Jaja, ich weiß ich sollte jetzt, da ich zurück
bin, einige Worte über die letzte Woche verlieren. Aber es ist schwer, alles in
ein paar Worten zusammenzufassen. Ich reiche es nach, versprochen.
Aber jetzt geht es um etwas vollkommenes anderes;
Blockaden. Dieser Moment in dem der Kopf einfach ausschaltet, man für eine,
oder auch nur eine halbe, Sekunde gelähmt ist und einfach nicht weiß was zu
Hölle man tun soll. Man bekommt alles mit, registriert, denkt, aber handelt
nicht. Beispiel; Basketball. Ich stehe da, meinen Körper angespannt, bereit den
Ball anzunehmen. Aber dann stürmt der Gegner auf mich zu, ich bemerke seine
Größe, seine Entschlossenheit, die Kraft hinter dem Angriff, und ich schalte
einfach ab. Panik, Angst, Überwältigung, Feigheit, alles auf einmal. Und
trotzdem, irgendwo im Hinterkopf regt sich der Gedanke, der Wille etwas zu tun.
Also strecke ich die Hand aus, setzt zum Sprung an, aber es ist zu spät.
Die verlorenen Sekunden rächen sich.
Problematisch ist das Ganze für mich nicht im
Basketball. Ich und dieser Sport vertragen uns einfach nicht. Einmal abgesehen
von meinem Unvermögen zu Zielen, geschweigenden zu Treffen, schaffe ich es
entweder nicht fair und richtig oder überhaupt zu spielen. Nein, mich belasten
diese Blackouts bei einer anderen Sportart die ich seit mittlerweile fünf
Jahren betreibe; Karate.
Wie sich nun jeder denken kann ist es in einem
Kampfsport nicht gerade hilfreich zu zögern. In einem Freikampf, selbst wenn
dieser unter Leuten stattfindet die sich eigentlich super verstehen, sollte man
nicht eine Minute und fünf halbherzige Ansätze brauchen um anzugreifen. Es wird
immer betont wie wichtig Dynamik ist, einfach explosionsartig, mit viel
Geschwindigkeit nach vorne schießen und den anderen zu überraschen. Oder die
fast einfachere Variante, Angriffe blocken und kontern. Aber diese geistige
Blockade, diese ganzen Unsicherheiten, verhindern meistens, dass ich überhaupt
irgendetwas mache.
Wahrscheinlich bin ich selbst schuld. Fünf
Jahre habe ich mich vor Kumite (dem "klassische" kämpfen) gedrückt,
Kata und Kihon waren immer reizvoller. Hier hat man keinen Wettkampf,
es gibt keinen Verlierer. Und ich bin ein grauenvoller Verlierer. Dabei wäre es
so reizvoll gut in Kumite zu sein. Obwohl, Durschnitt würde mir auch reichen.
Aber meine derzeitige Art zu kämpfen, zwei Minuten herumhüpfen und
vielleicht ein paar Techniken machen während ich dazwischen nur mit blocken beschäftigt bin, ist
ziemlich uneffektiv.
Warum mich das Ganze jetzt beschäftigt?
Vielleicht weil ich mit Ende dieses Sommers gezwungen bin Karate für zumindest
ein Jahr zu pausieren. Und wenn ich zurückblicke, hatte ich noch nie einen Sport
bei dem ich so viel gelernt habe und der aus so viel Spaß macht. Ich bin
zufrieden mit meinen Leistungen, immerhin habe ich den 3. Kyū (1 Braungurt),
aber diese eine kleine Tatsache, mein Unvermögen geistige Blockaden aufzuheben,
ist etwas das mich wirklich stört. Vor allem deswegen, weil ich es ohne Probleme
hätte lösen können, mit ein bisschen mehr Disziplin und Anstrengung.