kam ich von einer 5-Tägigen Reise nach Limoncocha/Yasuni zurück. Mittwoch früh ging es los, fünf Stunden mit dem Auto nach Coca. Dort haben wir noch Resteinkäufe erledigt, Mittag gegessen, dass die Touristen begrüßt und es ging eine weiter Stunde nach Limoncocha. Ist ein relativ kleiner Ort, aber es gibt einen großen See/Lagune, das Wasser ist grün, daher der Name. 
Bei der Gruppe handelte es sich um 15-18 jährige Schüler aus Neu Seeland. Es war echt eine super Gruppe, haben nicht herumgejammert, alles mitgemacht, niemand beschwerte sich beim "ewig durch den Dschungel hatschen", es war auch schön mal wieder Englisch zu reden. Mit ein paar habe ich ewig gequatscht und der Begleiter der Organisation, mit der die Gruppe unterwegs war stellte sich auch als recht gesellige Person heraus. Außerdem war da noch Alex, ein Guide aus Quito, ebenfalls total nett, vor allem weil er der erste Ecuadorianer ist mit dem ich einmal wirklich über das Land, seine Probleme und die Politik diskutieren konnte. Er war es dann auch, der mich darüber aufklärte wer diese Kidz eigentlich sind. Wie sich herausstellte war ich mit der "crem della crem" der Neu Seeländer Jugend unterwegs. Ich sage einmal nicht wie viel deren Schule "Kings College" kostet, aber die müssen in Geld schwimmen. Die Reise war aber als "wegkommen von leichtem Leben" gedacht, so haben sie bei einem sozialen Projekt in den Bergen mitgeholfen und jeder durfte nur wenig Geld mitnehmen. Dennoch, als mir klar wer das eigentlich alles ist war mir erst einmal mulmig zumute. Aber dann habe ich realisiert dass Leute aufgrund von Geld zu beurteilen genau so dumm ist wie aufgrund von Armut. Reiche Leute sind ebensowenig immer großklotzig und arrogant wie ärmere Menschen dich ständig nur ausrauben.
Wir waren nicht direkt im Dorf sondern in einer Art Lodge relativ im Dschungel untergebracht. Eine halbe Stunde mit dem Kanu durch die Lagune, mitten im Nieirgendwo lebt hier eine indigene Familie. Neben dem verkauf von Yuca und Platano bieten sie Touristen die Möglichkeiten an hier, in relativ vollkommener Einsamkeit und stille den Dschungel zu erkunden. Nach der Ankunft ging es dann gleich zurück zum See, Aligator schauen. Später Abendessen und danach noch tratschen, kalt duschen und (gottseidank mit Moskitonetz) schlafen gehen.
Der See war ziemlich verwachsen

Ein Aligator

Tag zwei startete mit einem Dschungeltrip. Die Gruppe, 20 Leute, wurde aufgeteilt. Das Endziel war ein gigantischer Baum, auf dem Hinweg blieben wir ständig stehen um Vögel, Frösche oder Insekten zu bestaunen, uns Pflanzen erklären zu lassen, welche giftig sind, was man als Medizin verwenden kann, usw. Im Hintergrund konnte man beinahe ständig Affen, Vögel und weiß Gott was noch für Tiere hören. Trotzdem, ich bin dankbar dass es einen Weg gab, der Dschungel ist sehr Respekteinflößend.
Nachmittag wurde dann Schoko gemacht und später auf den See, Piranhas fischen. Zum Abendessen durften diese probiert werden, echt lecker. Ich hab sogar ein kleines Exemplar gefangen, die Idee hinter fischen bleibt mir aber immer noch ein Rätsel, ewig rumsitzen und nichts tun... gibt besseres.

Ich wünschte ich wüsste wie der Baum heißt

Der Baum





Aber allein die Atmosphäre war gigantisch, so im Nichts zu sein, weg von jeglicher Zivilisation. Es war toll in dieser Lodge, ich musste zwar immer in der Küche helfen, abwasch, aufdecken, Essen austragen usw aber sehr viel Arbeit wars jetzt auch nicht. Außerdem war es wieder einmal interessant da ich als einzige mit allen zu tun hatte. Sowohl mit der Touristengruppe, den Schülern und Lehrern gequatscht, Neu Seeland, Ecuador und Österreich verglichen, aber auch mit den Guides, der Familie usw geredet. Ich glaube im Endeffekt habe ich so einen super Einblick in alles, lerne ein echteres und authentischeres Ecuador als die Touristen kennen, gleichzeitig habe ich aber auch viel über diese und Neu Seeland gelernt, was sich so ziemlich auf Platz eins meiner "da muss ich unbedingt hin" Länder katapultiert hat. 
Berichtüber die anderen Tage folgt :)

