Freitag, 29. April 2016

Ein kleines politisches Statement

Wie gerne würde ich schweigen.
Wie gerne würde ich all die Ängste und Zweifel die sich in den letzten Tagen in mir aufgestaut haben einfach zur Seite legen, positiv in die Zukunft schauen und mir einreden dass ich nicht mit Millionen von Schwachköpfen in einem Land lebe.
Ja, Schwachköpfe. Ich habe genug von diesem "Protestwähler" und "Menschen die Veränderung wollen" Gerede. Jeder der halbwegs bei Verstand und in der Lage ist Wahlplakate zu lesen (es muss nicht einmal das Parteiprogramm sein) sollte sich bewusst sein wem er da seine Stimme gibt. 
Mittlerweile ist klar worüber ich rede, oder?

Ich bin absolut nicht dazu berechtigt diese Situation zu analysieren oder die politische und gesellschaftliche Situation die zu diesem Wahnsinn geführt hat klar darzustellen sowie  Zukunftsaussichten zu geben. Wie auch? Ich bin eine 19 Jährige fast-Studentin die seit guten acht Monaten keine Fuß mehr in ihre Heimat gesetzt hat. 
Ich bin einfach jemand der Angst bekommt, jeden Tag ein bisschen mehr. Ich will in keinem Land leben dass von solchen Leuten regiert wir.
Versteht man das?
Ich könnte der Zeit die Schuld geben, wenn selbst deutsche Zeitungen Artikel zu österreichischer Politik schreiben, noch dazu besorgt, gibt mir das zu denken. Der Gedanke in ein Land zurückzukehren in dem mehr als die Hälfte für politische Gedanken steht dir mir einfach zuwieder sind, ja, mich direkt anekeln, jagt mir einen Schauer über den Rücken.
Ich verlinke die zwei Artikeln die mich in der letzten Woche aus Ecuador und hinein in österreichische Politik geholt haben.  


Sollte ich solche Meinungen in den großen Weiten des World Wide Webs kund tun?
Wahrscheinlich nicht.
Werde ich etwas ändern?
Ist zu bezweifeln.
Kann ich einfach weiter mit dieser Unruhe und Angst vor dem was kommen mag alleine bleiben?
Nein, das halte ich einfach nicht mehr aus.
Und sollte mir dieser Blogeintrag jemals irgendwelche Zukunftschancen verderben... mit Personen die mir aufgrund negativer  Gefühle gegenüber dieser Partei Chancen verweigern will ich glaube ich sowieso nichts zu tun haben.

Die Spinne

Ich hatte gerade ein Erlebnis in das sich mindestens die Hälfte aller Personen die ich kenne nie hineingewagt hätten. Jedenfalls nehme ich das an.
 

Das Szenario: Eine Familie aus Holland, drei Personen, in Cabaña 7.1. Um 9 Uhr Abends, ich unterhalte mich gerade  mit zwei anderen Gästen, kommt plötzlich die Mutter vorbei, erklärt hysterisch es sei eine riesen Spinne in ihrem Zimmer.

Lösungsversuch 1: Ich laufe schnell zum Angestelltenhaus, suche jemanden der wach ist und mir helfen kann.
Ergebnis 1: Gescheitert, niemand wach.

Lösungsversuch 2: Ich gehe in die Küche, hole eine Schüssel, im Büro schnappe ich eine Plastikfolie. Die Idee ist die Spinne in der Schüssel zu fangen und aus der Hütte zu bringen.
Ergebnis 2: Ich folge der Frau zur Cabaña 7.1. Die Spinne hockt in einer Ecke an der Wand, sie ist riesig, mindestens 10 cm Durchmesser, schwarz, haarig. Ich weiß nicht ob sie giftig ist oder mich anspringt sobald ich zu nahe komme. Wir holen eine Stuhl von der Teerasse, ich stelle mich auf ihn, stülpe die Schüssel über die Spinne.
Problem 1: Die Folie ist zu dünn, sie hält nicht richtig, ich muss schnell hinaus.
Problem 2: Wie werde ich die Spinne los? Wenn ich die Folie wegnehme landet sie eventuell anstatt zu Boden zu fallen auf mir.
Lösung: Gab es nicht, Folie weg, Spinne plötzlich auf meiner Hand. Kurzer panischer Aufschrei, dann weggeschoben, Schüssel und Folie vom Boden aufgehoben und wieder zurück. Die Familie hat sich bedankt, ich meinte immerhin habe ich hier die Verantwortung, jetzt wieder da, im Büro.

