In letzter Zeit falle ganz oft in gedacht hinter mir gelassene Gewässer zurück.
Viel zu oft erwische ich mich dabei aus Fenstern zu starren, den Blick auf einen nicht festzumachenden Punkt in der Ferne fixiert, Gedanken schweifen lassend und in Tagträumend versinkend, so tief dass ich die Realität um mich herum gar nicht mehr wahrnehmen.
Es ist Melancholie.
"Ein bisschen Melancholie, ist manchmal ok
ein bisschen traurig sein, und den Grund nicht verstehn"
Um es mit den Worten von Kraftklub zu sagen, irgendwie hatte ich immer schon das Gefühl, dass sie meine Wahrnehmung dieser Gemütseinstellung ziemlich gut beschreiben. Ich bin nicht depressiv oder neben der Spur, ich weiß dass momentan alles nach Plan verläuft, mein Leben in eine neue, aufregende Richtung zusteuert und ich freue mich auf die Zukunft.
Aber ist es nicht normal abgeschlossenen Lebensabschnitten hinterherzutrauern?
Weinen wir nicht alle dem Vertrauten und Bekannten nach, wenn man sich kurz von einer noch nicht geöffneten Tür befindet?
Aber damit dieser Post nicht nur wieder eine Beschreibung meiner Gefühlswelt wird und ich beweisen kann das mein vorrangiges Ziel mittlerweile doch der Weg zum Optimismus ist, will ich hier ein paar meiner Wege verraten mit Melancholie umzugehen:
- Heiße Milch mit Honig. Ob das jedem oder nur mir hilft weis ich nicht aber mich holt es immer wieder aus diesen seltsamen Stimmungen hervor. Alternativ funktioniert auch Chai mit viel Milch (und Honig)
- Lesen, aber keine Liebesromane, Selbstfindungsbücher oder Lebensgeschichten. Am besten sind Thriller, Krimis oder eventuell Fantasy. Mir hilft John Grisham momentan erstaunlich gut.
- Sport. Eine halbe Stunde laufen, einen Spaziergang machen, eine Runde mit dem Rad drehen. Egal was, wie kurz oder wohin, Sport vertreibt trübe Gedanken.
- Und von Sport kann man auch gleich auf den nächsten Punkt überleiten, das Haus verlassen. Einfach rausgehen, im besten Fall bei Sonnenschein. Hilft, immer.
- Listen schreiben, Pläne machen, sich schöne Sachen für die Zukunft ausdenken. Aber auch Negativfälle durchegehen, sich worst-case-scenarios vorstellen und überlegen wie man damit umgehen könnte. Nicht um in Panik zu verfallen sonder damit man realisiert, dass selbst der schlechteste Fall noch lösbar ist.
- Einfach einmal eine halbe Stunde nichts tun, sich zwingen einen bequemen Ort zu suchen, eventuell Musik anmachen, und entspannen. Daligen, die Decke anstarren und das Leben, die Ruhe genießen. Wir tun das so selten.
- Reden, mit vertrauten Personen offen Sprechen. Egal wie banal und dämlich manche Ängste klingen, es sind reale Ängste und Befürchtungen und sie auszusprechen tut immer gut.
- Melancholie einfach zulassen, manchmal kann man nichts tun als eine Stunde aus dem Autofenster zu starren, leicht traurige Musik zu hören und in den eigenen Gedanken zu versinken. Es ist nichts dabei, es ist ok, solang man es nicht übertreibt.
Melancholie kann auch schön sein, zu kreativen Ideen anregen und eine bittersüße Würze über einen Tag streuen.
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