Mittwoch, 24. Januar 2018

Noch 27 Minuten

Noch 27 Minuten.
Dann kann ich wieder einmal die Schnelligkeit unseres Internets auf die Probe stellen. Nur dass ich dieses Mal ein Level aufgestiegen bin. Jede Sekunde zählt, selbst die glücklichen Gewinner werden am Ende nicht verstehen wieso ausgerechnet sie den Sprung geschafft haben.
Froh bin ich, froh dass es für mich um wenig geht. Um ein Hobby, eine coole Idee, die Möglichkeit bereits bestehende Fähigkeiten auszubessern. Mir wird ganz flau im Magen wenn ich an die nächsten Male denke, wenn auch bei mir ein ganzes Semester auf dem Spiel steht.
Übertreibe ich?
Wahrscheinlich.
Ist es wirklich so eng.
Oh ja, die Geschichten sind legendär, jeder hat sie, jeder teilt sie, alle sind gleich verzweifelt.

Trotzdem, der Nervenkitzel gefällt mir, ein kribbeln im Magen, ein leichtes Zittern in den Händen. Die letzten paar Male war ich immer eine der Ersten und konnte enttäuscht dabei zusehen wie sich die Zahlen erst nach einigen Minuten von Grün auf Rot zubewegten. Wozu size ich seit 10 Minuten hier und aktualisiere alle 30 Sekunden die Seite?
Hier kommt  meine schlechte Eigenschaften ans Licht, ich sollte anderen mehr gönnen, auch wenn sie nicht so übertreiben wie ich.

Wie lange noch?
19 Minuten. Ich schaue einmal schnell nach.
Alles beim alten, fette rote Schrift die mich auffordert noch zu warten. Und zu warten. Nur warten.
Ich hasse warten. Noch so eine Eigenschaft die ich ändern sollte, Ungeduld.
Wieso ist es eigentlich so eng? Wieso muss ich Wochen im Vorhinein, Monate vor dem neuen Semesterstart vor meinem Laptop picken und hoffen dass ich schnell genug bin einen Knopf zu drücken. 
Spiegelt dass meine Fähigkeiten wieder?
Beweist es überdurchschnittlichen Intellekt?
Oder verborgene Talente?
Ist es ein kaputtes System?
Oder nur eines das noch Zeit zu Reifen braucht?
Darf ich mich beschweren? Bin ich nicht Teil des Problems?
Werde ich zu philosophisch?

Es ist dasselbe alte Lied welches seit Jahren von Studenten gesungen wird. Immer wieder dieselben Töne, immer ohne Lösung, immer in der Hoffnung etwas zu verändern. 
Ich hoffe einfach. Hoffe und vertraue in mein Können so schnell wie möglich einen kleinen Knopf zu drücken.


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