Es wäre gelogen zu sagen ich hätte kein Herzklopfen, vor allem weil ich mich im Nachhinein frage, ob die Spinne giftig war oder nicht. Was wenn ja?
Dann war ich gerade unglaublich mutig und dämlich zugleich. Aber was soll ich machen, ich war nun einmal die einzige hier. Wenn man eines nach einiger Zeit im Tourismusgeschäft lernt, dann das das wichtige glückliche Kunden sind. Damit fällt und steht alles. Egal, ist ja gut gegangen und ich habe wieder etwas zu erzählen.

Sonntag, 24. April 2016

Wort zum Sonntag

Habe ich irgendwann schon einmal erwähnt dass ich ein ziemlich Fan von den Toten Hosen bin? Ich würde so weit gehen als zu sagen dass sie eine meiner absoluten Lieblings-, wenn nicht sogar, nach all den Jahren, die Band für mich sind. Immerhin höre ich ihre Musik seit der Volksschule und im Gegensatz zu all den anderen Bands/Künstlern die im laufe der Jahre kamen und gingen haben sie immer noch einen festen Platz bei mir. Auch wenn ich nie solche Obsessionen für ihre Musik entwickelt habe wie für einige andere Bands (ähm... ja, ihr wisst von wem ich da spreche) werde ich nie müde ihre Musik rauf und runter zu hören.
Wieso ich das alles ausgerechnet jetzt sagen?
Was soll ich sagen, ich weis selbst die meiste Zeit nicht wieso ich denke was ich denke, geschweigeden schreibe was ich schreibe.

Jedenfalls habe ich mir, während Reservationsanfragen beantworten und Anzahlungen kontrollieren, ihren Song "Wort zum Sonntag" gerade in Dauerschleife angehört. So alt und dennoch so genial, ich liebe das Lied, auch wenn ich es bis heute nicht geschafft habe es in einer nicht live Version zu hören. Es ist nicht nur der Text und die Aussage, nicht nur die Tatsache dass es mich seltsamerweise unglaublich positiv stimmt und die Melodie einfach eingängig und wunderschön ist (zumindest meiner Meinung nach), irgendetwas hat es, dass mich  berührt und dazu bringt dieses Gefühl mit der Welt teilen zu wollen.
Wer weis ob es nur mir so geht, aber ich glaube das Lied hat etwas besonderes, einzigartiges. Für mich zählt es zu ihren Besten, obwohl oder vielleicht weil es vor so langer Zeit entstanden ist. Normalerweise kann ich mit den wirklich alten Alben von den Toten Hosen wenig anfangen aber hier haben sie wohl wirklich ein Lied für die Ewigkeit geschrieben.

Hört es euch einmal an, oder auch nicht, ich zwingen niemanden zu irgendetwas.
Ich denke nur, manchmal ist es wert bestimme Gefühle mir der Welt zu teilen, vielleicht schafft man es ja doch in dem einen oder anderen etwas ähnliches zu wecken.

Samstag, 23. April 2016

Urlaub in Ayampe

Ich hab gerade meine Wäsche (oder zumindest einen kleinen Teil) in eine Wäscherei gebracht. Dieser Luxus... morgen kann ich eine saubere Jean anziehen, also wirklich sauber (!!!). Vielleicht geht sogar der eine oder andere Fleck heraus, eigentlich ist die Hose ja schon so verdrecktund durchlöchert, dass ich sie wirklich nicht mehr so intensiv tragen sollte. Ich glaube, in den 19 Jahren auf diesem Planeten habe ich noch nie ein Kleidungsstück so verdammt oft getragen.
Jetzt weiß ich auch wieso.

