Tag drei meiner eigentlich hauptsächlichen Dschungel Reise begann relativ früh mit Frühstück herrichten, wieder einmal abwaschen, packen und dann ging es auch schon weiter. Durch ein Missverständnis, irgendjemand hatte vergessen Infos an die Schüler weiterzuleiten, wurden alle Pläne von campen in Yasuni über den Haufen geworfen und wir machten uns auf den Weg zu einer anderen Lodge, etwas näher an Zivilisation gelegen. Bevor wir aber gegen Mittag dort ankamen ging es noch einmal in den Dschungel, wieder einige Stunden herumwandern, Tiere und Pflanzen beobachten und mit den Neu Seeländern über Gott und die Welt tratschen. Ich bin irgendwann wieder in meine eigene kleine Welt ab getaucht, passiert mir immer wenn ich wandere. Einfach geradeaus gehen, mein Körper kümmert sich schon darum, dass es mich nicht alle zehn Meter wegen einem Stein oder Wurzeln aufhaut, und währendessen Sinne ich über den Sinn des Lebens und andere tief philosophische Fragen nach.
Naja, jedenfalls hätt ich das gern ;)
Die zweite Lodge war wirklich traumhaft schön, zwar immer noch sehr einfach und minimalistisch, aber man hatte einen tollen Blick auf den See, warmes Wasser (!), einen großen Aufenthaltsraum, eine geräumige Küche und die Betten waren wirklich angenehm. Am Nachmittag ging es dann in ein Museum über die verschiedenen Indiogenen Stämme hier, ich durfte mich als spanisch-englisch Übersetzer versuchen. Theoretisch können die Guides zwar alle Englisch, Ivan mit dem ich hergekommen bin aber eher gebrochen, Alex spricht verdammt gut, überätzt aber nicht gern. Die Museums-Leute sprachen nur Spanisch und Quichua, und so blieb es an mir sowie einem anderen Schüler hängen. Der sprach eigentlich super spanisch, nur hat mich sein eindeutig spanischer Akzent irritiert. Einzelne Wörter und vor allem die Aussprache. Und so habe ich allen denen die es hören wollen verschiedene Infos weitergeleitet und versucht unseren Museums Guide ein bisschen zu bremsen, der wollte gar nicht mehr aufhören zu reden.
Das wars dann auch schon für Tag drei, am Abend habe ich mit ein paar der Schüler Musikvideos von Südamerikanischen Künstlern angeschaut und mich vor lachen zerkugelt. Ich wünschte ich wüsste noch wie all die Songs heißen, waren zum schießen.
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| Wieder einmal Fußball ^^ |
Am letzten Tag ging es dann wirklich nach Yasuni. Um 5 Uhr aufstehen, Frühstück, dann mit dem Bus zum Fluss und 1 1/2 Stunden den Rio Napo in einem Kanu entlang. So um 8 kamen wir bei der ersten Station an. Hier warteten wir auf Vögel die leider nie kamen (schlechtes Wetter) dafür aber eine Tanzaufführung einiger Indiogenen Frauen, danach durften wir Wayusa (ich liebe es) und Chicha (ein Getränk aus Yuca, das ein paar Tage fermentiert und nen echt hohen Alkoholgehalt haben kann) probieren und die Kids haben noch kräftig Souvenirs gekauft. Ich wollte ihnen die Illusion nicht rauben und habe nicht gesagt wie überteuert die ganzen Sachen hier waren. Danach weiter, wirklich Vögel beobachten. War beeindruckend nur die japanischen Touristen mit ihren Mega-Kameras haben etwas gestört. Dann Mittagessen und später ging es noch ein Stück in den Dschungel zu einem rießen Aussichtsturm. Von dort oben bekam man einen tollen Eindruck davon wie großYasuni ist.
Zurück in Limonchocha haben wir noch Eis gekauft, den Abend schön ausklingen lassen.
Ich bin später noch mit Alex und Ivan in das Dorf spaziert, dort gab es groß Fiesta, Absolventen der Schule oder ähnliches. Ivan hat hier einmal kurz gewohnt, darum wurde er von allen Seiten begrüßt. Ein bisschen getanzt, die Stimmung genossen. Das einzig schräge an der Situation war, dass ich theoretisch schon im Pyjama war, tja, relativ spontane Entscheidung.
Der nächste Tag war nur mehr verabschieden, zusammenpacken und nach Hause fahre. Von ein paar der Schüler hab ich die Facebook Namen bekommen, sowie vom Guide der Organisation der meinte ich sollte mich irgendwann mal melden, mit meiner Auslandserfahrung könnte es gut sein dass ich das auch mal machen könnte. Die 6h Rückfahrt war relativ anstrengend, das Auto vollgestopft mit allerlei Zeug, aus dem Radio dröhnte nervige 90er Discomusik und die Klimaanlage verursachte mir Gänsehaut. In Tena sind wir noch schnell zu einem Fluss gefahren, ein bisschen baden und wieder einmal alle möglichen Leute treffen (aber hey, es waren sogar Gesichter dabei die ich kannte), später nach Hause nur noch ins Bett gefallen. Ich glaube als ich einschlief war es ungefähr halb 8.
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| Viel zu laute Kameras |