Donnerstag, 25. Januar 2018

nach Hause fahren

Zu allererst die Auflösung zur allseits beliebten Frage: "Habe ich meinen Übungsplatz bekommen?"
Ja habe ich.
Um Punkt 14 Uhr die Anmeldungsseite aktualisiert nur um festzustellen, dass es, anstatt der sonstigen maximalen Sekunde plötzlich fast eine viertel Minute dauert. Schnell den kleinen Knopf gedrückt und dann gebetet.
Drinnen bin ich, froh und erleichtert auch.
Vorfreude macht sich breit, handelt es sich bei dieser einen Übung doch um eines der wenigen Fächer dass ich freiwillig und ganz aus eigenem Willen heraus gewählt habe. Für diejenigen die schon rätseln was mein geheimes Hobby sein könnte... ein Spanisch-Auffrischkurs.
Ich kann doch meine erworbenen Sprachkenntnisse nicht einfach verfallen lassen.

Es ist wieder einmal Monate her, ich schreibe selten, ich schreibe nie.
Keine Zeit, keine Lust, nichts zu sagen. Vieles kommt zusammen, jetzt bin ich wieder da. 
Für wie lange? Ich weiß nicht. Hoffentlich ein paar Wochen, vielleicht sogar Monate, aber wie ich mich kenne wird das mein letzter Post für einige Zeit sein.

Heute geht es um "nach Hause fahren". 
In den letzten 1 1/2 Jahren hat sich mein Bild von "zu Hause" verändert. Nach Wien ziehen war ein großes und lange geplantes Projekt, anfangs flößt die Stadt vor allem eines ein, Respekt. Ich komme aus keinem Dorf, auch nicht vom Land, aber die  schiere Größe dieser Stadt ist etwas, dass ein Durschnittsösterreicher nicht kennt. Möglichkeiten ohne Ende, beinahe genug um Einzureden, dass es das Beste währe für immer in der eigenen kleinen Wohnung zu bleiben, da die Zeit niemals für alles reichen kann.
Aber ich habe die Stadt in mein Herz geschlossen. Nach mehr als einem Jahr fühle ich mich hier wohl, wahnsinnig wohl. Ich habe meine Ecken, meine Plätze und Geheimtipps, meine Radfahrrouten und Uniwege, meine Lieblingsbäcker und Stammdönerläden. Ich weiß wie ich von A nach B komme, werde nicht von der Größe der Stadt irritiert, stelle eher fest dass sie an machen Stellen kleiner ist als gedacht. Ich genieße die Freiheit einer Großstadt mit ihren schier endlosen Möglichkeiten.
Ich bin froh zu sagen, dass Wien mein neues zu Hause ist. Wenn ich ankomme, am Flughafen, Bahnhof, Busbahnhof, stelle ich erleichtert fest, dass ich immer noch froh bin hier und nirgends anders zu leben. Dass ich mich wohl fühle, mich daheim fühle.

Auszuziehen war eine der besten Dinge die ich für mich selbst tun konnte und Wien, Wien war damals die einzige wirkliche Wahl, aber Gottseidank eine gute. Natürlich liebe ich mein altes zu Hause, natürlich kann ich auch dort all die kleinen und großen Dinge wertschätzen. Aber es bleibt  doch der Ort an dem meine Familie wohnt, der Ort an dem ich aufgewachsen bin und auch noch ein paar alte Freunde habe. 

Mittwoch, 24. Januar 2018

Noch 27 Minuten

Noch 27 Minuten.
Dann kann ich wieder einmal die Schnelligkeit unseres Internets auf die Probe stellen. Nur dass ich dieses Mal ein Level aufgestiegen bin. Jede Sekunde zählt, selbst die glücklichen Gewinner werden am Ende nicht verstehen wieso ausgerechnet sie den Sprung geschafft haben.
Froh bin ich, froh dass es für mich um wenig geht. Um ein Hobby, eine coole Idee, die Möglichkeit bereits bestehende Fähigkeiten auszubessern. Mir wird ganz flau im Magen wenn ich an die nächsten Male denke, wenn auch bei mir ein ganzes Semester auf dem Spiel steht.
Übertreibe ich?
Wahrscheinlich.
Ist es wirklich so eng.
Oh ja, die Geschichten sind legendär, jeder hat sie, jeder teilt sie, alle sind gleich verzweifelt.

Trotzdem, der Nervenkitzel gefällt mir, ein kribbeln im Magen, ein leichtes Zittern in den Händen. Die letzten paar Male war ich immer eine der Ersten und konnte enttäuscht dabei zusehen wie sich die Zahlen erst nach einigen Minuten von Grün auf Rot zubewegten. Wozu size ich seit 10 Minuten hier und aktualisiere alle 30 Sekunden die Seite?
Hier kommt  meine schlechte Eigenschaften ans Licht, ich sollte anderen mehr gönnen, auch wenn sie nicht so übertreiben wie ich.

Wie lange noch?
19 Minuten. Ich schaue einmal schnell nach.
Alles beim alten, fette rote Schrift die mich auffordert noch zu warten. Und zu warten. Nur warten.
Ich hasse warten. Noch so eine Eigenschaft die ich ändern sollte, Ungeduld.
Wieso ist es eigentlich so eng? Wieso muss ich Wochen im Vorhinein, Monate vor dem neuen Semesterstart vor meinem Laptop picken und hoffen dass ich schnell genug bin einen Knopf zu drücken. 
Spiegelt dass meine Fähigkeiten wieder?
Beweist es überdurchschnittlichen Intellekt?
Oder verborgene Talente?
Ist es ein kaputtes System?
Oder nur eines das noch Zeit zu Reifen braucht?
Darf ich mich beschweren? Bin ich nicht Teil des Problems?
Werde ich zu philosophisch?

Es ist dasselbe alte Lied welches seit Jahren von Studenten gesungen wird. Immer wieder dieselben Töne, immer ohne Lösung, immer in der Hoffnung etwas zu verändern. 
Ich hoffe einfach. Hoffe und vertraue in mein Können so schnell wie möglich einen kleinen Knopf zu drücken.