Nach 10 h Busfahrt, viel weniger als erwartet, bin ich von Guayaquil über Ambato, Baños und Puyo endlich in Tena angekommen. Einziger Nachteil, es ist halb 9 morgens. Da ich mir der Luxus einer Wäscherei leiste muss ich bis mindestens 12 hierbleiben, eher länger. Was macht man alleine einen halben Tag lang in Tena?
Blog nachschreiben, lesen und geil frühstücken gehen. Das ist der Plan.
Tja, und alten Freunden auf Baños über den Weg laufen während man gerade Schoko-Bananen-Pancakes isst. Manchmal denke ich, dass Ecuador kleiner als Österreich sein müsste, zu Hause habe ich nie so oft Freunde zufällig getroffen.

Die letzte Woche habe ich in Ayampe verbracht, der Plan Richtung Norden zu fahren wurde durch das Erdbeben verhindert aber man muss aus solchen Situationen das Beste machen. Ayampe ist klein, klein genug, dass man in 15 Minuten eine sehr großzügige Runde um das ganze Dorf machen kann. Es gibt außer der Hauptstraße die außen am Dorf vorbeigeht nur Schotterstraßen, davon ganze vier (wichtige) die Ayampe wie ein Kreuz durchziehen.
Mann geht von der Hauptstraße einige hundert Meter Richtung Meer bis man die einzige "große" Kreuzung erreicht, hier auch gleich ein Mini-Supermarkt mit leicht überteurten Preisen. Von dort geht es entweder den Weg weiter bis ans Wasser (Hostals und Strand), nach Rechts (ein paar Lokale, Hotels, mehr für Touristen), links (mehr Dorf und für Einheimische) oder umdrehen (mehr Restaurants und ein/zwei Hostals). Ich habe meine Zeit in einem Hostal direkt am Strand verbracht, hatte den einfallsreichen Namen "4 Estrellas" (4 Sterne). Leider hat das dem Standard nicht ganz entsprochen, irgendwie zahlte man dort doch für die einmalige Aussicht von den Terrassen und nicht für Service oder Zimmer, die waren doch leicht heruntergekommen. Aber zumindest die anderen Turis waren super nett. Freigeister, allesamt.

Ayampe ist ein Surferdorf, das Meer ist unruhig, wild, jede Menge große Wellen. Ein paar mal war ich mit Simon, einem Niederländer den ich im Hostal kennengelernt hatte, schwimmen,  eigentlich eher Wellenhüpfen und versuchen nicht allzuweit hinaus gezogen zu werden. Einmal ist das beinahe schief gegangen und als wir es endlich wieder in seichteres Wasser schafften brannten meine Arme und ich war außer Atem. Ansonsten kann man den Strand nur als wahnsinnig schön beshcreiben, ein paar Mal bin ich die ewig lange und menschenleere Küste entlang spaziert, hier fühlt man sich irgendwie gleichzeitig frei und einsam.
Nach zehn Minuten erreicht man die Mündung eines kleinen Flusses der ins Meer fliest. Hier tummeln sich Vögel in alles Formen und Farben, ganze Schwärme die zwischen Fluss und Meer hin und her fliegen. Einige Meter vom Meer entfernt, im Hinterland, dass doch so unglaublich grün ist, kann man weitere gefühlt hunterte Arten von Vögeln beobachten. Von kleinen, faustgroßen und knallgelben Tieren bis hin zu Pelikanen, einfach gesagt, beeindruckend.
Einmal bin ich auch auf einen Hügel hinauf spaziert, nicht die leichteste Angelegenheit, sehr steinig, rutschig, viel Geröll und ich in Flipflops. Das Zurückgehen war ein Albtraum, irgendwann ohne Schuhe, auf kleinen spitzen Steinen die meine nicht mehr an barfus gehen gewöhnten Fussolhen aufschreien liesen bis ich mich selbst und meine drang Dinge von oben zu sehen verfluchte. Aber die Aussicht war es wert, ein einmaliger Blick über Ayampe und darüber hinaus, das Meer mit seinen Wellen und den zig kleinen Surfern die sich auf ihnen tummeln.

