Freitag, 9. September 2016

Ein Erklärungsversuch

Es ist drei Monate her.
Oder mehr? Weniger? Ich kann es nicht mehr sagen.
Auf dem Balkon in der Wohnung meiner Mama sitzend, die Sonne geniesend, das Wissen, dass sie nicht wie im letzten Jahr üblich um 6 untergehen wird, die Wärme in mich aufnehmend, welche in ein paar Wochen der Vergangenheit angehört, aus einer Stimmung heraus endlich den Mut aufbringend mich wieder diesem einem kleinen Hobby zuzuwenden, bin ich nun hier, nach Erklärungen ringend.
Wieso habe ich nicht geschrieben?
Nicht einmal einen letzten Post? Eine Verabschiedung, ein paar Fotos, einen kurzen Reisebericht, eine Erklärung? Ich habe nichts auser Ausreden vorzubringen, leider.

Kurz und einfach gesagt, ich war überfordert. Ich glaube nicht das irgendjemand ,der so etwas nicht in der gleichen Phase seines Lebens wie ich im letzten Jahr durchgemacht hat, verstehen kann wie ich mich fühlte und immer noch fühle. Das war ein Jahr voller neuer Erlebnisse, ein Jahr voller Aufs und Abs, voller neu zu bezwingender Stufen und altbekannten Hindernissen. Ein Jahr das mir meine eigenen Schwächen schmerzhaft vor Augen geführt hat und mich gleichzeitig zwang sie zu überwinden.
Habe ich mich verändert?
Ich weiß es nicht genau, irgendwie schon, aber nicht nur im Guten. Ich habe einiges Verloren, vieles gewonnen, aber ich bin froh weggegangen zus ein. Jeder Fehler war eine Möglichkeit Neues zu lernen, jede unangenehme Situation und jede vorführung meiner eignenen Schwächen hat mir gezeigt woran ich arbeiten muss.
Und jetzt bin ich wieder hier, und es kommt mir so vor als ob sich nichts geändert hat. Ja, meine Schwester ist größer und reifer, da sind die neuen Stühle bei meinem Papa, das neue Geschirr bei meiner Mama, Kleinigkeiten, aber im Endeffekt sind alle Menschen um mich herum die Gleichen. Es war so schön weg zu sein, von all dem Druck, dem Stress, der Frage nach der Zukunft und dem Leben die mich Momentan mit voller Härte trifft und ein im letzten Jahr so einfaches Leben wieder verworren und unverständlich macht. Es tut fast weh auf diese 10 Monate zurückzuschauen, es fühlt sich an als wären sie nicht echt, wie ein Tagtraum. Darum denke ich nicht oft zurück, es sind so wertvolle Erinnerunge, ich will sie nicht mit dieser seltsamen Traurigkeit und Melancholie bedecken die momentan über meinem Leben schwebt.

Werde ich zu sentimental? 
Wahrscheinlich.
Im Endeffekt will ich mich entschuldigen, für die Monate ohne Lebenszeichen, für die nicht gezeigten Fotos und geteilten Erinnerungen. Ich will weiter schreiben, über Wien, meine neue Wohnung, meine Mitbewohner, die Uni, das Studium. Ein neues Abenteuer, ich weiß. Jeder schwärmt von der Uni, ich hoffe ich erwarte nicht zu viel. 
Aber um in einem letzten Satz meine Abwesenheit zusammenzufassen, zu erklären, egal wie schön und aufregend die Uni wird, ich werde nie wieder so frei, so spontan, so unbekümmert durch mein Leben spazieren können wie im letzten Jahr. Und mir das einzugestehen ist schwer, schwerer als alles andere.
Ich hoffe ihr versteht das.


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