Dienstag, 8. Dezember 2015

Endlich wieder Karate

Da kündige ich groß an Dienstags in der Früh wegzufahren und dann verschiebt sich natürlich alles. Jetzt geht es Mittwoch los, so um 4... immer noch in der Früh. Aber kein Problem, ich schlafe bei einer Freundin in Tena und hoffe sie und ihre Family nicht aus dem Bett zu werfen wenn ich zu dieser unchristliche Zeit, die Wohnung verlasse.
Immerhin habe ich so Zeit über gestern zu schreiben.

Ja, aber was ist den gestern so tolles passiert?
Schön das ihr fragt! 
Ich war bei Karate :DDDD
Seit ca 6-7 Monaten habe ich meinen Lieblingssport, der mittlerweile so viel mehr als ein Hobby für mich ist, nicht mehr richtig betrieben. Sommerloch, dann Ecuador, mir war nicht bewusst wie sehr es mir gefehlt hat. Aber durch Zufall habe ich jemanden getroffen der den Sport genau so zu lieben scheint wie ich, immerhin haben wir auch den gleichen Gürtel (3. Kyu), und ich habe einfach gefragt ob er mich einmal mitnimmt. Fun-Fact, Karat ist hier gratis, immer Wochentags von 4-6, dafür sind die Prüfungen sauteuer. 
Gesagt, getan, und so fand ich mich in einem mit Matten ausgelegtem Raum wieder der eine Spiegelwand hatte und nach Fußballspielen zum aufwärmen (bei uns war es immer Basketball) ging es los, hauptsächlich Kumite. Es tat einfach so gut, der Sport ist ein bessere Entspannungmittel für mich als eine Woche Meer, verständigungsporbleme habe ich auch nicht, die Techniken haben ja japanische Namen, und selten hat sich Anstrengung und Schweiß so gut angefühlt. Das wohl beste war aber, dass wir am Ende ca zehn Minuten auf Boxsäcke eingeprügelt haben. Einerseits extrem anstrengend, andererseits super befriedigend. 
Wo kann man bitte besser Aggressionen auslassen? Auf die Schlagpolster einschlagen war in Österreich auch immer eine meiner Lieblingsaktivitäten.
Also im Endeffekt heißt das eigentlich nur, dass ich 100% wieder hingehen werde. Nicht jeden Tag, Busfahren kostet ja n bisschen was (wenn auch nicht viel) aber allein die Tatsache, dass ich die Möglichkeit habe macht mich richtig glücklich.

Nach Karate habe ich mich mit dem Freund mit dem es morgen losgeht getroffen, Details klären und Tacos essen (sooo gut^^) und dann am nach Hause. Im Bus (der gestopft voll war, so etwas habe ich noch nie erlebt) habe ich zwei Mädels aus den USA kennengelernt. Zeugen Jehovas, aber davon habe ich eigentlich nix gemerkt (außer dass ihnen die Erwähnung von Weihnachten ein bisschen unangenehm war), so waren sie super nett, ich konnte mein Englisch trainieren und habe mir die Zeit vertrieben. Ebenfalls Freiwillige (von denen wimmelt es hier ja nur so), nur dass sie in einem Dorf irgendwo im Dschungel 4/5 Stunden entfernt wohnen. Ich finde es immer toll Leute kennenzulernen :)

Montag, 7. Dezember 2015

Advent und Alltagsgedanken

Manchmal werfe ich ja direkt mit Bolg-Einträgen um mich, dann frage ich mich ob es wirklich Leute gibt die es jeden Tag hierher verschlägt um "up-to-date" zu sein. Aber da es jetzt einmal eine Woche nichts gibt wird das wohl niemanden stören ;)