Und damit wären wir auch bei dem Hobby das hier alle verflogen, surfen. In Ayampe trifft man unglaublich viele Leute die seit Wochen, ja Monaten in dem Dorf festhängen und den lieben langen Tag nichts anderes tun als essen, schlafen und surfen. Ich kann es nachvollziehen, surfen hat etwas eigenes, einzigartiges und befreiendes, aber dazu ein anderes Mal mehr. Ayamape strotz nur so von Individualisten, Alternativen, Naturliebhaber und Freigeistern. Wer hierher kommt sucht keine lauten Partys, Action oder Abwechslung. Hier entspannt man, lebt vor sich hin, die Sonne und den Strand genießen, ruhig, ohne allzuviel nachzudenken. Die Tage fließen ineinander über, man verliert den Überblick, vergisst das Datum, vergisst die Zeit. Man verfällt in eine Art Traumzustand in der irgendwie doch nichts mehr wichtig erscheint und das hier und jetzt, plötzlich das einzig Richtige ist.

Trage ich zu dick auf?
Wahrscheinlich, aber so kommt es mir im nachhinein vor.
Ich erinnere mich nicht mehr an die einzelnen Tage.
Ich weiß das ich oft Melonenmilkshake  trinken war (göttlich), ein paar Mal Muffin essen in Otra  Ola, dort auch Surft-Stunden genommen habe.
Ich weiß dass ich einmal mit Lars nach Puerto Lopez gefahren bin, mir einen neuen Haarschnitt geleistet habe der so spottbillig war dass ich es gar nicht glauben konnte, danach wieder gut Fisch essen (en salsa de Maracuya).
Ich weiß dass ich irgendwann einmal ein unglaublich geiles Sandwich hatte, einmal richtig gutes Ceviche, eine Art Burrito und teilweise sogar selbst gekocht.
Natürlich erinnere ich mich an die halb illegalen Lagerfeuer am Strand, das Steckerlbrot backen, die Tatsache dass das Feuer so heiß war, dass wir am nächsten Abend nur trockenes Holz auf die Glut legen mussten um es wieder zu entfachen.
Ich erinnere mich an die etliche Gespräche mit Leuten aus aller Welt, an all die Bekanntschaften und neuen Freunde, an den schrägen Abend des Erdbebens, an die Stunden die ich lesend in einer Hängematte verbracht habe, mit Blick über das Meer.
Ich kann die Sonne nicht vergessen, so stark dass ich das Gefühlt hatte sie würde mir die Haut von Körper brennen, immer 50+ Sonnencreme verwendet und dennoch leicht rot.
Wie könnte ich die Moskitos vergessen, diese kleinen Biester mit ihren hundertden kleinen Stichen die meine Beine bedecken aber seltsamerweise nicht jucken.
Und dann waren da die Sonnenuntergänge, von der Terasse, das Panorama geniesend und dieser roten, großen Kugel dabei zusehend wie sie im Meer verschwindet, währen vereinzelnde Surfer die letzten Sonnenstrahlen auskosten.
Ich erinnere mich an die Kokosnuss die wir eines Nachmittages verspeißten, denn brennend heißen Sand wenn man vom Meer zurück zum Hostal wollte, die Stunden am Abend auf der Terasse oder am Feuer, mit Lars, Simon, einer Schweizerin oder zwei Spaniern sitzend, über alles und nichts redent, das hier und jetzt geniesend.
All das und noch viel mehr war Ayampe für mich, eine schöne Woche, eine entspannende Woche, eine Zeit, eine Blase die dann doch so urplötzlich platze dass ich momentan nicht richtig weis, was ich mit mir anfangen soll, jetzt da die Realität mich wieder hat.
Eine Zeit, eine Ruhe, die ich dennoch nicht mehr verlieren werde, die ich immer noch zurückrufen kann, wenn ich die Augen schliese, mir das Meer, die Sonne, die Wellen vorstelle, das Salz in der Luft rieche, das brennen auf meiner Haut spüre, und wieder diesesn seltsamen Mix aus Freiheit und Einmalkeit spüre, den mir das Meer mit seinen entlosen Weiten gibt. 

