Alleine wohnen ist ganz anders und doch so ähnlich wie zu Hause sein.
Vielleicht fehlt die Aufregung weil ich das ganze letzte Jahr allein gelebt habe, nie so wie jetzt, mit all den Verpflichtungen, aber dennoch weg von zu Hause. Es gibt so vieles an das man nicht denkt wenn die Eltern die Herren im Haus sind.
Einkaufen zum Beispiel.
Was man alles braucht, allein um einfach zu kochen. Gewürze, Messer, Schneidbretter, ein Wasserkocher, Öl und Essig, so viele Alltäglichkeiten über die man in den alten vier Wänden nie nachgedacht hat. Die Unterschiede welche Geschäfte man besucht, welche Lebensmittel gekauft werden, was gegessen wird. Einkaufen fasziniert, es ist eine Kunst für sich. Nirgends kann man so viel Geld unwissend unnötig ausgeben.
Wer denkt auch an so etwas? Wer achtet auf diese Kleinigkeiten?
Putzen ist auch so eine Sache. Wenn es plötzlich keine Putzfrau gibt, die Eltern einem nicht mehr ständig an das etwas versaute Zimmer erinnern, wann rafft man sich auf und kümmert sich darum? Ist eine Woche ohne Staubsaugen zu viel oder gehen eigentlich auch zwei?
Darf man Pfannen in den Geschirrspüler räumen? Wie oft sollten Fenster geputzt werden?
Wie viele 19-Jährige wissen das schon?
Es geht, erstaunlich gut sogar, ich lebe nicht gerne im Dreck. Man muss nicht übertreiben aber ein wenig putzen hilft.
Aber der erstaunlichste Unterschied ist, dass man sich nach niemandem mehr richten muss. Es klingt banal, ist aber herrlich. Na klar, ich habe meine Mitbewohner, aber das ist etwas anderes. Egal wie man es dreht und wendet, bei den eigenen Eltern ist man nie gleichberechtigt, es gibt eine gewisse Hierarchie. Aber hier kann ich an Dinge herangehen wie ich will, niemand bestimmt indirekt mein Verhalten. Und das ist ein wunderschönes Gefühl, ausziehen ist eine der besten Entscheidungen die man als junger Erwachsener treffen kann :D