Morgen um diese Uhrzeit befinde ich mich über dem
Atlantik. Ich werde in einem mehr oder weniger bequemen Sessel sitzen,
vermutlich einen Film anschauen oder zu Mittag essen. Vielleicht habe ich einen
angenehmen Sitznachbarn mit dem ich mich unterhalten kann oder der
mich freundlich ignoriert. Vielleicht ende ich aber auch neben einem Hampelmann
der nicht still sitzen kann, ständig aufsteht, auf die Toilette rennt, zwei,
dreimal sein Getränk umstößt und sich lang und breit entschuldigt nur um
schlussendlich einzuschlafen und laut zu schnarchen. Wer weiß? Ich hoffe auf
das Beste.
Morgen um diese Zeit wird es vorbei sein. Die
endlos langen Ferien die von meiner inneren Unruhe bestimmt wurden. Einem Drängen und Ziehen, ausgelöst durch die Gewissheit, dass ein Lebensabschnitt
endet, dass nichts mehr so wird wie es einmal war. Je näher der Tag rückt desto
unruhiger werde ich, vergleichbar mit dem Gefühl vor einem wichtigen Ereignis,
ungeduldig, aufgekratzt, der Wunsch das es endlich los geht.
Ich habe keine leichten Wochen hinter mir, das
Schicksal hat mir wieder einmal mehrere Steine in den Weg gelegt. Ein Arztbesuch
endete ich Krankenhaus mit einer OP die mir meine Wanderwoche vermieste, mein
Laptop ist gestorben und wieder auferstanden und allein der Gedanke mich noch
einmal verabschieden zu müssen löst Übelkeit in mir aus. Ich habe mehrere
kleine Nervenzusammenbrüche und Panikattacken durchgestanden, meinen Koffer
etliche Male ein und ausgebackt, aus Frust und zur Ablenkung eine komplette
Jugendbuchreihe ausgelesen für die ich eigentlich zu alt bin und zig Predigten,
gut gemeinte Ratschläge und Versicherungen das alles gaaanz toll wird über mich
ergehen lassen. Mittlerweile bin ich einfach nur dankbar, dass ich morgen
abfahre, noch so eine Woche und ich müsste mich in eine Nervenheilanstalt
einliefern lassen.
Jaja, ich übertreibe. Aber alles fühlt sich so surreal
an, ich fliege morgen nach Ecuador, ich werde 10 Monate am anderen Ende der
Welt verbringen, ich werde heute das letzte Mal für lange Zeit in meinem Bett
schlafen. Alles kommt mir so final vor, das letzte Eis, das letzte Mal
Fortgehen, das letzte Mal meine Freunde sehen... Ich tendiere teilweise dazu
Dramaqueen zu spielen, ich überziehe alles, stelle es größer und gewaltiger da
als es ist. Denn ganz ehrlich, was sind schon 10 Monate?
Richtig realisieren werde ich die Situation wohl erst wenn ich angekommen bin, im Quito am Flughafen stehe, meinen Koffer in der Hand, den Rucksack am Rücken, das erste Mal auf mich alleine gestellt. Ich weiß nicht wann ich das nächste Update machen werde, bestenfalls am Sonntag.
Richtig realisieren werde ich die Situation wohl erst wenn ich angekommen bin, im Quito am Flughafen stehe, meinen Koffer in der Hand, den Rucksack am Rücken, das erste Mal auf mich alleine gestellt. Ich weiß nicht wann ich das nächste Update machen werde, bestenfalls am Sonntag.
Ich will an dieser Stelle noch
einmal all den Leuten Danken die mir in den letzten Wochen geholfen haben, ich
weiß nicht wie viele von euch meinen Blog lesen aber ihr solltet wissen wen ich
meine. Danke, ohne euch wäre ich hierzu nicht in der Lage.
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