Der Stand

"4 Estrellas"

Ayampe und Umland




Mini-Tienda

Bester Laden für Milkshakes ;)


Lagerfeuer


Sonnenuntergang
(Aussicht von Restaurant vor Erdbeben)

die eine kleine Kreuzung

Mittwoch, 20. April 2016

Erdbeeben in Ecuador

Mir geht es gut, ich glaube das wisst ihr mittlerweile alle. Ich hatte wirklich Glück, hier in Ayampe hat man das Beben zwar ziemlich gespürt aber es ist gottseidank nichts passiert.
Ich versuche nicht das Erdbeben herunterzuspielen, es war/ist eine ziemliche Katastrophe, hunderte Menschen gestorben, tausende Verletzt, ein Land im Chaos, Menschen in Aufruhr. Ich merke dass schon allein daran, dass ich aus Ayampe nicht mehr wegkomme. Der ursprüngliche Plan die Nordküste entlang zu fahren ist sowieso ins Wasser gefallen, nach Quito gibt es keine Busse. Ich muss über Guayaquil irgendwann wieder weg, jetzt sitze ich aber erst einmal hier fest. Langsam aber sicher nervt es mich auch, ich bin einfach niemand der ewig an einem Ort bleiben kann.
Aber egal, ich will einfach meine Erfahrung über das Erdbeben niederschreiben, damit auch wirklich alle im Bilde sind.
Samstagabend, nach einem Tag mit Surft-Stunden, viel relaxen und nichts tun beschlossen ich und Lars auf Empfehlung hin zu einem Restaurant/Hotel Ceviche essen zu gehen. Angeblich super gut, aber teuer, stellte sich beides als wahr heraus. Wir kamen an, setzten uns auf die Terrasse und durften einen wirklich wunderschönen Sonnenuntergang mit Blick über das ganze Dorf bewundern, das Ceviche war auch echt gut. Dann wurde es dunkel, wir wollten uns schon auf den Rückweg machen als plötzlich der Boden vibrierte. Ich hatte zuerst gar keinen Plan was los war, ist da ein Tier unter meinem Stuhl, bastelt gerade wer am Haus herum? Dann fing das Haus an zu wackeln, mein erster Gedanke war "da Sitz ein Tier am Dach". Als es immer stärker wurde und das Gebäude sowie die umliegenden Bäume zu schwanken begannen wurde auch mir klar was zur Hölle eigentlich los war.Dann, als das Gewackel seinen Höhepunkt erreichte war plötzlich der Strom weg, von der Teerasse konnte man schön beobachten wie in ganz Ayampe die Lichter ausgingen.
Nachdem wir uns etwas beruhigt hatten beschlossen wir, dass wir wieder zurück ins Dorf gehen konnten. Kaum hatten wir die Finca verlassen rannten wir in eine Gruppe von Leuten die wieder hinauf wollten. Wieso? Tsunami. Man redete uns ziemlich ins Gewissen und wir schlossen uns an und liefen wieder zurück. Noch ein/zwei Stunden später reichte es aber endgültig und es ging zurück nach Ayampe.
Dort fanden wir aber nur ein leeres und dunkles Hostal wieder, dass von seinen Besitzern gerade verlassen wurde, also packten auch wir unsere Wertsachen zusammen und es ging schon wieder los. Eigentlich bestand die ganze Nacht nur aus durch die Gegend rennen. Ich und Lars hängten uns an eine Gruppe Argentinier und liefen zu Straße zurück um dann ins "Hochland" zu wandern (im Endeffekt waren wir 30m über dem Meeresspiegel). Und das wars dann, die nächsten 3h saßen wir auf der Straße, erst mit den Argentinien, dann anderen Leuten vom Hostal die wir zufällig trafen, später eine Amerikanerin und eine Finnin, dann wieder die Argentinier. Auf der Straße sitzen, zwischen Panik und Belustigung, bin ich dann irgendwann leicht eingenikt.
Die Polizei sperrte dir Straße anfangs strikt ab, niemand durfte sich dem Dorf nähern, aber so um halb 12 herum hieß es nur mehr " tut was ihr wollt, wir haben keine Entwarnung aber wenn ihr zurück wollt geht ruhig". Also sind wir zurück ins Dorf und zum Hotel. Irgendwie ist mir dieses ganze "OMG es kommt eine Tsunami!!!" Gerede  aber doch unter die Haut gegangen und ich hab mich auf die Terrasse zum schlafen gelegt, da ich nicht alleine in mein Zimmer wollte. Wenn was kommt würde man mich sonst gar vergessen...
Irgendwann in der Nacht muss ich ins Bett gegangen sein. Danach ist eigentlich nichts mehr passiert, hier wurden keine Gebäude zerstört, niemand verletzt, wir spürten keine Nachbeben. Einzige ist, dass ich jetzt festsitze, mal schauen wie es weitergeht. Wie gesagt, wir hatten Glück, in Manta, Canoa, Guayaquil oder Pedernales schaut es ganz anders aus. Umso erschreckender wenn man bedenkt, dass ich genau da ursprünglich hinwollte.

