Ich würde nicht sagen, dass ich viele Freunde
habe, aber es kommt wohl immer darauf an wie man Freunde definier. Für mich sind
es Menschen die ich gern hab, in deren Umgebung ich mich wohl fühle. Menschen
mit denen ich reden kann, über alles und nichts, Gott und die Welt, nur kein
angespanntes oder peinliches Schweigen, das ist normalerweise das erste
Anzeichen dafür das irgendetwas nicht passt.
Es müssen Menschen sein denen ich vertraue, denen
gegenüber ich mich öffnen kann und bei denen ich mir sicher bin, dass sie auch meine
Ecken und Kanten akzeptieren. Es sollten Personen sein in deren Umgebung ich
ich selbst sein kann, oder zumindest eine Version meiner selbst, denn seien wir
ganz ehrlich, kein Mensch hat nur ein Ich.
Freunde sind Leute mit denen man sich versteht
auch wenn man sie nicht alle paar Tage sieht, Menschen die man auch nach
Monaten oder Jahren erkennt und mit denen man sich trotz anderer Lebensumstände
noch treffen und Spaß haben kann. Aber Freunde sollten einen nicht vergessen.
Leute die dich durch einen Lebensabschnitt begleitet haben, sobald dieser
vorbei ist aber in der Ferne verschwinden, trotz all der Versprechungen von
Unternehmungen und Treffen, sind keine Freunde. Ich würde solche Beziehungen
als Zwecksgemeinschaften bezeichnen, Personen die man getroffen hat, die nun
einmal da waren, aber im Endeffekt keine Bedeutung haben. Irrelevante Menschen.
Kling hart, ist aber die Realität. Wir alle haben solche Leute in unserem
Leben. Oder besser gesagt, hatten.
Freunde müssen dich nicht in und auswendig
kennen, sie müssen nicht sobald du dein Gesicht ein bisschen verziehst wissen
was du willst oder was dich bedrückt. Sie müssen nicht all deine Hobbies kennen
oder teilen, sie müssen nicht immer bereit sein etwas mit dir zu machen. Echte
Freunde muss man nicht alle zwei Tage treffen, sie müssen nicht zu jeder deine
Partys kommen oder deine ganze Familie kennen, da sie ständig bei dir ein und
aus gehen. Freunde, wirkliche und wahre Freunde, sind Menschen die da sind wenn
man sie braucht, die differenzieren können zwischen einem wichtigen Ereignis in
deinem Leben und bedeutungslosen Feiern, sie sollten erkennen wann du einfach
nur etwas machen, außer Haus kommen willst, und wann es um etwas ernsteres
geht. Sie sollten einfach da sein, sie sollten dafür sorgend, dass du dich wohl
fühlst, dass du nicht alleine oder einsam bist. Es sollten Menschen sein die
dir den Tag versüßen, die Wolken vertreiben können, mit denen du Erinnerungen schaffst.
Jeder Mensch braucht Freunde, jeder Mensch
braucht andere Mensch die ihm durch Leben helfen und bei den wichtigen Momenten
dabei sind. Und selbst wenn das nicht geht, sollten sie zumindest über
bedeutende Ereignisse Bescheid wissen, damit man sie später teilen kann.
Und darum kann ich sagen, dass ich nicht viele
Freunde habe, aber unglaublich dankbar und froh über die wenigen Personen bin
die ich wirklich Freunde nennen kann. Ohne sie wäre mein Leben wohl ziemlich
leer.
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