Morgen geht es in den Dschungel. Heute Abend oder morgen früh muss ich noch packen. Ganz leicht, das absolut nötigste, nur meinen kleinen Rucksack. Da durch die Wärme und tagtägliche Schwüle hier Kleidung sowieso nie lang "frisch" bleibt wird das schon gehen. Trostdem, für 6 Tage praktisch nichts mitzunehmen fällt mir schwer. Morgen um 10 muss ich in Tena sein, dann fahren wir nach Coca.
Das Wochenende war relativ unspektakulär. Viel getan habe ich nicht, ein bisschen schwimmen, ein bisschen nichts tun, etwas Urlaub mit Mama planen, mit ein paar Leuten quatschen, zugegebenermaßen viel langeweile. Aber hey, man kann nicht immer volles Programm haben. Samstag war großer Hausputz angesagt so wie Weihnachtschmuck aufhängen. Es gibt einen kleinen Adwentskranz, eine Lichterkette am Dach, passende Weihnachtsmann-Polsterbezüge, ein Tischtuch so wie Untersetzer, eine Krippe und Kleinkram. Eigentlich viel dafür dass Weihnachten hier so unspektakulär ist. Als ich Sonnia erklärt habe, dass Weihnachten in Österreich so ein rießen Ding mit Familie, Essen, Geschenke etc ist, hat sie mir gleich einen Vortrag gehalten, dass es bei heilig Abend um Jesus Geburt geht, man nicht nur an sich und seine Familie denken soll sondern den ärmeren etwas schenken und helfen muss. Ich habe brav genickt, ihr irgendwie auch zugestimmt, schlussendlich bevorzuge ich aber doch die österreichische Variante mit Weihnachtsmarkt, Weihnachtsbaum und Christkindlmarkt.
Vielleicht wird es ja noch was mit der Weihnachtstimmung, aber bei dem Wetter hier kann ich mir das einfach nicht vorstellen. Auch wenn in Österreich Schnee (zumindest in Graz) zu heilig Abend ein seltener Gast ist, wenigstens ein bisschen Kälte muss sein. Hätte ich keinen Adentskalender, oder generell Kalender, Weihnachten würde bei mir vorbeigehen.

Samstag, 5. Dezember 2015

Ich bekomme ein Paket

Mein Paket ist da :DDD
Meine Mama hat mir vor ca 2 Wochen ein Paket geschickt, Dienstags Nachmittag hat Edwin dann einen Anruf bekommen es wäre bei der Post in Tena angekommen. Ich hätte mir auch denken können, dass es keine Postboten gibt die nach Arosemena fahren. Ach ja, und Edwin wurde angerufen weil meine Mutter seinen Namen auch auf das Paket geschrieben hat, offiziell ist mein Wohnsitz ja noch in Österreich.
Jedenfalls ist es jetzt da :). Donnerstag sind wir nach Tena, auch andere Besorgungen machen wie eine Krippe für Weihnachten und Lichterketten kaufen, und ich habe ein, in vertrautem Gelb mit dem Logo der österreichischem Post versehenes, Pakerl in die Hand gedrückt bekommen. Ich bin einmal ehrlich, konnte der Versuchung nicht wiederstehen und habe es im Auto gleich, unter zurufen von Sonnia und Erika, aufgemacht.

Logischerweise habe ich in meinem eifer die falsche Seite erwischt, wodurch mir der sorgfältig am Boden verstaute Adventskalender entgegnefiel. Ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind, ein Aventskaldender! Das bringt wenigstens einen Hauch an Weihnachtstimmung in meinen recht "unweihnachtlichen" Alltag. Die anderen bestaunten den Kalender , meinten was das doch für eine tolle Idee wäre usw. Ich glaube schon, dass es hier auch solche Kalender gibt, aber eben nicht in Tena. Egal was alle sagen mögen, hier fehlt verdamt viel. Selbst im "großen Supermarkt" findet man beispielsweise keinen Schlagobers, Sauerrahm oder Tiefkühlpizza.
 Den Kalender habe ich gleich geöffnet und die Schokolade vom 1-3.12 verteilt. Dann all die anderen Sachen bestaunt, Walnüsse, Mangostreifen und Schokohaselnüsse zum probieren hergegeben. Obwohl, ob dass so eine gute Idee war, Edwin meinte bei allem nur "das musst du das nächste mal zur Mami Luz mitnehmen", heißt zum Familientreffpunkt oder anders gesagt, ich selbst werd von all dem genau nix haben :P.
Und da ich mich immer noch wie ein Kleinkind freue eine Inventarliste meiner neuen Besitztümer:
Fair trade Schoko Adentskalender
7x Zotter Scokolade
Getroknete Mangostreifen
Apfelchips
Datteln 
Cashwenüsse
Walnüsse (vom Bauernmarkt :DDDD)
Haselnüsse und Mandeln mit Dunkler Schoko - Kakao - Hülle
Chai Tee
mein MP3 Player Aufladekabel

der 2,3 oder 4 Blick ;)


So eine Auswahl von Zotter hatte ich glaube ich noch nie

Mein neuer kleiner Naschvorrat