Dienstag, 12. April 2016

Die Geschichte eines Safes

In letzter Zeit habe ich es mit kleinen Updates, oder?
Vorgestern Abend ist etwas unglaublich absurdes und dämliches passiert. Also etwas über das ich immer noch einfach nur ungläubig den Kopf schütteln kann. Wie um alles in der Welt kann man so dumm sein? Also ja, vielleicht könnte mir so etwas auch passieren aber ich gelte bei solchen Sachen nicht unbedingt als Vorbild.
Kurz gesagt:
Wir haben einen Safe.
Der Safe hat eine Zahlenkombination.
Und einen Schlüssel für Notfälle.
Wie wenn die Batterie aus ist.
Ein Zweitschlüssel scheint nicht zu existieren.
Man kann sie nämlich nur von innen wechseln.
Die Batterie ist aus.
Der Schlüssel ist im Safe.
.
.
.

WIESO MACHT MAN SO ETWAS??
Komm schon....
Ein bisschen mitdenken...


Jetzt müssen wir den Safe wahrscheinlich aufschneiden.
Ich halte euch auf dem laufenden. Momentan kann ich einfach nur Kopfschüttelnd da sitzen, ich schwebe irgendwo zwischen hysterisch loslachen da sie Situation so unglaublich absurd ist und die Hände im Gesicht vergraben um die Erde und ihre Bewohner zu verfluchen.

Mittwoch, 6. April 2016

"Hast du eigentlich schon zugenommen" - Das Nachspiel

Wisst ihr noch wie ich vor ein paar Monaten richtig stolz geschrieben habe wie ich es schaffe würde mein Gewicht zu halten obwohl mich gefühlt jeder vor zunehmen im Ausland warnte? 
Jaja, mittlerweile ist das auch Geschichte.
Nicht dass ich plötzlich einen Schwabblebauch habe oder meine Kleidung zu eng wird (obwohl meine Jeans vedächtig gut passt) aber ganz so schlank wie vor einem halbem Jahr bin ich leider nicht mehr. Traurigerweise muss ich mir sogar eingestehen, dass ich das meiste im letzten Monat zugenommen habe. Erst Kellnern, jetzt die Lodge... ich habe vergessen was es heißt Hunger zu haben.

Zu meiner Verteidigung, hier nicht zu zunehmen ist fast unmöglich. Ich kann keinen Sport machen, also wirklich gar keinen. 
Laufen? Wohin, in den Dschungel? Sportvereine gibt es nicht, das einzige was klappt ist schwimmen wenn es nicht gerade geschüttet hat und die Strömung viel zu stark ist.
Natürlich weis ich, dass ich mich jeden Tag auf die kleine Wiese vor dem Haupthaus stellen könnte um Karate zu üben oder ganz motiviert Bauchmuskelübungen zu machen. Ja, ich könnte Wasserflaschen anfüllen und als Hanteln benutzen oder 50 Mal den Weg zur letzten Cabaña und wieder zurück laufen. Aber sind wir einmal ganz ehrlich, wer von euch würde das machen?
Wer von euch hätte die Motivation, die Ausdauer und den Willen?
Bitte, hebt die Hände, meldet euch bei mir, überzeugt mich.
Ich wäre euch ewig dankbar.
Aber bis dahin, verurteilt mich nicht. Ja ich habe zugenommen, aber darum kümmere ich mich wenn ich zurück bin. Dann gibt es erst einmal mindestens einen Fleischfreien Monat und wieder mehr Sport. Wenn ich meinen Ferialjob anfange kann ich jeden Tag ca 35 Minuten zur Arbeit fahren, endlich wieder mit dem Fahrrad. Fleisch hängt mir übrigens wirklich zum Hals heraus, Hühnchen geht noch, manchmal. 
Es hat zwar mehr als sieben Monate gedauert, aber ich kann das Essen in Ecuador  nicht mehr sehen. Reis macht mich langsam Wahnsinnig, noch mehr Yucca oder Platano und ich drehe durch. Ich habe keine Lust mehr auf Huhn mit Reis oder Fleisch mit Reis oder Tunfisch mit Reis, dazu immer Yucca oder Kochbanane. 
Gebt mir Abwechslung! 
Gebt mir Gemüse!
Gebt mir andere Beilagen! 
Gebt mir vegetarisches Essen! 
Gebt mir irgendetwas, irgendendetwas das mir zumindest die Illusion von gesundem und vielfältigen Essen gibt.
Bitte, ich mag einfach nicht mehr.

Aber um diesen Post auf einer positiven Note enden zu lassen, ein paar Sachen werden mir nie zum Hals heraushängen werden:
Wassermelone
Avocado
Chifles
Popkorn
Patacones
Maito
Eier (ja Papa, ob du es glaubst oder nicht)

Freitag, 1. April 2016

Wir machen Donuts :DDDD

Ich habe seit ich in Ecuador angekommen bin nie so viel in einer Küche gewerkelt wie in den letzten drei Wochen. Angefangen bei simplen Kleinigkeiten wie Spiegelei oder Sandwiches, bis hin zu Chifles, Kuchen, Cocktails und Donuts.
Ja wir haben heute Tatsächlich Donuts gemacht, in der Küche unter dem Herd stehen sogar noch einige unfritierte Exemplare die die letzten paar Stunden mit "gehen" verbracht haben. Ich weis nicht ob Hefe zu lange rbeiten kann aber das werden wir heute Abend schon herausfinden. 
Selbstgemachte Donuts, im Dschungel, mit Zuckersirup... Göttlich. Aber auch gefährlich, ich habe 3 1/2 verspeist. Egal, man lebt nur einmal.
Ansonsten eben Kuchen, zwei Mal Schoko Banane, einmal mit Lars seinen Apfelkuchen und einmal eine Karottentorte. Alles sehr lecker, die Angestellten freuen sich auch immer wenn es etwas Süßes gibt ;)

Da in Ecuador ja so ziemlich alles frittiert wird (von Kochbanane, über Fleisch bis hin zu Kartoffeln, Yucca und Fisch) lies sich das natürlich auch das nicht vermeiden. (Wenn ich darüber nachdenken sind Donuts ja auch frittiert....) Also erst einmal Chifles, und dann kleine Bananen in Stückchen geschnitten, in einen etwas dickeren Palatschinkenteig gewälzt und dann frittiert. Ebenfalls umwerfend lecker. 
Ihr seht schon, meine Ernährung hier ist unwahrscheinlich gesund. 
Ich würde das alles (vor allem Donuts) wirklich gerne zu Hause machen aber irgendwie habe ich in Österreich noch nie frittiert, geschweigeden jemals etwas hausgemachtes frittiertest angeboten bekommen. Selbst wenn man Chips oder ähnliches macht, immer aus dem Ofen.
Wie langweilig... wenn schon fett und ungesund, dann bitte richtig.


Yummi ^__^